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Ein Land ohne Zeit und mit riesigem Herz – Lesotho

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Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – und 2 noch viel mehr…

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Ich denke es bedarf nicht vieler Worte über Lesotho (welches Leßutuu gesprochen wird), wenn man diese beiden Bilder sieht. Dennoch möchte ich, bevor wir mit dem Reisebericht über dieses wunderschöne, kleine Land mit einem riesigen Herzen inmitten von Südafrika fortfahrenn ein wenig „generelles“ erzählen. Lesotho zählt zu den weltweit ärmsten Ländern mit einem der niedrigsten Pro-Kopf einkommen. Wie wir gelernt haben, war Lesotho eigentlich mal viel größer, wurde aber nach einem Abkommen mit den Engländern die sich als Schutzmacht “erbarmt” haben, um einiges zusammengestutzt. Übrig geblieben ist ein Land was nur aus Bergen, Tälern und Hochebenen besteht und bei dem man sich permanent auf mindestens über 1700m über dem Meeresspiegel befindet. Unser höchster Pass waren knapp 3200m, auf den wir hoch- und wieder runtergekrabbelt sind. Die Menschen leben dort überwiegend in kleinen Bergdörfern ohne Elektrizität und fließend Wasser und leben von dem, was sie in den Hängen selber anbauen. Es gibt ein paar “Städte” die Elektrizität haben, diese lassen sich aber an zwei Händen abzählen. Die Dörfer die nah an den Städten liegen, haben dadurch teilweise auch Elektrizität. Wie auch in vielen anderen Ländern haben die Chinesen dort einige Straßen geteert, die jetzt gut zu befahren sind. Wenn man allerdings zu den wirklich schönen Orten will, geht es nur über Gravel (teilweise gut, teilweise echt eine Herausforderung). Wir sind außer die Anreise zu unserem ersten Stopp in Lesotho nur über Grafel gefahren.

Unser Eindruck von Lesotho war überwältigend. Das Land ist extrem sauber, die Dörfer alle super schön, die Menschen extrem freundlich und rücksichtsvoll und – es gibt keine Zeit. Da Lesotho weitestgehend von den “Segen der Zivilisation” verschont geblieben ist, leben die Menschen dort ihr leben. Es wird mit der aufgehenden Sonne aufgestanden, und mit der untergehenden Sonne ins Bett gegangen. Alles dazwischen geht halt so schnell oder langsam wie es geht. Und wenn jemand vorbei kommt, wird erzählt. Es wird sich gewunken (oft mit beiden Händen), es wird sich zugerufen, Autos halten an und die Fahrer erzählen, jemand steht an der Straße und will mitgenommen werden und der nächste Fahrer hält an und nimmt mit,… Wir haben kein Land kennen gelernt auf unseren Reisen dass so sehr dem “echten Afrika” entspricht, wie wir es uns vorgestellt haben.

Das hat natürlich auf der anderen Seite seinen “Preis”. Man weiß nicht was einen an der nächsten Station erwartet oder ob man die geplanten 100km an einem Tag schafft, oder nicht – wegen der Straßen und Pässe. Haben wir einen Übernachtungsplatz da wo eigentlich einer sein soll oder ist da doch nichts. Aber das macht es natürlich auch sehr spannend, denn um die “Sicherheit” oder die Gastfreundschaft und afrikanisches Improvisationstalent muss man sich in Lesotho keine Sorge machen – von allem gibt es mehr als genug Smiley

Die Frage die wir uns beim Bereisen dieses Landes gestellt haben – wie definiert man Reichtum? Woran macht man fest, dass Menschen arm oder nicht arm sind? Nach der Zeit in Lesotho steht für uns fest – Geld ist es nicht. Auch wenn die Menschen dort vielleicht kein hohes einkommen oder gar kein Einkommen in Form von Geld haben, so sind viele dennoch nicht “arm”.

Nun aber zu unserem Abstecher von 1er Woche durch Lesotho…

Gestartet sind wir in Ficksburg, auf der SA-Seite wo wir auch über die Grenze gefahren sind. Unser Ziel für den Tag war, größtenteils über eine gute aber extrem steile Teerstraße (was das Fahren anstrengend gemacht hat) Semonkong. Dort wollten wir hin weil es dort die höchsten Wasserfälle von ganz Afrika gibt, die Maletsunyane Falls. Nach etwa 4 Stunden Fahrt kommen wir am Campingplatz an, und er ist voll Trauriges Smiley Nach ein paar netten Worten und traurigen Kinderblicken konnten wir uns dort auf dem Parkplatz stellen und hatten – tatsächlich – den schönsten Platz am Platz Smiley Direkt am Fluß gelegen und klasse Blick in die Schlucht.

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Kinder raus aus dem Landy und ab in den Fluß… super! Am nächsten Tag haben wir von hier aus mit der gesamten Familie einen Ausritt auf den nur in Lesotho lebenden Basotho Ponys gemacht. Die Hirten lernen dort schon mit 3 Jahren auf dem Pferd zu sitzen und es ist keine Seltenheit dass man 5-jährige Stoppelhopser im Galopp, schwer beladen, durch die Berge flitzen sieht. Wir sind auf jeden Fall mit einem Guide ganz gemütlich in einem 3-Stündigen Ausritt zu den Fällen und haben dort ein Picknick gemacht.

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Hier erholen sich die Pferde und die Reiter von dem teilweise anstrengenden Ritt. Teilweise 30cm neben einer 100m Abbruchkante kann schon ganz schön an den Nerven zehren. Die Ponys sind aber so trittsicher, dass man sich nach einer Zeit daran gewöhnt hat. Sind halt richtige Bergpferde…

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Die Idee (und die Ausführung) für dieses Foto hatte übrigens unser Führer, ein ganz lieber der uns einiges über die lokale Kultur erzählt hat.

Nach 2 Tagen in Semonkong sind wir dann weiter nach Quacha’s Neck, ganz im Süden. Eigentlich wollten wir noch weiter, aber die Straßen und das permanente “Boah”, “unglaublich”, “halt mal an”, “ich werd nicht mehr – sind wir hier im Himmel” – haben uns einfach zu viel Zeit gekostet. Dort wollten wir auf eine Campsite im SnakePark. Naja, den Park gab es noch (glauben wir zumindest), die Campsite nicht mehr. Wir sind dann einfach zu einem Hotel vor der Stadt und haben gefragt ob wir uns da stellen können. Klar – kein Problem. Noch ein bisschen mit der Besitzerin erzählt, ein paar Bier geschlürft, ein bisschen am Landy geschraubt und dann eine ruhige Nacht verbracht. Die Dame war so von unserem Ofen angetan den wir in Sambia am Straßenrand erstanden haben dass er direkt mit dem Handy aus allen möglichen Perspektiven fotografiert werden musste. Ein Bekannter sollte den dann nachbauen – so einen wollte sie auch haben. Und wir müssen sagen – ohne den wollten wir auch nicht mehr reisen Smiley

Von hier aus erholt am nächsten Morgen weiter in den Sehlabathebe Nationalpark, über wunderschöne Passstraßen.

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Ach ja, der überwiegende Teil der Bevölkerung ist römisch katholisch und Kirchen sind relativ verbreitet.

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Naja, angekommen im Park waren wir erst mal überrascht dass wir hier am Ende der Welt (die Straße hört dann bald irgendwann einfach auf) einen riesengroßen nagelneuen Gebäudekomplex fanden – vom feinsten.

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Das war der Parkeingang, es gab bestimmt 20 super neue Mitarbeiterhäuser und innen drinne auch noch schöne Schautafeln. Es wunderte uns etwas, dass innen alles dunkel war und ein einzelner Mitarbeiter dann kam, als wir reingingen. Als wir dann noch nach Camping fragten meine er dann so “hmmm, tja,… so richtig… – nee”!

Ja aber – da steht doch im offiziellen Prospekt von der Grenze dass… und – wo sollen wir denn…Ist denn die Lodge nicht da und überhaupt wir brauchen nicht viel, nur Platz.

Tja, wie das so ist – nach ein paar netten Worten hat er uns dann mitten im Park campen lassen in der Nähe von einem Häuschen wo 3 nette Männer wohnten und ein Wasserhahn war. Somit waren wir glücklich und konnten uns an einer wunderschönen Natur und gaaaaaanz viel Ruhe erfreuen Smiley

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Und – wo ist Little?

Als wir noch nicht wussten dass das Haus bewohnt war, sind wir einfach mal rein und haben es “besichtigt”.

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Abends kamen dann die Wolken über die Berge gekrochen und wurden dabei von der Sonne wunderschön angeleuchtet. Leider hat das Schauspiel mit den Farmen weniger als 15 Minuten gedauert.

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Das Tal ist wirklich wunderschön und wenn man ein wenig rumspaziert findet man dort ganz dolle Dinge…

Von hier aus haben wir uns dann auf den Weg gemacht zum Katse Dam, mit einem Zwischenstopp in Mashai. Eigentlich wollten wir es bis Thaba-Tseka schaffen (es waren ja “nur” 120km), wir hatten aber nicht mit dem Matebeng-Pass (knapp 3000m) gerechnet. Als wir nach 2 Stunden die ersten 10km geschafft hatten war uns klar, dass wir das wohl nicht mehr schaffen werden Smiley Insgesamt haben wir für die 20km um den Pass zu queren knapp 4 Stunden gebraucht. Extrem steile Passagen, 360Grad Spitzkehren (so dass man sogar zurücksetzen muss) mit teilweise abgehenden Bächen durch die Kehren und öfters steiniger Untergrund mit hohen Stufen machen das Vorankommen extrem beschwerlich. Aber – sie Strecke und der Blick entschädigt alles…

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Hier der Blick nach hinten. Da sind wir über 1000 Höhenmeter hochgekraxelt. Nach knapp 6 Stunden Gesamtfahrzeit sind wir dann in Mashai angekommen und haben praktisch “mitten im Dorf” übernachtet (hier ist auch das Bild vom kleinen Jungen oben entstanden). Und was uns sehr gut gefallen hat – die Menschen sind sehr zurückhaltend und man wird nicht “überfallen” wie man sich das so oft vorstellt.

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Mit einem traumhaften Ausblick über die Hügellandschaft.

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Vor uns lagen ein paar Felder und weiter unten noch ein Paar Hütten. Neben uns stand ein alter Traktor auf dem zwei Hirtenkinder am spielen waren und “nebenbei” ein paar Kühe gehütet haben. Es hat keine 10 Minuten gedauert und es waren 4 Kinder, die gespielt haben Smiley

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Lenja und Silas sind dann von beiden “eingeladen” worden (ohne dass sie sich verbal verstehen konnten) mit ihnen gemeinsam die Kühe mal ein bisschen durch die Gegend zu treiben aus Spaß und auf dem Esel zu reiten. Erst haben sich Silas und Lenja noch geiert die Kühe mit dem Knüppel zu treiben und mit Steinen zu bewerfen damit sie sich bewegen, aber die Hemmungen sind schnell gefallen und sie waren ein gutes 4er-Team Smiley

 

Abends waren dann auf einmal Lenja uns Silas futsch. Nach ein bisschen Suchen haben wir sie dann gefunden…

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Silas lag quer auf der Schaukel und Lenja saß mit einem Kätzchen drauf – und beide haben den Sonnenuntergang genossen. Was machen wir nur mit unseren Kindern, wenn wir wieder daheim sind?

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Über (wieder mal) traumhafte Straßen haben wir uns dann weiter aufgemacht zum Katse-Dam.

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Vorbei an vielen Feldern und Hirtenkindern, die die Schafe, Ziegen, Pferde und Kühe hüten.

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Da es gerade in den Morgen- und Abendstunden doch sehr kühl werden kann und eigentlich permanent ein frischer Wind weht, sind alle immer gut eingepackt.

Angekommen am Kats Dam, waren wir dann allerdings enttäuscht. Weder ist der Dam sonderlich attraktiv, noch der offizielle Stellplatz besonders dolle gelegen. Aber naja, das darf auch mal sein Zwinkerndes Smiley Und da der Damm aktuell auch noch relativ leer ist, kommt man auch nicht mehr wirklich tief runter ans Wasser. Die Abhänge sind einfach viel zu steil. Aber – man kann über die Staumauer fahren und dann runter schauen, was wir natürlich gemacht haben. Das ist schon ein kleines Erlebnis. Insgesamt würden wir vom Dam sagen, dass man sich den sparen kann, man, zumindest so wie wir gefahren sind, einen Tag Anreise und einen Tag Abreise über doch teilweise sehr beschwerliche Gravel Roads in Kauf nehmen muss. Viel lohnenswerter sind so kleine Zwischenstopps wie in Mashai.

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So, das war nun unsere vorletzte Station vor dem Sani Pass, über den wir wieder nach SA eingereist sind. Am nächsten Tag also los zum Sani Pass. Gestartet bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein und man glaubt es nicht – auf den letzten 5km der insgesamt 180km und 7,5 Stunden Fahrzeit runter auf 9 Grad und Regen (weil wir in den Wolken waren). Gesehen haben wir dann vom Sani-Top nichts mehr Trauriges Smiley Naja, wir haben uns in den “Highest Pub of Africa” verkrümelt und bei einem warmen Kohleofen, heißer Schokolade und Cappuccino den Tag bis zum Abend verbracht Smiley Silas konnte nicht genug von den leckeren Plätzchen bekommen (selbst gebacken) und Lenja war überwältigt ob der vielen Fotos an den Wänden…

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Am nächsten Morgen war das Wetter dann traumhaft und wir hatten einen wunderschönen Blick erst über die Wolken und dann auch ins Tal.

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Und dann – sollte es ja den “berüchtigten” Sani-Pass runter gehen. Viele berichten ja von schweren und komplizieren Auf- und Abfahren und es ist auch so im Reiseführer beschrieben, dass es nicht wirklich einfach ist. Wir haben dann an der Rezeption nachgefragt wie lange man dann braucht bis man unten ist. Die Antwort war dann – naja, 30 Minuten bis zur südafrikanischen Grenze und 1 Stunde insgesamt bis zur Teerstraße. Hmmmmm – also entweder hat die Dame keine Ahnung oder das was die Leute immer so gerne im Forum von sich erzählen “ha – ich hab den Sani Pass gemacht und uiuiui, schwer schwer… bereitet euch auf was vor” ist maßlos übertrieben. Das, was wir von oben sehen konnten hatte uns jetzt (was die Komplexität betrifft) nicht wirklich vom Hocker gehauen. Ja, viele Spitzkehren mit teilweise guter Steigung, aber nix kompliziert. Und so war es dann auch. Der Pass ist im Prinzip mit einem normalen Auto was ein bisschen mehr Bodenfreiheit hat zu befahren. Er ist seil und kurvig, mehr aber auch nicht. Die Route über den Matebeng Pass ist extrem viel anspruchsvoller. Und auch die Route vom Katse Dam zum Sani-Pass (die Gravel-Route) ist wesentlich ansträngender und anspruchsvoller. Und das alles ist nichts im Vergleich zur Route 05 in Sambia. Von daher müssen wir alle enttäuschen die sich vom Sani Pass eine fahrtechnische Offroad-Herausforderung erhoffen – ist nicht Smiley Nichts desto trotz ist der Pass sehr schön und sehenswert, weil einfach der Ausblick den man hat traumhaft schön ist, besonders von oben ins Tal. Aber alle die überlegen sich hoch und runter fahren zu lassen (und schon mal was von Untersetzung gehört haben) können problemlos selber fahren. Die Gefahr dass irgend was schief geht wenn man langsam fährt, liegt bei 0. Genauso gut könnte man auch in den Alpen von der Straße abkommen – ist nix anderes.

Und hier mal ein Blick von unten nach oben, als wir schon die ersten 10 Minuten hinter uns hatten…

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So, und nun sind wir wieder in SA, sitzen gerade in der Nähe von Kokstad, ich habe ein paar Ersatzteile für Little bestellt (im Prinzip sind alle Buchsen hinüber und es rappelt und klappert überall) und morgen geht es weiter ans Meer nach East London, wo wir uns unsere Ersatzteile hin liefern lassen. Und wenn VISA mal annähernd das was sie in der Werbung versprechen halten würden (Kreditkarte für Reisende), dann wäre das mit dem Bezahlen auch nicht so schwer. Denn das tolle “verifiedByVisa” kann man im Ausland und besonders für Reisende beim Onlineeinkauf vollkommen knicken. Und das sagen sie an der Hotline sogar selber… traurig traurig. Aber so ist das heute mit der Werbung besonders bei den großen markbeherrschenden Unternehme – 300% versprechen, 50% halten. Aber naja – wir gehen halt jetzt morgen zur Bank und zahlen bar auf das Konto des Versenders, damit wir die Ersatzteile bekommen – dank VISA-Schrott!!!

Kuchen ist angeschnitten, der Kaffee dampft und die Kinder sind wieder vom Dam zurück voll in Matsch und ich mach jetzt Schluss.

Dann wieder viele Grüße – wir4

PS: Wie immer mal wieder zwischendurch – Rechtschreib- und Syntaxfehler bitte verzeihen – ich schreibe zum Spaß für Familie und Freunde und nicht professionell. Wir stecken die Zeit lieber in gemeinsame Erlebnisse anstatt in Zeit am Computer-(Ding) 😉

Besuch bei den Löwen & Silas’ “Freund Strauß”

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Ha, wir waren gerade bei den Löwen. Ein Erlebnis der besonderen Art. Ein Freund von Anton (Besitzer der Farm auf der wir unseren Urlaub verbringen) züchtet zum Hobby Löwen und hat gerade 2 Mal Nachwuchs bekommen. Die Jungen sind 2 und 4 Wochen alt. Die beiden 4-Wöchigen werden gerade im Haus mit der Falsche aufgezogen, bis sie ca. 3 Monate alt sind, dann kommen sie wieder zu Mutti ins Gehege. Wir hatten das Glück genau zum richtigen Zeitpunkt hier zu sein, so dass uns Anton auf einen Besuch mitgenommen hat und wir die Babys füttern durften und mit ihnen spielen konnten. Sie machen das nicht zu kommerziellen Zwecken für Touristen, sondern eben nur für sich selber zur Freude. Ihr eigentliches “Business” ist der Kohletransport von SA nach Lesotho und nur weil wir uns mittlerweile mit Anton so angefreundet haben, hat er uns mitgenommen. DAS WAR COOL!!! Aber seht selbst…

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Unten füttern Lenja und Silas den kleinen Löwen (den Moni wegen des Gewichtes schon mit festhalten muss), der gerade 4 Wochen alt ist. Die sind vielleicht puschelig. Und die Geräusche die sie machen. Obwohl wir schon einige jüngere Löwen gesehen haben in der Wildnis, haben wir dieses “Rufen” noch nie gehört. Wir stehen hier übrigens im Wohnzimmer der Familie, die die Löwen zusammen mit 2 süßen jungen Hunden aufzieht. Damit haben sie direkt ein paar Spielkameraden Smiley

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Nachdem wir dann eine halbe Stunde mit den Babys verbracht haben, sind wir noch zur Mutter. Insgesamt haben sie dort auf der Farm 3 Weibliche Erwachsene, und ein Männchen, mit den sie “züchten”. Wenn man so nah dran sein kann und einem der Löwe ganz genau in die Augen schaut meint man in die Augen eines hoch intelligenten Tieres zu blicken (was man wahrscheinlich auch macht). Das ist total beeindruckend.

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Und hier ein kleines Video von unserem Besuch.

Uns ist noch mal wichtig zu sagen dass wir hier nicht auf einer kommerziellen Farm sind die Löwen züchtet, um damit Geld zu verdienen um sie dann später an irgendwelche Jagdfarmen oder Zoos zu verkaufen.Oder mit den Touristen Geld verdient, damit diese tolle Fotos machen können. Die, die sie bisher “verkauft haben”, gingen an Nationalparks und wurden ausgewildert. Das Fleisch für die Fütterung bekommen sie von umliegenden Farmen kostenlos wenn Tiere sterben und ein lokaler Hühnerzuchtbetrieb stellt ihnen die Abfälle zur Fütterung kostenlos zur Verfügung.

So, ich hatte ja noch geschrieben dass Silas einen Freund gefunden hat – den “Farm-Strauß” Er ist direkt gegenüber von unserem kleinen Haus auf einer großen Wiese und ist aktuell wohl in Paarungsstimmung. Denn immer wenn Silas in seinem grauen Shirt und seiner grauen kurzen Hose an den Zaun geht, vollführt der Strauß seinen “Paarungstanz”. Das ist total cool. Und wir haben es mal probiert und Silas hat etwas anderfarbiges angezogen und siehe da – kein Paarungstanz mehr. Da Straußenweibchen komplett grau sind glaub er wohl er hätte da eines vor sich… Damit kann man ihn total veräppeln Smiley

So, das war es schon von unserem kleinen Nachtrag heute. Dann bis zum nächsten Mal – wir4!

In Südafrika – ein wenig Urlaub von unserer Reise…

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Von jetzt an wird es wirklich unspektakulär. Denn wir machen Urlaub von unserer Reise. Das hat mehrere Gründe.

  1. Die Weihnachtszeit naht und wir würden uns gerne auf Weihnachten einstimmen
  2. Wir haben in den letzten knapp 5 Monaten so viel erlebt und wollen unseren Gehirnchen einmal die Möglichkeit geben das zu verarbeiten – einfach mal sacken lassen.
  3. Lenja und Silas haben sich während der Reise so super gemacht (Thomas wird das bestätigen können) und wir würden ihnen gerne die Möglichkeit geben einfach “normal” Urlaub zu machen und das zu tun was die meisten Kinder (zumindest in unseren Breitengraden) so machen – einfach Kind sein…

Und nein – eine Langzeitreise ist kein Urlaub Smiley Wir haben ganz normalen Alltag, vieles ist beschwerlicher oder zeitintensiver als bei uns, dafür fallen andere Belastungen weg. Das werden alle anderen langzeitreisenden bestätigen können. Und deswegen machen wir jetzt mal Urlaub…

Auf den Weg in den Urlaub zum Dragon Peaks Resort in der Nähe von Winterton in den Drakenbergen, an der Grenze zu Lesotho sind wir noch an einem riesigen Staudamm vorbeigekommen. Auf einem leeren Campingplatz (obwohl Hochsaison in SA ist – hier haben sie 6 Wochen Sommerferien über die Weihnachtstage)  haben wir dann eine stürmische Gewitternacht verbracht. Landschaftlich war es ein Traum, so dass wir bei unserer späteren Abreise vom Resort dort auch noch mal genächtigt haben. Ein Staudamm mindestens so groß wie der Bodensee und man hatte das Gefühl, dass man am Meer ist, wenn man unten am Wasser stand.

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Der Damm liegt in einem riesigen Naturschutzgebiet mit den Drakensbergen dahinter – ein Panorama was im wahrsten Sinne des Wortes Atemberaubend ist mit Blick in die Berge und noch weitere Seen.

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Das Wasser war kristallklar und die Kinder haben es genossen, endlich noch mal im Wasser spielen zu können. Und trotz dass wir keine Badesachen hatten – wen interessierts hier schon. Erst noch hochgekrempelte Hosen und dann sch… drauf – der Stausee gehört uns allein Zwinkerndes Smiley

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Beim weiteren Spaziergang haben wie endlich das erste Mal wieder seit unserer letzten Reise alte Bekannte getroffen – Klippschliefer. Das sind die südafrikanische Murmeltiere. Kleine putzige Pelztierchen die immer, wie der Name schon vermuten lässt, zwischen den Klippen umherhüpfen und lustige Töne von sich geben, wenn sie eine Gefahr wittern. Sehr scheu aber schön anzusehen, besonders wenn sie zusammen spielen.

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Nach der stürmischen Gewitternacht sind wir dann zum Dragon Peaks gefahren, was übrigens ein Tipp eines Franzosen war, den wir in Botswana im Moremi getroffen haben. Hier hatten wir vorgebucht weil ja Hauptsaison war um einen Platz zu bekommen. Zu unserer Verwunderung war es garnicht so voll was uns dann damit erklärt wurde, dass die eigentliche Hauptsaison nur 4 Wochen sind – von Mitte Dezember bis Mitte Januar, da die meisten Südafrikaner wohl wirklich nur “über die Tage” wegfahren. Damit waren wir also schon ein paar Tage vor Hauptsaison an unserer ersten Urlaubsstation. Das Resort lag wunderschön mitten in den Bergen mit einem eigenen Damm zum Kanufahren, Angeln (und auch schwimmen Smiley)

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Das war total klasse da Lenja und Silas direkt einmal so richtig ihre Angeln nutzen konnten, die sie sich von Omas und Opas Taschengeld schon in Namibia gekauft hatten, das sie für die Reise bekommen haben. Rechts sieht man die 3 mit einem südafrikanischen Jungen, mit dem si sofort Freundschaft auf dem Platz geschlossen hatten. Er war ca. 5 Jahre alt und hatte noch nie geangelt (echte Seltenheit hier, normal angelt jeder). Und so hatten sie sich entschlossen ihn einfach mitzunehmen und auch mal angeln zu lassen – ein riesen Spaß.

Und neben dem Angeln direkt vor der Haustür kam dann noch das Kanu-fahren dazu. Am ersten Tag noch mit Schwimmweste, später ohne alles.

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Hier lässt Silas sich gemütliche kutschieren von einem anderen Jungen. Die beiden hatten einen Narren aneinander gefressen und haben viele Tage gemeinsam alles Mögliche gespielt. Und als dann der erste beim Paddeln ins Wasser gefallen war, war der Damm gebrochen und sie sind in Klamotten schwimmen gegangen. Nicht selten wurden sie dabei von den Fischottern oder Fischen an den Füßen gekitzelt. Besonders die Fischotter sind ja sehr neugierig und sind immer wieder zu den Kindern geschwommen um wohl zu begutachten, was die denn da für einen Quatsch machen. Und jetzt fragt man sich denn wie die beiden denn so geangelt haben… Ich hab mal ein Video von Lenja gedreht in einem Moment als sie wohl nicht damit gerechnet hat. Sieht ein bisschen anders aus als bei uns, weil im Damm Raubfische waren (bis zu 60cm groß). Die werden nicht mit einem schwimmenden Köder gefischt sondern mit z.B. anderen Fischen als Köder die man auswirft und dann immer wieder schnell einholt so dass es so aussieht, als würden sie durchs Wasser schwimmen. Was auf dem Video noch ein bisschen hakelig aussehen mag klappt mittlerweile bei beiden echt perfekt. Incl. Fische wieder abmachen und zurückwerfen. Wenn die Fische zu große wurden haben sie es gemeinsam gemacht oder sich Hilfe geholt – alles komplett alleine ohne Mama und Papa. Manchmal waren sie 2 Stunden weg und standen ruhig am Damm und haben gefischt – alleine oder mit anderen Kindern zusammen. Ich kann nur sagen – wir sind super stolz auf beide wie selbstständig und “groß” sie geworden sind. Sie gehen auch schon alleine in kleine Geschäfte einkaufen, mieten sich das Kanu, knüpfen von sich aus Kontakte zu anderen Kindern, “erzählen” mit Erwachsenen… alles in einem fremden Land und fremder Sprache. Wer Kinder als Grund anführt dass man eine solche Reise nicht machen kann – unsere sind der lebende Beweis das dem nicht so ist.

Und da wir ja hier waren um Urlaub von der Reise zu machen, gehörten dazu natürlich auch ganz klassische Urlaubsaktivitäten. Sei es die Wanderung in den Bergen…

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Der Ausritt durch die Drakensberge von Lenja…

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Ich bin übrigens auch 2 Stunden ausgeritten (morgens um 8 war ich mit dem Reitlehrer ganz alleine – echt cool) und habe mir ganz schön die Innenseiten der Unterschenkel aufgescheuert da ich keine richtige Hose hatte. Und da ich in meinem ganzen Leben immer nur in Reitklamotten geritten bin wusste ich nicht, was das Reiten in labbeligen Hosen für Folgen hat – sehr schmerzhafte kann ich sagen. Ich habe ein paar Narben davon mitgenommen die heute, gut 2 Wochen nach dem Ausritt, noch immer nicht verheilt sind. Nie wieder werde ich das machen… Tja, lernen durch Schmerzen – wie ein ganz lieber Arbeitskollege immer zu sagen pflegte – nicht wahr JürgenB Zwinkerndes Smiley

An einem der vielen sonnigen Tage haben wir dann noch eine Raubvogelzucht- und Show besucht – mit folgendem Panorama von der Wiese aus, auf der wir saßen:

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Das war total cool und wir haben so viel über die Vögel gelernt… Das beste war dass die Show eine Kombination war von Vögeln die “ausgebildet” waren und Vögeln die ganz normal dort wild lebten und einfach über die Jahre Lust hatten, mit zu machen. Hier sieht man übrigens einen Schreiseeadler (von denen jede Menge da auch so rumfliegen) der einmal gesund gepflegt wurde nach einem schlimmen Unfall und dann einfach bei den Falknern geblieben ist. Wobei Falkner das falsche Wort ist da die allermeisten Vögel Adler sind mit teilweise mehreren Metern Spannweite… Sehr beeindruckend.

Nachdem die Flugshow dann vorbei war sind wir die nächste Einfahrt abgebogen und haben dort eine Reptilienführung mitgemacht. Das ist übrigens alles ein bisschen anders als bei uns. Der Reptilien-Mann hatte einfach riesen Spaß an den Tieren und hält sich diese daheim. Irgendwann wollte er seine Begeisterung teilen und bietet seit dem kleine Führungen an und man kann alle Tiere auch mal selber in die Hand nehmen und damit spielen – echt cool…

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Ach ja – alles lebende Tiere denen es bestens geht. Sie sind auch nicht “entgiftet”, da sie einem eh nix tun, wenn man sie nicht ärgert…

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Der nette Mann links im Bild war übrigens der “Reptilienmann”. Echt ein verrückter Typ – wie man sich eben jemanden vorstellt der sich sein Haus und Grundstück mit den schrägsten und “gefährlichsten” Tieren so vollpackt. Der Igel ist übrigens ausgewachsen – ein ganz seltenes Exemplar und dazu noch ein Albino…

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Wenn jemand mal die Chance bekommen sollte zu fühlen, wie sich eine Schlange fortbewegt – das ist echt irre… Total cooles Gefühl wenn so eine Boa über einen “kriecht”…

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Und ach ja – das ist Dragon Peaks – wo wir dann in Summe knapp 2 Wochen verbracht haben.

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Von hier aus wollten wir dann eigentlich über den Sani-pass, dann durch Lesotho auf die andere Seite von Lesotho fahren um den zweiten Teil unseres Urlaubs von der Reise zu genießen. Aus dem Pass und Lesotho wurde dann leider nichts, da das Wetter genau in der Woche die wir dafür geplant hatten in Lesotho sehr schlecht war. Die Wettervorhersage hat von 2 Grad, Regen und Schnee gesprochen. Und bei solchen Wetterbedingungen einen Offroad-Pass zu erklimmen und eine Woche im Nichts zu verbringen, dazu hatten wir wirklich keine Lust und das wäre auch keine tolle Einstimmung auf das Weihnachten. Somit sind wir dann ein paar Tage länger geblieben als geplant was trotz der Hochsaison kein Problem war. Offensichtlich war das Wetter dann wohl nicht gut genug so dass dann auch nicht alle Campinggeste gekommen sind – zu unserem Glück. In den knapp 2 Wochen hier sind wir dann tatsächlich 3 mal hier im Restaurant essen gewesen und haben mit den Kindern den ein oder anderen Abend im Pub verbracht und Musik-Videos geschaut (es liefen immer die Classics) oder irgend etwas gespielt. Und Moni konnte die Räumlichkeiten auch super nutzen um Schule zu machen, wenn es draußen geregnet hat, oder kalt war. Apropos kalt – hier laufen die Kinder und Erwachsenen selbst bei nur noch 15 Grad mit Regen barfuß und in kurzen Hosen rum – da kennen die nix. Und wenn man gerade ankommt und es regnet bei besagten 15 Grad, das Zelt aufgebaut werden muss, dann wird der kleine 2-jährige Windelträger einfach ausgesetzt auf dem Rasen, kann sich einsauen, während die Eltern mit Hilfe der Angestellten das Zelt aufbauen… Bei uns hätten alle einen Herzinfarkt bekommen, wenn man das machen würde und hätte wahrscheinlich das Jugendamt eine Woche später vor der Tür stehen wegen Verletzung der elterlichen Sorgfaltspflicht. Geht also auch anders, mit ein bisschen mehr Entspannung Zwinkerndes Smiley

Nachdem wir dann hier knapp 2 sehr entspannte Wochen verbracht haben sind wir dann über die Zwischenstation Damm (siehe oben) und Betlehem – ja, so heißt hier wirklich eine Stadt, zu unserem aktuellen “zu Hause” gefahren. Denn – in Betlehem ist ein Shopping-Center mit einem ToysRus. Denn wir hatten bei einem anderen Kind auf dem Campingplatz ein total cooles ferngesteuertes Auto gesehen, was wir Silas schenken wollten, und es kostete nur 399 Rand (ca. 26€). Das, was wir schon gekauft hatten, haben wir an eine angestellte verschenkt vom Resort, die einen 6-jährigen Sohn hat aber  bis dahin noch kein Geschenk für ihn hatte.In Betlehem haben wir uns dann auch noch einen kleinen Weihnachtsbaum zugelegt incl. notwendigem Schmuck und sonst noch so einiges an Dingen, die wir mal neu brauchten. Für die Kinder ein paar Klamotten, da die alten nach einem halben Jahr schon ganz schon zerschlissen waren (mit 2 T-Shirts und 2 Hosen kommt man nicht so weit). Auch ein neuer Badeanzug für Lenja musste her, da sie einfach nicht aufhören will zu wachsen…

Nachdem wir also nun Little vollgepackt hatten mit den Weihnachtseinkäufen und unserem Weihnachtsbaum, eine Nacht in einem schönen B&B in Betlehem übernachtet, sind wir dann in unsere Weihnachts- und Neujahresunterkunft aufgebrochen – vom 22.12. bis zum 03.01. können wir uns noch mal in 4 festen Wänden, mit einen kleinen Holzofen, einer Badewanne und einer Dusche, 2 Schlafzimmern und einem Wohn- Koch- & Essbereich erholen. Und das machen wir auch gaaaaaanz dolle. Nach der Ankunft haben wir erstmal den Baum aufgebaut und dann am 24.12. abends nach einem Spaziergang über die Wiesen der Farm die Geschenke darunter “versteckt” Smiley Die Kinder hatten dem Christkind einen schönen Leckerteller mit Apfel, Rusk und anderen Leckereien hingestellt, und das Christkind hat auch tatsächlich vieles aufgefuttert… Eigentlich hatten wir geplant hier in die Kirche zu gehen, aber es gab leider keine Weihnachtsmesse so wie man das von uns kennt. Es gab nur eine morgens um 8 Uhr und das war uns dann aber zu viel Stress, da wir auch noch gut 40 Minuten Anfahrt gehabt hätten. Denn im südlichen Afrika wird Weihnachten wie in den USA gefeiert – am ersten Weihnachtstag. Und da wir aber Heilig Abend feiern wollten, haben wir eben einen Weihnachtsspaziergang gemacht.

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Und so haben wir dann abends um 6 Uhr bei 25Grad und strahlendem Sonnenschein Bescherung gehabt Smiley Naja – die Kinder hat es nicht gestört.

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Und nachdem sie dann endlich auch die so lange ersehnten neuen Anziehsachten bekommen haben wurden die alten direkt entsprechend “umgenutzt” Lenja hat ihre alten Klamotten kleingeschnitten, sich aus dem rosa Shirt was sie auf dem oberen Bild noch trägt ein rundes Kissen genäht, und das dann mit den Klamottenschnipseln gefüllt. Jetzt hat sie ein neues Kuschelkissen mit einer kleinen Katze drauf… Und Silas hat sich mit seinen alten Klamotten verkleidet nachdem er sie ein wenig “umgeschneidert” hat. Zeitweise sah er aus wie Freddy Mercury – ungelogen (das Bild zeigen wir hier nicht). Wir haben in der Ecke gelegen vor lauter Lachen. Der kann es einfach nicht sein lassen und muss immer Quatsch machen.

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Und seit dem ersten Weihnachtstag herrscht hier für uns alle die Totale Ruhe. Kein Fernsehen, Internet nur auf unserem “Blog-Rock”, und Natur pur… Ich habe schon 2 Bücher gelesen in der Zeit und Moni wohl noch mehr. Die Kinder spielen den ganzen Tag, mit dem Strauß, alleine oder zu zweit. Silas fährt mit dem seinem neuen Auto rum, Lenja malt und bastelt, wir sitzen auf der Terrasse und haben nichts außer uns selber für uns selber. Hier der Blick von unserer Terrasse auf das Farmland:

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Und hier unser kleines Häuschen, wie schön es “eingebettet” in die Landschaft liegt.

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Das ist jetzt Urlaub… Was wir aber besonders jetzt in den 4 Wänden zur Weihnachtszeit merken – wir vermissen schon so einiges von daheim. Die Familie, die Freunde, das ganze drumherum was es so bei uns gibt wie Nikolausfahrt, Feiern mit Familie und Freunden, die Jahreszeiten, die wir hier garnicht so richtig haben, die Weihnachtsmärte,… das ist schon toll und wir freuen uns auch wieder auf diesen Teil unseres Lebens. Trotzdem wollen wir das was wir aktuell machen nicht missen und freuen uns dass wir noch 6 Monate haben in denen wir weiter das südliche Afrika bereisen können. Der Urlaub den wir gerade machen macht uns wieder Lust, weiter zu reisen hat uns aber auch vor Augen geführt, dass wir schon ein verdammt tolles Leben daheim haben, was wir nicht aufgeben wollten. Jetzt brechen wir gleich auf und besuchen ein paar Löwenbabys. Der Farmbesitzer hat einen Freund der Löwen züchtet und den dürfen wir gleich besuchen – das hat er für uns organisiert. Und sie haben gerade Nachwuchs bekommen und können die Kleinen einmal auf die Hand nehmen und füttern. Wir sind super gespannt, wie das wohl werden wird und freuen uns total. Aber davon gibt es dann bestimmt was im nächsten Eintrag zu berichten, wenn wir nicht von der Löwen-Mutter aufgefressen worden sind Smiley

Bevor ich das vergesse (wie so oft noch mal). Wir möchten uns bei der Firma Ritterbecks noch mal bedanken für den tollen Artikel den sie mit uns gemeinsam im 3Länder- Courier verfasst hat. Nicht nur dass Herr Ritterbecks und sein Team uns immer mit Rat und Tat auf der Technik-Seite zur Verfügung stellen, auch persönlich macht es immer wieder Freude, mit dem Team Ritterbecks gemeinsam etwas neues und spannendes anzugehen. Jetzt sind wir ein bisschen berühmt (wie unsere Kinder dazu gesagt haben), wenn auch nur “bei uns inne Ecke”.

Drei-Länder-Kurier Dezember 2017

Und wie weit die “Ecke” so gehen kann. Der liebe Alex, auch so ein Afrika-versessener Langzeitreisender mit seiner lieben Hemme waren gerade in Namibia in Swakopmund unterwegs und findet doch glatt die aktuelle Ausgabe des “Allradler” in einem Laden mit uns als Titelgeschichte. Volker, der Herausgeber der Zeitschrift (übrigens Europas beliebteste und beste Allrad-Zeitschrift wenn es um Technik und Reisen geht) ist ein guter Freund von uns und hat ein bisschen was über unseren Little und unsere (damals noch geplante) Reise berichtet. Da sieht man doch wie klein die Welt ist – selbst in Namibia sind die guten Deutschen Zeitschriften zu erhalten.

ciaotirol_resized

Also bis dahin viele Grüße aus dem südlichen Afrika – wir4

PS: Wie immer mal wieder zwischendurch – Rechtschreib- und Syntaxfehler bitte verzeihen – ich schreibe zum Spaß für Familie und Freunde und nicht professionell. Wir stecken die Zeit lieber in gemeinsame Erlebnisse anstatt in Zeit am Computer-(Ding) 😉

Abschluss Botswana und Beginn Südafrika

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Die letzten Tage in Botswana…

So, Thomas saß also nun im Wagen und wollte aufbrechen nach Maun – der “Stadt” von der es nun wieder nach Hause gehen sollte. Morgens noch ausgiebig gefrühstückt, alles zusammengepackt, verabschiedet und ab in den Wagen. Zündschlüssel rein, Motor starten… Motor starten… MOTOR STARTEN… nix. Wir haben gedacht wir werden irre. Der LandCruiser wollte einfach nicht anspringen (das Auto war keine 3 Jahre alt). Die Batterie war platt und wir konnten also die Starkabel rauskramen und ich musste mit Little Starthilfe geben. Das war ja klar – auch der zweite Wagen (nachdem zwischendurch auch mal die Sperre hier nicht reinging) war extrem schlecht gewartet und technisch nicht in Ordnung. Mal wieder haben wir mit dem Vermieter telefoniert und der wollte dann sicherstellen, dass am Abreisetag jemand vor Ort ist an der Lodge bei der Thomas übernachtet, um Starthilfe geben zu können, damit er auf jeden Fall seinen Flug bekommt. Der Kerl ist natürlich nicht gekommen – war ja klar. Ach ja – die Vermieterfirma ist übrigens BUSHLORE. Sie haben wohl eigentlich einen guten Ruf, nur in Botswana können sie offensichtlich nicht die Qualität halten, da es damit wohl (wie wir auch an vielen anderen Stellen schon gemerkt haben) merklich nicht wirklich ernst genommen wird. Instandhaltung scheint dort ein völliges Fremdwort für die meisten Menschen zu sein.

Nachdem Thomas dann wohlbehalten im Wagen (mit laufendem Motor Smiley) saß sind wir dann losgetingelt und haben uns an der Kreuzung an der wir uns getrennt haben (Thomas links und wir rechts rum) noch mal gewunken (Lenja und Silas mit Tränen in den Augen) und sind dann weiter zurück nach Orapa gefahren, der Minenstadt die nur über ein Permit betreten werden darf. Abends haben wir dann mit Thomas gesprochen und er hat uns noch von einem Schlimmen Unfall erzählt bei der Lodge bei der er übernachtet hat. Ein zehnjähriger Junge wurde beim Fischen von einem Krokodil gepackt und in den Fluß gezogen. Er hat wohl zu nah am Wasser gestanden und konnte somit gepackt werden. Man konnte ihn nur noch tot bergen… So sind die Gefahren unterschiedlich in den Ländern – bei uns wird man vom Auto überfahren oder stirb bei einem der immer öfter stattfindenden Terroranschläge – im südlichen Afrika kann man von einem Raubtier gefressen werden, wenn man nicht vorsichtig ist – das passiert allerdings statistisch seltener als bei uns von einem Auto überfahren zu werden. Somit sind die oft aus der Ferne so gefürchteten Gefahren in Afrika (Raubtiere, Schlangen, Spinne,…) in der Realität wesentlich ungefährlicher als die Gefahren bei uns dabeim, mit denen wir jeden Tag konfrontiert sind. Und wenn es einen doch erwischt, dann hat man entweder selber einen Fehler gemacht, oder hat einfach großes großes Pech gehabt.

Also – wieder zurück zu Orapa – das wir noch mal besuchen wollten wegen des tollen Game-Parks. Um es direkt vorweg zu nehmen – wir sind dann 4 Tage in Orapa geblieben und noch 3 mal in den Park gefahren, weil es einfach so toll war. Ich glaube dass ich es schon erwähnt hatte – wir haben den Orapa Game Park “Little Serengeti” genannt, weil wir dort Erlebnisse hatten, wie man sie aus Serengeti-Filmen kennt… Um euch hierzu einmal einen kurzen Eindruck zu vermitteln, hier einmal zwei kleine Videos, einmal ein Rundumblick über die Steppe, und einmal ein Erlebnis mit eine Gruppe von Nashörnern. Manche werden vielleicht sagen – boah – der 4. Film über Nashörner oder eine Rundumsicht. Aber wir können einfach nicht genug bekommen von der ganzen Natur, der Ursprünglichkeit und den vielen Tieren. Und jedes Mal wenn wir die Chance haben wieder sowas zu erleben, nutzen wir sie auch. Und immer kommen wir aus dem Staunen nicht raus und sind zu tiefst bewegt – unbeschreiblich beschreibt es immer wieder am treffendsten. Man kann das Gefühl in solchen Situationen einfach nicht beschreiben. Und wie vielleicht jemand süchtig wird nach dem ersten Fallschirmsprung – so sind wir süchtig nach Erlebnissen in der Natur – und der Einfachheit die hier herrscht und mit der man sein Leben bestreiten kann. Aber – wir sind ja nicht alleine – wir treffen immer wieder Menschen die gleich oder ähnlich ticken. Zu denen zählt nun auch Thomas – er kommt uns im April wieder für einen Monat besuchen (Flug, Auto,… alles in trockenen Tüchern). Wir begeben uns dann in das Kaoko-Veld in Namibia auf der Suche nach den weltweit letzten freilebenden Wüstenelefanten und Löwen. Letztes Mal hatten wir nicht genug Zeit dazu (man sollte schon ~2 Wochen planen wenn man es wirklich richtig erleben will) – jetzt haben wir sie. Und wenn man so die Vorhersagen von lokalen Rangern oder auch Naturschutzorganisationen hört, dann wird dieses nur noch weniger als 10 Jahre überhaupt möglich sein. Bis dahin werden wohl annähernd alle freilebenden Tiere im südlichen Afrika ausgestorben sein und man kann sie nur noch hinter meterhöhen Zäunen bewundern – wenn überhaupt . So, nun aber zu den Videos:

Und zu den Nashörnern:

Der Platz auf dem wir gewesen sind in der Nähe von Orapa war wirklich klasse. Dort hatten die Kinder sogar die Möglichkeit zu angeln in den angelegten Teichen und haben über die Tage hinweg sicherlich 20 Fische gefangen. Die haben wir natürlich nicht gegessen, sondern wieder frei gelassen. Was war auf jeden Fall ein riesen Spaß.

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Ach ja, noch ein paar Bilder aus dem Game-Park zu den Tieren dort…

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Mit sowas fahren die übrigens hier in Orapa rum und gehen einkaufen Zwinkerndes Smiley

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Natürlich nicht, das sind die Muldenkipper mit denen sie den Abraum der Diamantmine wegschaffen.

Moni hat dann in den 4 Tagen in Orapa direkt einen Adventskalender für die Kinder gebastelt – es stand ja der 1. Dezember vor der Tür. War garnicht so einfach etwas für 2 Kinder zu basteln das dann auch noch in die Kabine passte…

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Jeder hatte sein “Schnürchen” an dem jeweils die Päckchen mit dem Lecker hingen Smiley Und neben den Lecker gab es dann auch noch anderes Interssantes in unserem Camp, das Moni per Zufall morgens nach dem Zähneputzen im Strauch nebenan entdeckt hatte…

Vielleicht hört ihr mal genau hin, was eine Stimme i Hintergrund erzählt “I don`t like this movement”… Das war ein einheimischer Arbeiter der Lodge, dem das Chamäleon mehr als suspekt war und der immer die Bewegungen des Tierchens nachgemacht hat… Das war eine Show für sich. Auf der einen Seite das Chamäleon und auf der anderen Seite der nette Kollege der sich genau so bewegt hatte wie das Tierchen und uns immer wieder zu verstehen gab dass es es überhaupt nicht mag. Das ist generell so ein Ding – unserer Erfahrung nach sind den meisten farbigen einheimischen ihre eigenen Tiere extrem suspekt. Viele werden mit irgendwelchen Mythen und magischen Kräften in Verbindung gebracht – und auch heute noch so behandelt bzw. gesehen… echt spannend. Die können das garnicht verstehen, dass wir als Touristen das alles so toll finden und uns deswegen auf die weite Reise begeben. Der Kollege war total verwundert als wir ihm erzählt haben, dass es all die Tiere (groß und klein) bei uns garnicht gibt. Das konnte er garnicht glauben – ungelogen.

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Und prompt hat der Muckel wieder was gefangen was die Farbe immer wechselt… Nicht nur Chamäleons können das…

Wir haben uns dann auf den Weg nach Südafrika gemacht in der Hoffnung, dass wir mindestens 2 Monate Visum erhalten um SA ausgiebig bereisen zu können. Besonders am letzten Tag vor dem Grenzübertritt stieg die Spannung dann ins annähernd unermessliche, wegen dieser “offiziell” echt blöden 90-Tage-Regel und der notwendigen Einreise vom “Country of origin” um ein neues Visum zu erhalten (was übrigens keiner verstehen kann – weder die Touristen noch die Südafrikaner selber, mit denen wir gesprochen hatten). So, über eine kurze Zwischenstation über Moremi Gorge die uns überhaupt nicht gefallen hat (super teuer, laut in der Nacht und Wanderung in einer popels-Schlucht nur mit Guide) sind wir zur Grenze Matins-Drift nach SA. Ausreise aus Botswana klappte ganz gut (außer dass das Botswanische Pass-Lese-Gerät keine deutschen Kinderpässe kannte und die Einwanderungs-Dame sehr suspekt begutachtet hat deswegen). Also – schweißgebadet an die Grenze aus SA-Seite und in die Schlange gestellt. Da wir Sonntag hatten war nicht wirklich viel los. Wir hatten nur eine kleine Gruppe von Schwarz-Afrikanern vor uns die mit dem Grenzbeamten am Scherzen waren – und er hat tatsächlich mit ihnen gescherzt und gelacht. Das ist echt eine Seltenheit – normalerweise sitzen sie da immer mit sehr strengem Gesicht. Das lies uns hoffen auf die Chance dass wir auch mit ihm scherzen könnten im einen netten Eindruck zu erzeugen. Gedacht – gemacht”". Wir waren an der Reihe und haben mit ein bisschen Smalltalk begonnen als er fragte wie lange wir denn rein wollten… Natürlich haben wir 3 Monate gesagt weil SA so wunderschön und groß ist, die Menschen so nett und die Natur so beeindruckend (stimmt ja ach alles). Er wollte uns dann 2 Monate anbieten und wir haben dann gefragt wie wir das denn alles schaffen sollen ins 2 Monaten… Wir haben dann um 2 1/2 Monate gebeten (als Einigung in der Mitte Smiley) und er hat uns dann 3 Monate in den Pass geschrieben Smiley Yippie – Pässe schnell eingepackt, freundlich bedankt mit einem breiten Grinsen – und – wir waren DRINNE!!!

Die ganzen Sorgen, die Angst, nicht wieder rein zu können, die ganzen Alternativpläne die wir im Kopf gemacht hatten – alles nicht notwendig gewesen. Naja, wir hatten auch von anderen Ergebnissen des erneuten Einreiseversuchs gehört, abgespeist mit den 7 Tagen Transitvisum… Aber wir hatten Glück und einen super freundlichen lustigen Grenzbeamten mit dem wir scherzen konnten – und haben wieder 3 Monate bekommen – DANKE – SA ist klasse!

So, nachdem wir nun drinne waren haben wir uns aufgemacht zur nächsten Übernachtungs- und Feiermöglichkeit (für unsere erneute Einreise). Gelandet sind wir nach 2 Stunden Suchen in Lephalale auf einem kleinen Resort, das total leer war. War garnicht so einfach da was zu finden. Wir haben dann nach Camping gefragt und sollten 500 RAND pro Nacht bezahlen. Per Zufall hatte ich dann die Preisliste gesehen und ein Leopard-Cottage entdeckt, das für 600 Rand/Nacht zu haben war. Das haben wir dann glatt genommen und hatten für 100 Rand/Nacht mehr sogar eine feste Unterkunft. Zur Feier des Tages (Einreise für 3 Monate) haben wir uns das dann “gegönnt”. War zwar total alt und halb am auseinerderfallen – hatte aber eine schöne Terrasse, eine kleine Küche und einen Fernseher (den ersten seit 5 Monaten den wir zu Gesicht bekamen Smiley) Abends haben wir dann köstliches Essen für 250 Rand bestellt (ca. 15€) für 4 Personen und die Wiedereinreise zünftig gefeiert. Wir haben dann in Summe noch 2 Tage verlängert und richtig ausgespannt. Da das Resort bis vor kurzem komplett von 400 Indonesiern bevölkert war die in der Nähe eine PowerStation gebaut haben gab es dort auch jede Menge Wohncontainer, die gerade abgebaut wurden. Silas hat es sich natürlich nicht nehmen lassen mitzuhelfen jeden Tag und durfte auch mit dem Traktor fahren und mitfahren Smiley Er hatte einen Riesenspaß und die Arbeiter haben Silas nach 2 Tagen schon als “My friend” bezeichnet… Sprache ist eigentlich nie eine Barriere – und freundliches Verhalten und viel Lachen bring einen immer ans Ziel…

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Bisher wurden wir uns unsere Kinder immer mit offenen Armen empfangen. Das ist das Schöne hier unten in Afrika – Kontakte zu knüpfen ist so einfach, wenn man nur freundlich und offen ist und ohne jeglichen Vorbehalt auf die anderen Menschen zugeht. Natürlich bildet man sich über Wochen oder Monate eine Meinung, das ist unweigerlich so, aber man sollte eben unvoreingenommen auf die Länder und Menschen zugehen – dann ist es viel schöner und man (oder wir) erlebt viel mehr und viel ehrlicher und realistischer. Wir hoffen, dieses unseren Kindern durch diese Reise mitgeben zu können. Raus aus der Blase, rein in die wirkliche Welt, ohne Vorbehalte, feste Meinungen und nicht selbst erlebte “Wahrheiten” oder “Realitäten”. Denn das stellen wir so oft fest – viele der bei uns vermittelten “Realitäten” über Afrika sind oft absolut falsch und töricht – können wir nicht anders sagen. Die Welt ist so spannend und so schön… Oft wünschen wir uns dass, gerade unsere “herrschende Klasse” einmal selber die wirkliche “Wirklichkeit”  erleben. Dann würde es viel weniger Konflikte auf der Erde geben… Aber das sind Gedanken die wir uns immer wieder machen – sicherlich vergeblich… Denn dass das mal passiert ist wohl wesentlich unwahrscheinlicher als dass einer aus unserer Familie von einem Krokodil gefressen wird… Naja, gehört hier nicht ins Blog, ist aber manchmal frustrierend – wir haben halt nur eine Welt und die unseren Kindern “zerstört” zu hinterlassen wäre echt ein Drama.

So, von dem kleinen Resort aus weiter auf eine Farm, auf der man auch Campen kann. Auch hier wieder nach einer netten Unterhaltung mit den “Verwaltern” der Farm und ein paar Geschichten die wir ausgetauscht haben waren unsere Kinder direkt “drin”. Am nächsten Morgen kam die Verwalterin und hat unsere beiden abgeholt die Strauße zu füttern und das Warzenschwein zu besuchen… Natürlich mit dem Farm-Eigenen Quad… Die Wege sind einfach zu lang weil alles so groß und weitläufig ist im Vergleich zu uns in Europa. Und ja – natürlich vertrauen wir unsere Kinder direkt immer den “Lokalen” an. Wie sollte es sonst funktionieren? Wir können doch unsere Kinder nicht immer im Auge halten. Und alle Menschen die wir bisher getroffen haben waren extrem nett, hilfsbereit und super offen und ehrlich. Die Angst das jemand einem was negatives oder gar böses will legt man hier ganz schnell ab. Man könnte meinen, dass die meisten Menschen hier noch über ihr natürliches “Urvertrauen” verfügen – was wir in unserer Gesellschaft leider schon lange verloren haben.

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Das Warzenschwein hat Silas dann glatt mit seinen Hauern Malträtiert und er hat ein paar kleine Blessuren davongetragen. In der Zwischenzeit ist aber alles wieder verheilt und die kleine Attacke vergessen. Im Moment legt es sich gerade wieder mal mit unserem Strauß an in unserer aktuellen Unterkunft in den Bergen – der Knilch ist echt unglaublich und mit einem Selbstbewusstsein ausgestattet, das einem manchmal unheimlich ist. Geht auf alles und jeden einfach zu und versucht das Beste draus zu machen – hoffentlich behalten sich unsere Kinder das bei…

So, jetzt mache ich für heute Schluß. Die Spaghetti Bolognese sind fertig und duften herrlich. Ein Gewitter zieht über die Berge und wir schmeißen gleich mal den Holzofen unserer kleinen Weihnachtsunterkunft (wunderschöne Berghütten in den Bergen zu Lesotho) an. Ach ja – es gibt kein Fernsehen, keine Straßen rundherum, aber Internet auf unserem Blog-Rock Smiley. Gut, dass unser Handy eine Hotspot-Funktion hat und wir unseren Laptop damit verbinden können. Vielleicht mach ich morgen oder übermorgen weiter… Denn es gibt noch vieles zu erzählen über Raubvögel, Reptilien, Angeln, Reiten, Lesotho, viel viel Ruhe,…

Bis zum nächsten Eintrag – wir4

Thomas & Botswana – Teil 2/2

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Es regnet wieder heute Morgen, und so komme ich dazu etwas zu schreiben, während Moni die Kinder unterrichtet. Dazu haben wir uns in das Kaminzimmer des Camping-Resorts (ist etwas größer) verzogen. Silas macht ein Lauf-Diktat und hüpft von einer Ecke des Kamin-Zimmers in die andere, wie ein kleiner Affe und Lenja sitzt am Fenster, schaut auf den See und rechnet “nebenbei” ein bisschen… So lässt sich Schule ertragen. Der Papa sitzt im Sofa und schreib am Blog Smiley

Unsere nächste Station war also Maun. Als wir ankommen sind wir erst mal mit Thomas zu Hillary’s Mittag essen gegangen. Dieses kleine Lokal kannten wir noch von unserem letzten Besuch. Es liegt direkt am Flugplatz von Maun und oft kehren hier die Piloten der Delta-Flights zu Mittag ein. Hillary kocht noch jeden Tag frisch selber und es schmeckt wie daheim in Mutters Küche. Auch Thomas ist begeistert vom Essen und wir machen uns danach auf herauszufinden, was uns ein Delta-Flight kosten würde. Da wir nicht vorhaben über eine Lodge oder einen typischen Safari-Anbieter zu buchen (die Preise liegen hier durchgängig bei ca. 150US$/Person) gehen wir direkt zu den eigentlichen Veranstaltern, die sich ebenfalls direkt am Flughafen befinden. Hier machen wir für 2 Tage später einen Flug für 5 Personen zu 300€ fest und haben mit 5 Personen einen schönen 6-Sitzer und 2 Piloten. Kann ja mal sein, dass der eine beim Fliegen einschläft – so haben wir noch immer ein Backup Zwinkerndes Smiley

Eigentlich wird zur Unterkunft in Maun in jedem Reiseführer immer das Sedia Riverside Hotel mit angeschlossenem Campingplatz empfohlen. Dort waren wir auch bei unserer letzten Reise. Jedoch liegt der Platz sehr offen ohne einen schönen Ausblick und die Anlage an sich ist auch nicht sonderlich attraktiv. Daher haben wir uns entschieden mal was anderes zu probieren und fahren zur Island Safari Lodge und sind extrem positiv überrascht. Eine wunderschöne Lage zu einem Schnäppchen-Preis (die Kinder zahlen nicht mal was). Die Anlage ist extrem gepflegt und der Campingplatz liegt direkt nach hinten raus an einem Fluss. Die Lodge hat extra zwei Pools, einen Riesen-Pool für den Campingplatz und einen etwas kleineren für den Lodge-Bereich. Von daher – klare Empfehlung. Viel schöner als das Sedia-Hotel und absolut ruhig gelegen. Einziger Wermutstropfen ist, dass manchmal nachts ein irre gewordener Esel rumbrüllt oder ein Pferd mit Glocke (hier tragen oft auch die Pferde Kuhglocken) und wachbimmelt. Wir haben es dann “Glöckchen” getauft… Von unserem Stützpunkt auf dem wir uns dann für 4 Nächte eingerichtet haben sind wir dann auch zum Delta-Flug gestartet. Das war wieder ein Erlebnis, genau wie beim letzten Mal. Der Flug war ein bisschen rumpelig, da eine kleine Maschine und Lenja hat tapfer mit sich gekämpft (manchmal mit Tränchen in den Augen wenn der Pilot sich wieder 90Grad in die Kurve gelegt hat) und auch ein paar schöne Fotos geschossen. Silas ist mitten im Flug eingeschlafen – der Kerl schläft überall und in jeder Position, wenn ein Motor brummt – echt unglaublich. Maschinen scheinen etwas beruhigendes auf ihn auszustrahlen und ich habe große Hoffnung, dass er mal was technisches studiert, wie der Papa Smiley Aus dem Flugzeug konnten wir eine große Büffelherde ausmachen, jede Menge Elefanten und ein paar Nashörner, neben jede Menge anderem “Gazellenwild”.

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Am meisten beeindruckt aber das Delta an sich. Eine riesengroße unendliche Land- und Wasserlandschaft und man kann erahnen, was für ein Paradies das für die Tiere ist. Über den Landweg vollkommen unerreichbar. Auch die wenigen Lodgen die sich im Delta befinden und zu preisen ab 1000US$/Person/Nacht zu buchen sind können nur über den Luftweg erreicht werden. Hier mal ein kurzes Video, wie es für uns in dem kleinen Flieger so war und wie sehr das da oben rappelt…

Die Stunde in der Luft war ein tolles Erlebnis und wir empfehlen jedem der das Budget aufbringen kann und mit dem Rappeln und den Kurven in der Luft klarkommt, einen solchen Flug zu machen. Wir hatten auf der Campsite auch welche getroffen für die war das ganze nicht so lustig. Bei denen hat sich einer übergeben müssen, weil er mit den Kurven und dem Auf- und Ab nicht klargekommen ist. Aber naja, wenn man es nicht mal gemacht hat weiß man auch nicht wie es ist Zwinkerndes Smiley

So, nach Maun hatten wir jetzt noch gut 10 Tage Zeit und haben mit Thomas überlegt, was wir noch so machen könnten. Dabei standen 3 Primärziele zur Diskussion – die großen Salzpfannen, welche übrigens zusammengenommen die größten der Erde sind und einen Fläche von Belgien haben. Dann noch die Zentral-Kalahari und als letzte Station, 130km vor Maun auf Thomas Rückweg von wo er wieder nach Hause geflogen ist, ein kleiner Nationalpark mit der Übernachtung in Tianns Camp. Nach einigen Überlegungen hat Thomas sich dann dafür entschieden 2 der Punkte anzufahren mit uns – die Pfannen und der kleine Park. Also los – als erstes in die Pfannen und über das Adventure-Camp nach Kubu-Island – einer sehr schönen Insel in den Pfannen mit hunderten von Baobab Bäumen. Als Zwischenstation vor den Pfannen haben wir noch 2 Tage im Planet-Baobab verbracht in dem wer ein super nettes Pärchen (er aus der Schweiz, sie aus Deutschland) kennengelernt haben. Uschi und Andreas haben nach SA verschifft, wie wir, wollten aber hochfahren mit ihrem Wagen. Und da sie den gleichen Weg vorhatten wie wir durch die Pfannen haben wir uns kurzerhand entschlossen gemeinsam aufzubrechen. Da wir schon mal durch die Pfannen gefahren sind bei unserer letzten Reise und der Einstieg immer etwas schwierig ist dachten wir dass wir das diesmal besser hinbekommen – tja – dachten wir. Mit nun 3 GPS Systemen, 3 Wagen und unterschiedlichen Karten ausgerüstet haben wir uns auf den Weg gemacht. Als wir dann mitten im “Einstiegsdorf” standen mit unseren Wagen mussten wir umdrehen, weil wir auf einmal direkt vor eine Hütte standen wo es nicht weiter ging. Nach eine Nachfrage bei einem der Einheimischen aus dem Dorf (ich will nicht wissen wie viele sie davon pro Woche bekommen) haben wir dann einen anderen Weg eingeschlagen. Und so ging es dann weiter – immer wieder haben Uschi und ich unsere GPS System und Routenempfehlungen abgeglichen und uns dann irgendwann entschieden es aufzugeben und einfach in die richtige Himmelsrichtung zu fahren nachdem dann Thomas irgendwann mal Lolli-lutschend aus seinem Auto meinte – wenn wir weiter so oft zurückfahren und umdrehen um eine andere Strecke zu probieren müsste er bald tanken Smiley Ach ja – das sind übrigens Andreas, Uschi und wir vor ihrem Auto…

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Wie wir dann bei der weiteren Fahrt Richtung Pfannen festgestellt haben, führen alle Wege nach Rom (zu den Pfannen). Es gibt nur gefühlte 231 unterschiedliche Möglichkeiten dort hinzukommen. Aber wenn man sich nicht von den Gabelungen alle 100m verwirren lässt, kommt man letztendlich immer wieder auf dem einen großen Weg aus, der einen zielsicher in die Pfannen führt – auch wenn man zwischendurch mal einen neuen Weg suchen muss, weil irgendwer mal wieder einen Zaun mitten über den Weg gebaut hat. Aber das ist eben Afrika. Wir waren auf jeden Fall eine schöne kleine Reise-Karawane.

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Von Uschi haben wir dann den Tipp bekommen, dass man in den Pfannen super Perspektiven-Fotos machen kann und wir haben es direkt mal ausprobiert. Die Kinder fanden das zwar nicht so lustig bei 37 Grad rumzuhantieren bis man es hinbekommt – aber es sieht echt cool aus – da mussten sie jetzt einfach mal durch:

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Insgesamt war die Landschaft superschön und wir haben die absolute Ruhe genossen, die diese Weite und Einsamkeit mit sich bringt. Denn viele Menschen und viele Tiere leben nicht auf dieser riesengroßen Fläche die bis auf ein paar Bauminseln nur aus Gras- und Salzlandschaft besteht (das man übrigens direkt vom Boden essen kann), wie Lenja hier eindrucksvoll belegt.

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Lenja und Silas haben sich beide in den Pfannen einen kleinen Salzvorrat zugelegt, der wahrscheinlich schon seit tausenden von Jahren dort liegt, und jetzt ein wenig geschrumpft ist Smiley

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Neben dem ganzen Salz gibt es dort auch noch etwas anders in gigantischen Mengen – und das ist Staub. Je nachdem wo man gerade fährt ist der Boden von einer 5-10cm dicken Staubschicht bedeckt die so fein ist, wie das feinste Mehl was man sich nur vorstellen kann. Und wenn man da dann mit 60-70 km/h durchfährt, zieht das eine schöne Staubfahne nach sich, wie bei Thomas schön zu erkennen ist.

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Aber je nachdem von wo der Wind kommt, kann es einen selber auch ganz schön einstauben. Wir haben das mal von innen gefilmt. Nach den Pfannen habe ich Little mal saubergemacht und den Luftfilter ausgeklopft. Ein wunder dass der noch gefahren ist bei dem, was ich da alles rausgeholt habe.

Ich habe auch mal direkt an der Stoßstange eine Halterung für unsere kleine Action-Cam angebracht und die Fahrt von hier aus aufgenommen. Das sieht auch ziemlich cool aus…

Angekommen auf Kubu-Island haben wir dort eine Nacht verbracht und Moni ist am Abend losgezogen, um das weiche Licht und das atemberaubende Panorama für ein paar Fotos zu nutzen…

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Silas und Lenja auf dem Weg in die unendliche Weite…

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Und um euch mal einen kleinen Eindruck von dieser unendlichen Weite zu geben haben wir ein Panoramafoto von einer Aussichtsplattform am Beginn der Pfannen gemacht. Die Weite und Stille sind einfach extrem beeindruckend. Wie bereits gesagt – auf einer Größe von Belgien (die aneinander grenzenden Pfannen zusammengenommen) einfach gaaanz viel von Nichts!

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Nachdem wir nun insgesamt 2 Tage dort verbracht haben sind wir weiter in Richtung “kleiner Nationalpark” kurz vor Maun, von wo aus Thomas ja heimwärts musste. Dabei haben wir Zwischenstation bei der Tuuthebe Lodge in der Nähe von Orapa gemacht – eigentlich nur auf der Durchfahrt für einen Tag. An der Rezeption haben wir dann gesehen auf einem echt kleinen Zettelchen dass die Lodge dabei helfen kann ein Permit für Orapa zu bekommen und dass es dort einen Game-Park gibt. Das Ganze sollte 10 Pula (ca. 90 €-Cent) pro Erwachsenem kosten. Naja – haben wir uns gedacht und darum gebeten dass sie uns ein Permit dafür organisieren. Der Parkeintritt selber ist kostenlos. Für Orapa brauch man ein Permit (spezielle Zutrittsgenehmigung), weil die Stadt und das umliegende Gebiet die größte Diamantmiene der Welt beherbergt und man die Stadt so nicht betreten darf. Ein Riesiges Areal von ca. 30x30km ist komplett abgeschottet von der Aussenwelt und man muss durch spezielle Eintrittstore um in die Stadt zu kommen.

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Ok – also Permit beantragt für den nächsten Tag und ab zur Stadt am Morgen. Dort noch mal ein bisschen (1 Stunde) warten (hat natürlich nicht geklappt und es musste noch mal adhoc geregelt werden) und rein in die Stadt. Boahhh – die Stadt selber total aufgeräumt, super sauber, total strukturiert und super schön. Ein bisschen eingekauft zum Futtern im Park und ab in den Park. Und nochmal – wow – super hammer oberklasse Park. Super zu befahren, jede Menge Picknick-Sites, landschaftlich klasse und Tiere ohne Ende – und das für nikkes. Direkt nach der dritten Ecke kommen wir an einem Auswilderungsgehege an (wir haben erst gedacht das wäre eine Picknick-Site) und Moni sieht im Augenwinkel 2 Nashörner (Mutter mit Kind) und meint noch so – “schau mal, die stellen hier sogar lebensechte Tierattrappen aus – sieht total cool aus wie echt – oder sind die echt?”. Die 2 Nashörner haben sich für 30 Sekunden nicht bewegt und wir mussten alle 2 mal hinschauen um zu merken, dass sie wirklich echt waren – wir konnten es nicht glauben.

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So wie auf dem Foto haben die uns bestimmt 2 Minuten angeschaut und sich dabei kein bisschen bewegt. Wir konnten unser Glück nicht fassen – 15 Minuten im Park und dann sowas. Das ging dann aber so weiter. Der Park ist einfach ein Traum und hat uns so gut gefallen dass wir nach Thomas Abreise dann auch noch mal extra deswegen nach Orapa gefahren sind und hier 4 Tage verbracht haben um in den Park fahren zu können (das Permit ist 30 Tage gültig). Wir haben den Park dann für uns “Little Serengeti” genannt, weil sich das Tierleben um eine zentrale, große Pfanne abspielt mit einem Wasserloch an der Seite. Es ziehen große Herden von Zebras, Gnus, Oryx und anderen Gazellen durch diese Pfanne in den Abendstunden und immer wieder sieht man auch Gruppen von 2-4 Nashörnern, oft mit Jungen durch diese Eben laufen und Staubfahnen hinter sich herziehen. Das Ganze ist ein Traum ehrlich gesagt und wenn man das mal auf das Verhältnis Preis/Leistung beschränkt das mit Abstand beste Verhältnis was wir je bei unseren Reisen hatten. Wir können jedem nur empfehlen Orapa zu besuchen – ein MUSS wenn man in Botswana und dieser Ecke ist. Und die Lodge (primär auf Business-Besucher ausgelegt) ist auch klasse und nur ca. 30km von Orapa entfernt.

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Am Wasserloch (sehr klein) sammeln sich auch tagsüber schon viele Tiere, nicht nur zur Abendstunde. Am coolsten fanden wir dabei die Vogelschwärme von mehreren tausend kleiner afrikanischer Buchfinken. Die sind wie Wellen immer wieder von den Büschen in das Wasser geflogen und dann wieder zurück auf ihre Büsche. Man konnte praktisch kein Foto machen ohne eine Horde von denen mit draufzuhaben. Und die Geräuschkulisse dazu war echt cool – ein wahnsinniges geflatter…

Im nächsten Blogeintrag haben wir noch ein paar mehr Details über den Game-Park von Orapa und ein paar coole Bilder von der Pfanne und den Tieren darin. Wir haben dort dann zweimal zu Abend gegessen weil es so traumhaft schön war… Leider kann man dort (nicht mehr) übernachten.

So, die letzte Station, Tiaans Camp und der Makgadikgadi Nationalpark. Wir hatten gelesen dass es dort sehr schön sein soll und er teilweise als “kleiner Chobe” bezeichnet wird. Naja, welche Erfahrung wir mit dem Chobe hatten wisst ihr ja Smiley Also soviel vorab – das Camp von Tiaan (der Besitzer und Gründer) ist super schön. Das mit dem Park ist so eine Sache. Erstmal wieder das liebe Geld – der Park ist vom Camp aus nur über eine Fähre zu erreichen, weil der Fluss vor dem Eingangsgate seit 9 Jahren wieder Wasser führt und der DWNP (das besagte Wildlife-Ministerium) es bisher nicht geschafft hat, eine kleine Brücke zu bauen. Jetzt müsste man aber nicht meinen dass der DWNP die kleine 1-Auto Fähre betreibt – die wird privat betrieben. Und das koste OneWay 300 Pula (knapp 30€). Also – keine Fähre – kein Park – hä? – aber wie sonst in den Park. Naja – DWNP halt… Der Park an sich ist wohl relativ groß aber man bekommt am Gate direkt gesagt dass man eigentlich die Tiere nur an einer ca. 2km langen Schleife am Fluss findet. Im Rest des Parks ist dichtes Buschwerk und ein paar ausgetrocknete Pfannen. Aha – Parkeintritt für uns 5 über 500 Pula und dazu noch mal die 300 für die Fähre (Fahrzeit ca. 1 Minute…) Wir sind dann mal durchgefahren und haben die Schleife 4 mal gemacht, klar, auch mal andersrum um die Perspektive ein bisschen zu verändern Smiley – und wir haben auch ein paar Tiere gesehen und es ist auch nicht schlecht… aber wenn wir wenn mal wieder aus Preis/Leistung zu spreche kommen – absolut kein stimmiges Verhältnis. Schon die Fähre macht es sehr teuer und ärgert einfach. Und dann selbst vom Ranger die klare Ansage dass sich nur die 2km am Fluß lohnen. Den Park hätten wir uns definitiv schenken können. Aber naja – dafür hatten wir noch ein paar sehr schöne Tage mit Thomas bei Tiaans im Camp. Das können wir absolut als Zwischenstation vor/nach Maun empfehlen. Und auch Tagesausflüge oder der Start/das Ende eines Zentral-Kalahari-Besuchs sind hier sicherlich sehr gut möglich. Die Kinder hatten auf jeden Fall Spaß und wir haben im Camp mehr erlebt als im langweiligen und teuren Park.

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Der Varan der wie eingeklemmt im Baum aussieht (wir haben erst gedacht der wäre tot) lebte übrigens und hat es sich da wohl einfach nur gemütlich gemacht. Als wir ihn anfassen wollten hat er sich schnell verdrückt und im Baum versteckt Zwinkerndes Smiley

Aber auch so hatten wir alle, und insbesondere die Kinder, ihren Spaß. Lenja macht mittlerweile nicht nur super Fotos, sie macht auch echt coole Videos, besonders von Silas. Die Beiden sind ein echt klasse Ulk-Team geworden. Silas macht immer Spökes und Lenja führt Regie und filmt gleichzeitig…

Sooooooo – das war es jetzt – bis auf – ein bisschen gibt es noch zu erzählen, das aber beim nächsten Eintrag. Dabei geht es um Probleme die Thomas mit seinem Auto hatte. Erst mit dem Hilux (der mit den 2 kaputten Reifen), und dann auch mit den LandCruise, die fast dafür gesorgt hätten, dass Thomas nicht hätte nach Maun fahren konnte. Irgendwie schaffen die das hier in Botswana nicht die Dinge in Ordnung zu halten. Weder die Gebäude, die Infrastruktur, noch die Autos…. Dafür sind die Menschen aber super lieb und nett und die Natur mit den vielen Tieren ein echtes Highlight… Der Botswana-Abschluß kommt beim nächsten Eintrag, wir hatten ja noch 1 Woche nach Thomas und auch ein bisschen was zu erzählen. Jetzt ist er wieder weg, der liebe Thomas, bei 0 Grad und Schnee in Deutschland. Wir, Moni, die Kinder und ich, haben für uns am nächsten Tag nach der Abreise von Thomas festgestellt dass es für uns im Moment gedanklich unmöglich wäre nach Hause zu fliegen. Wir vermissen zwar einiges daheim – da wäre zu nennen Nummer 42 von unserem Dönermann (Döner Überbacken mit Brokkoli und Sauce Hollandaise), den Holzofen im Wohnzimmer anschmeißen und das Feuer genießen, abends einen Film schauen, und noch so einiges – ach ja, natürlich Familie und Freunde nicht zu vergessen (ok – natürlich in anderer Reihenfolge – der Ofen kommt vor dem Döner Zwinkerndes Smiley).

Aber trotz all der lieben Menschen aus unserem direkten Umfeld freuen wir uns auf die ganzen Dinge die im nächsten halben Jahr noch vor uns liegen. Zur Weihnachtszeit mummeln wir uns dann in einer Berghütte auf einer Farm ein und haben zumindest schon mal unseren Holzofen von daheim. Und einen Weihnachtsbaum legen wir uns dann auch zu. Der nächste Ort hat eine Kirche und am 24. abends nach dem Hochamt gibt es dann Bescherung. Und wir sind mal gespannt ob der liebe Thomas seinen Urlaub für nächstes Jahr April genehmigt bekommt um dann mit uns durch Namibia, die Wüste und das Kaokofeld zu ziehen. Das wäre so cool – ich habe schon wieder eine Liste mit Ersatzteilen Smiley Naja, morgen geh ich erst mal in die Werkstatt hier am Ort, die Dichtungen für das Diff und das Verteilergetriebe sind da, und dann tausch ich die mit Thommy, dem Besitzer, gemeinsam.

Und wieder senden wir viele liebe Grüße in die Heimat – bis zum nächsten Eintrag mit dem Botswana-Abschluß und dem Südafrika-Start – bis wir uns dann über Leshoto aufmachen in unsere Berghütte – wir4!

PS: Wie immer mal wieder zwischendurch – Rechtschreib- und Syntaxfehler bitte verzeihen – ich schreibe zum Spaß für Familie und Freunde und nicht professionell. Wir stecken die Zeit lieber in gemeinsame Erlebnisse anstatt in Zeit am Computer-(Ding) 😉

Thomas & Botswana – Teil 1/2

1 Kommentar

Uiuiui, jetzt haben wir schon soooo lange keine Einträge mehr im Blog gemacht und sind schon von einigen gefragt worden, wann denn endlich mal wieder was kommt… Jetzt ist es so weit, endlich finden wir mal wieder ein wenig Zeit um uns um das Tagebuch zu kümmern. Auch wenn die gemeinsame Zeit mit Thomas in Botswana gefühlt schon 3 Monate zurück liegt versuchen wir doch, die wesentlichen Punkte auszuführen. Aktuell sind wir wieder in Südafrika (Yippie – wir haben nach ein wenig “Verhandeln” an der Grenze wieder die vollen 3 Monate bekommen) in den Drakensbergen – einer wunderschönen Gegend, ähnlich unserer Alpen, nur eben in SA. Wir haben 8 Übernachtungen, 3 Pools Smiley (leider regnet es bisher fast jeden Tag Trauriges Smiley), Angelweiher und noch einiges mehr was zum Verweilen und nichts-tun einlädt. Und das machen wir jetzt auch mal. Denn so knapp zur Halbzeit um die Weihnachtstage wollen wir noch mal runterkommen, bevor wir uns nächst Woche Freitag dann Richtung Lesotho aufmachen, das wir über den Sanipass ergründen wollen, bevor wir dann ab dem 22. Dezember auf einer Farm bis zum 3. Januar in einem kleinen Chalet unterkommen. Die Geschenke für die Kinder sind schon gekauft und es fehlt uns nur noch der Baum, der aber auch noch auf der Einkaufsliste steht. Jetzt fragt ihr euch doch wahrscheinlich wie wir das mit den Weihnachtsgeschenken gemacht haben… War eigentlich ganz einfach. Wir sind hier in SA in ein Shopping-Center gefahren und Moni und ich haben dann abgemacht was wir schenken (kann ja nicht viel sein, wir haben ja nicht viel Platz). Dann bin ich mit den Kindern beim Wimpy frühstücken gegangen und Moni hat die Sachen gekauft und direkt einpacken lassen. Jetzt haben wir 2 kleine Taschen mit ein paar eingepackten Päckchen voll und den Kindern erklärt, dass wir dem Christkind dieses Jahr ein bisschen unter die Arme greifen mussten, weil wir ja nicht daheim sind Smiley So einfach – Sache geregelt. Um an Heiligabend kommen die Geschenke dann nach dem Kirchenbesuch unter den Weihnachtsbaum, den es auch hier gibt, und wir werden ein wunderschönes Fest mit eine Menge Vorfreude gehabt haben… Einziger Wehmutstropfen – uns wird unsere Familie und die Freunde fehlen, aus unserem wunderschönen Langbroich. Und das jetzt besonders, nachdem wir von der lieben Familie Bougie einen 22-seitigen Bericht über das letzte halbe Jahr in unserer Heimat bekommen haben. Am liebsten würden wir jetzt über die Feiertage noch “mal eben” nach Hause kommen, und alle in die Arme schießen. Aber naja, zu einem Jahr gehören eben alle Tage von den 365, auch die, die manchmal schwer sind, wenn man so weit weg ist. Also liebe Familie, Freunde und wunderschöne Heimat Langbroich – seid euch sicher – wir vermissen euch gaaaaaaanz dolle!

So, nun aber zu der wunderschönen Zeit mit Thomas in Botswana… Ich werde die folgenden 2 Blockeinträge aber etwas “zusammengefasster” gestalten, da wir sonst nicht mehr aufholen können und ewig hinterher hängen werden. Also nicht wundern, trotz dass es 1 Monat sein wird, werde ich nicht so ausführlich berichten, zumindest was das Schriftliche betrifft.

Gestartet sind wir in Kasane und haben Thomas direkt am Provinzflughafen, ein schönes, nagelneues Hightech-Gebäude abgeholt. Nach der Mietwagenübergabe sind wir dann direkt zu unserer ersten Unterkunft gestartet, dem Senanti-Camp gestartet. Das war das (kennt ihr schon aus einem älteren Eintrag), bei dem es einen Foto-Bunker gab um man den Elefanten und anderen Tieren am Wasserlock die Füße kraulen kann. Wir haben dann abends mit Thomas direkt am Wasserloch, 10m von den Elefanten Abendbrot gegessen und haben das “Ankommen-Erstaunen” von Thomas genossen. Von 10 Grad im November in Deutschland mit Vögeln, Hasen, Rehen und ein paar Wildschweinen als einzigen noch verbliebenen Wildtieren Smiley hin zu 35 Grad und der Möglichkeit, den Elefanten im vorbeispazieren die Füße zu pediküren Zwinkerndes Smiley Boahhh – is ja cool. Da wir das ja nun schon kannten haben wir dann die Zeit genossen und einfach nur geschaut, während Thomas aus dem Staunen und Fotografieren nicht mehr herauskam – und zwar von größeren, als auch kleineren Tierchen Smiley

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Nach 2 Tagen im Camp sind wir dann mit ihm weiter zur Chobe Safari Lodge um hier noch mal im Luxus zu schwelgen bei einem schönen Abendessen und einem Boots-Cruise über den Chobe-River, bevor wir uns danach dann aufgemacht haben in die Wildnis. Wir wollten Thomas ja nicht direkt total schocken. Die Bootstour haben wir vor 4 Jahren schon mal gemacht, bei unserer ersten Reise, es war aber wieder ein sehr schönes Erlebnis. Bei 3 Stunden auf dem Chobe-River sieht und hört man schon so einiges.

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Neben den Tieren ist eine solche Bootsfahrt auch landschaftlich sehr beeindruckend… Hier ein kleiner Zusammenschnitt von einigen Erlebnissen als kurzes Video.

Nachdem wir nun die ersten 4 Tage Zivilisation und Luxus zum Eingewöhnen von Thomas hinter uns hatten, haben wir uns aufgemacht in den Chobe-Park, die Riverfront. Die erste Station war das Ihaha-Camp. “Eigentlich” hatten wir erwartet, dass wir hier schon mal richtiges Wildlife-Feeling genießen können. Das Ganz wurde allerdings dadurch etwas getrübt, dass wir auf der anderen Seite des Camps und des Chobe (100m Luftlinie) Namibia haben. Und die lieben Farmer aus Namibia haben diese Ecke genutzt, um aktiv Viehwirtschaft zu betreiben. Somit hatten wir gegenüber unserem Camp einen wunderschönen Ausblick auf 500 Kühe und eine abgebrannte Graslandschaft Zwinkerndes Smiley 

Aber nichts desto trotz – hatten wir einen schönen Platz und konnten auch abends eine große Büffelherde beobachten… Und auch das Wissen, dass jeden Moment alle möglichen Wildtiere (inklusive aller afrikanischen Raubtiere) durch das Camp laufen könne, ist schon klasse. Leider muss man sagen, dass es das Unternehmen was die Sites betreibt es nicht geschafft hat, den Platz und die Sanitäranlagen auch nur einigermaßen attraktiv zu gestalten noch die Funktion sicherzustellen. Und das bei einem Übernachtungspreis von 30US$/Person/Nacht. Preis-Leistung stimmt hier einfach überhaupt nicht – viel Geld für ein abgewracktes Camp. Da übernachtet man besser auswärts, fährt Tagestouren in den Park, und hat vielleicht noch eine besser Aussicht als auf 500 Kühe und abgebranntes Gras.

Aber wie bereits erwähnt – die Riverfront an sich ist sehr schön und tierreich, aber nur der Teil von Kasana bis zum Camp Ihaha, danach wird es sehr leer und auch landschaftlich nicht sonderlich interessant.

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Neben den leben Tieren war eines der Highlights ein gerade erst ums Leben gekommener grauer Riese, den wir zufällig am Straßenrand gesehen hatten, hinter einer Kurve. Dem Elefanten fehlte scheinbar nichts, er war nicht angegriffen, verletzt oder sonst was. Keine Ahnung, was den umgehauen hat. Aber bewegt hat er sich nicht mehr, aber auch noch nicht gestunken Smiley Sonst riecht man die Tiere ehr immer, als man sie sieht. Aber der hier war wohl noch extrem “frisch”.

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Bei der Fahrt am Tag habe ich dann gesehen, als Thomas vor uns fuhr, dass ihm am rechten Hinterreifen ein großes Stück von ca. 30cm Länge und 10cm Breite fehlte. Wir sind dann zum Camp gefahren und haben erst Mal den Reifen gewechselt. Und dabei haben wir dann gemerkt, dass einer der Ersatzreifen schon platt, weil schief aufgezogen war – na super. Als 2-mal Reifen wechseln. Da hat die Vermieterforma (Bushlore) wohl sehr schlecht gewartet. Erster Reifen nach knapp 60km defekt und Ersatzreifen einfach platt ans Auto montiert – was für ein Dilettantismus. Da wir im Park keine Mobilfunkverbindung hatten haben wir dann vom nächsten Camp, was außerhalb lag, angerufen. Nach einer riesen Diskussion und 5 mal telefonieren haben sie sich dann dazu durchgerungen 2 neue Ersatzreifen vorbeizubringen, weil es die Riefengröße wohl in Botswana (angeblich) nicht geben würde, die wir draufhatten (wer vermietet ein Auto mit einer Reifengröße die es in dem Land angeblich nicht gibt?). Wir haben aus 2 neuen bestanden, da wir ja am nächsten Tag weiter wollten zum “Inlandsteil”, dem Linyanti-Camp. Und der Vermieter wollte doch allen Ernstes, dass wir erstmal nach Kasana zurückfahren (1 Strecke 80km), um uns da die Reifen abzuholen, obwohl wir am nächsten Tag eine harte Anfahrt vor uns hatten – was ein schlechter Service!

Denn wir hatten im sehr schönen Zwischencamp (Mwandi-View, betrieben von zwei Australiern) schon andere getroffen die gerade aus der Ecke kamen und so einige Herausforderungen im Tiefsand zu bewältigen hatten…

Tja – und so hat es auch uns (Thomas) getroffen. Bei der mehrstündigen Anfahrt über eine wirklich wirklich wirklich schlechte Piste, mit vielen Tiefsand-Passagen ist er dann auch stecken geblieben. Aber nicht wegen eines Fahrfehlers, sondern weil bei dem Hilux ein Ersatzreifen hinten unter dem Wagen montiert ist und der damit annähernd keine Bodenfreiheit (vielleicht noch 20cm) mehr hat. Das Ding wirkt im Tiefsand wie eine Bremse die bei ausgefahrenen Fahrspuren den Wagen einfach auf 0 abbremst und man dann stecken bleibt. Naja, ich hatten den Mund ja vorher auch ziemlich voll genommen und schon gesagt dass er gerne mal stecken bleiben kann, damit ich meine Winde mal ausprobieren kann Smiley Den Gefallen hat er mir dann glatt getan…

Und nach der Aktion hatten wir dann locker jeder 5 Liter ausgeschwitzt und 4000 Kalorien verbrannt… Über 40 Grad sind schon eine Herausforderung. Nachdem wir dann am Nachmittag im Camp angekommen sind waren wir froh, dass wenigstens die Sanitäreinrichtungen etwas besser waren (hier zahlten wir 50US$/Person/Nacht) als im vorherigen Camp. Und auch der Platz war etwas besser. Aber zu unserem Leid hatten sie wohl für die Cottage-Gäste (von denen wir keinen gesehen haben, alles schien komplett leer zu sein) den ganzen Tag und Abend einen Generator laufen. Also der Spruch mit dem sie Werbung machen, dass Linyanti das letzte verbliebene wirkliche “Paradies” im Chobe ist – ich weiß nicht, ob sie damals schon Dieselgeneratoren hatten bei Adam und Eva – ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt.

Im Camp haben wir dann einen Franzosen mit seinen 2 Frauen getroffen, der jetzt in Südafrika lebt und ins mit ihm noch ein wenig ausgetauscht über die weiteren Strecken im Park. Er ist dann mit seinem Trailer auf der Strecke 5 mal stecken geblieben (800kg an der Anhängerkupplung ist schon eine Menge) und sagte uns dann, dass man wohl die Verbindungsstrecke, die wir für den nächsten Tag geplant hatten zwischen Linyanti und Savuti nicht mehr fahren kann. Die Ranger und auch andere Reisende haben ihnen davon dringend abgeraten. Die Strecke soll der totale Horror sein und 10 Stunden für 40km mehr als realistisch, wenn es denn das Auto überlebt (oder man selber).

Na super – das hieß dann für uns dass wir wieder die gekommene Strecke aus dem Park komplett raus mussten, um dann über eine andere Route durch den Chobe in die Kwai-Area zu fahren. Ganz ehrlich – damit war dann klar für uns dass der Chobe für uns als zukünftiges Reiseziel gestorben ist. An der Waterfront gibt es nur abgewrackte Campsites mit Kühen auf der gegenüberliegenden Seite und im Inlandsteil ist Linyanti praktisch nicht mehr erreichbar. Und dafür sollen wir dann 30US$ bzw. 50US$/Nacht/Person bezahlen? Geht garnicht – wenn man so viel Geld nimmt muss man auch was bieten. Und Generatoren im “Letzten verbliebenen Paradies” tags und abends will ich auch nicht haben! Aber naja, wenigstens hat uns jemand aus dem Camp einen Löwen gezeigt – das sollte netterweise erwähnt werden. Hier haben die Angestellten scheinbar mal ein wenig Initiative entwickelt.

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Bevor ich das vergesse. Auf unserem Zwischencamp vor dem Cobe-Inlandsteil haben wir noch 2 nette Damen mit ihren 2 netten Söhnen getroffen (Deutsche), die eigentlich mit 2 Auto unterwegs waren zu diesem Zeitpunkt. Als wir sie dann im Chobe wiedergetroffen haben saßen auf einmal alle 4 in einem Wagen – ihnen war bei einem Wagen die Kupplung verreckt – was ein Drama. Ihr Vermieter (Britz) wollte ihnen keinen neuen Wagen stellen und auch den Schaden mussten sie komplett selber Zahlen (+/- 1500€). Und da sie die gleiche Strecke wieder raus mussten wie wir, haben wir ihnen angeboten sie dann “zwischen” uns zu nehmen bei der Ausfahrt. Darüber waren sie heilfroh und Thomas und wir haben dann über Funk Kontakt gehalten und die beiden Damen mit ihren Söhnen sind dann in der Mitte gefahren. Hat auch alles gut geklappt, bis 900m vor dem Exit-Gate vom Chobe. Und Schwups – steckten auch sie fest. Sie habe ich dann einfach mit einem 10m Bergegurt rausgeschleppt und 15 Minuten später standen wir am Gate und waren alle froh, den Chobe hinter uns zu haben Smiley

Jetzt kommt das wirkliche Paradies

So, nun sollte man wissen dass es zwischen dem Chobe und dem Moremi (dem 2. sehr bekannten Park in Botswana) einen Bereich gibt, den wir vor gut 4 Jahren schon mal besucht haben und den wir als das Highlight der damaligen Reise bezeichnet haben, was die Naturnähe betrifft – den Kwai Development Trust. Das ist ein relativ überschaubarer Bereich, direkt am Kwai River gelegen, der von einer Community betrieben und verwaltet wird. Es gibt dort offizielle Stellplätze, aber ohne jegliche Infrastruktur. Also kein Wasser, keine Toilette, keine Duschen – einfach nix. Toilette ist für das große Geschäft ein Loch im Boden buddeln, reinmachen, abputzen und wieder zubuddeln. Ein Dusche kann man haben wenn man eine Campingdusche hat und genügend Wasser. Dieses Erlebnis wollten wir Thomas nicht vorenthalten und Moni hatte 3 Übernachtungen eingeplant. Also – nach dem Chobe ab in den Kwai und TATAAAA…. Der totale Oberhammer. Noch immer eine wunderschöne, totenstille Gegend mit “Campsites” so groß wie Grundstücke für Einfamilienhäuser auf dem Land, weit abgelegen von dem jeweils nächsten Stellplatz (was auch notwendig ist, wenn man nackich in der freien Natur duscht und sein Geschäft erledigt). Um euch mal einen Eindruck davon zu vermitteln, wie unsere Dusche aussah:

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Da wir immer Nachmittags geduscht haben, und auch Nachmittags immer die Tiere durch unser Camp spazierten hatten wir manchmal Bedenken, wer jetzt wohl das Anrecht auf das Wasser in unserer Campingdusche für sich reklamiert Zwinkerndes Smiley Das ist schon ein besonderes, erhabenes Gefühl das einem leicht die Tränen in die Augen treibt, wenn man unter der Dusche steht und keine 10m weiter eine Gruppe von Elefanten an einem interessiert vorbeispaziert und beim Duschen zuschaut. Das Gefühl ist in Wirklichkeit nicht durch Worte zu vermitteln…

Am 2. Tag nach einem Gewitter in der Nacht ist Moni dann nachts mal wach geworden von einem leisen Rascheln. Als wir dann aus dem Fenster von unserem Little schauten haben wir gesehen, wie eine riesen Bulle sich genüsslich über Thomas Dachzelt reckte und von einem Ast die Blätter gerupft hat. Dabei hat sich der Ast (Oberschenkeldicke von einem erwachsenen Mann) “interessant” nach unten gebogen so dass ich dachte, er könnte brechen so dass ich den Elefanten mit der Taschenlampe verscheuchen wollte. Moni hat mich dann aber davon sinnvollerweise überzeugen können, das nicht zu machen und mich mit ihm anzulegen. Das wir das einzige Mal, wo ich wirklich “Schiss inne Buchs” hatte, wie man so schön sagt, dass es brenzlig hätte werden können in der Wildnis. Ansonsten hatten wir wieder eine wunderschöne Zeit im wirklichen Paradies – und das zu einem Schnäppchenreis, verglichen mit Chobe. Selbst die Fahrwege waren hier in einem perfekten Zustand…

Hier ein paar Bilder von der Community-Area.

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Der alte, aber wunderschöne Moremi

Nach 3 Tagen mussten wir dann leider weiter, haben uns aber schon auf den Moremi gefreut, weil wir den das letzte Mal vor ca. 15 Jahren befahren haben. Unsere Erinnerungen waren aber durchweg positiv (bis auf die verkommene Infrastruktur). Naja, an der Infrastruktur hatte sich nichts geändert (zumindest der Teil, der vom DWNP gemanaged wird – das stattliche “Wildlife und Tourismus Ministerium). Bestes Beispiel dafür waren die Toilette am Entrance Gate (North Gate), die praktisch ein versifftes Loch waren, das mindestens 5 Jahre nicht mehr gereinigt wurde. Auch die “Toiletten” auf den offiziellen Aussichtsplätzen, die kurz vor dem Zusammenbruch waren, sahen nicht besser aus.

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Man kann es leider nicht anderes sagen – aber alles was der “Staat” zu verantworten hat, ist in einem sehr erbärmlichen Zustand. Die Dinge werden einmal errichtet, und dann komplett sich selber überlassen. Es gibt zwar seltene und rühmliche Ausnahmen, aber unserer knapp 2-monatigen Reiseerfahrung nach kann man das mit Errichten&Sich-Überlassen auf 90% der öffentlichen Liegenschaften beziehen. Und auch das Personal ist meistens im höchsten Grade unmotiviert (auch hier gibt es natürlich seltene aber rühmliche Ausnahmen).

Naja, wenn man das mal ausblendet im Moremi und sich auf die von privater Hand betriebenen Camps bezieht, sieht das zum Glück anders aus. Auch diese sind zwar relativ teuer, aber durchweg in einem guten Zustand und die Campsites liegen sehr schön und sind gut zu erreichen. Auch der Park ist viel besser zu befahren als der Chobe, landschaftlich viel abwechslungsreicher, grüner und offener als der Chobe und tiermäßig super, weil geprägt durch viele offene weitläufige Bereiche, die hervorragend für Tierbeobachtungen geeignet sind. Um euch einen kleinen Eindruck von einem kleinen Teil des Moremi zu bieten, wie es dort aussieht, hier ein kleines Fahr-Video:

In Bilder, ein bisschen breiter gefächert, hier ein paar Auszüge.

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Wie gesagt – sehr schön und in vielen Bereichen flache, weite und offene Vegation. Natürlich gibt es auch schöne Waldecken und Steppenlandschaften.

ein typischer Baum ist z.B. der “Leberwurstbaum”, wie er frei übersetzt heißt und ein bevorzugtes Kletterziel von Silas ist, weil man darauf so schön die Würstchen pflücken kann.

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Tiermäßig war der Moremi ein besonders Highlight für uns, weil wir hier die Möglichkeit hatten ein ausgewachsenes Löwenmännchen über einen langen Zeitraum aus ca. 3m Entfernung zu beobachten. Hätte der Arm aus dem Fenster bis an den Boden gereicht, hätten wir ihn an der Mähne kraulen können. Da wir gefühlt 300 Bilder gemacht haben, hier einmal eine kleine Auswahl.

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Und – der Knabe hat uns immer wieder ganz fest im Blick gehabt. Die Beobachtung war ein Traum. Ein solches Tier, so wunderschön aus dieser Nähe über längere Zeit beobachten zu können, ohne dass eine Abgrenzung existiert, ausser die Tür des Wagens, ist sehr bewegend. So ein Erlebnis hatten wir bisher noch nicht. Selbst der Löwe in Namibia war weiter weg (auch wenn schon sehr nach) und vor allen Dingen nicht so riesengroß wie dieser. Wenn man die Tatzen von so nach einmal sieht, die so groß sind wie Frühstücksteller kann man sich vorstellen wie einfach es für ein solches Tier sein würde, einen Menschen “zum Frühstück” zu verputzen.

Und da es nicht nur optisch sehr beeindrucken im Moremi war, sondern auch akustisch, haben wir einfach mal ein paar Sekunden für euch aufgenommen, wie denn so eine abendliche Geräuschkulisse klingt.

Neben den Tieren und der Landschaft hatte der Moremi aber noch was für uns parat – seine bekannten Brücken. Zwar sind die Brücken relativ einfach zu passieren, besonders in der Trockenzeit, jedoch immer wieder interessant zu befahren besonders wenn kombiniert, wie hier bei der Third-Bridge, mit einer Wasserdurchfahrt. Thomas hat das hier vorbildlich gemeistert – mit gleichmäßiger, gemäßigter Geschwindigkeit und einer kleinen Bugwelle am Kühler Smiley

So, das war die letzte Station, der Moremi, bevor es jetzt auf der Reise mit Thomas weitergeht. Hier mache ich jetzt Schluss und brauche Feierabend. Die nächste Station wird dann Maun sein, über das es auch ein wenig zu erzählen gibt. Danach geht es weiter in die “Pfannen”, nach Orapa, einer abgeriegelten Stadt mit der größten Diamantmiene der Welt und letztendlich in Tiaans Camp, der gemeinsamen Endstation von Thomas Reise, bevor es dann für ihn nach Hause ging… Stay tuned – Anfang nächster Woche geht es weiter, damit ich endlich mal den Verzug aufhole Smiley

Sambia – unsere Erlebnisse (Teil 2/2) und ein wenig Caprivi

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So, wie versprochen geht es heute weiter mit dem 2. Teil unserer Sambia-Reise und ein paar Geschichten zu Papa Schlumpf und Schlumpfine (Hans Peter & Susann aus der Schweiz), einem ungeplanten und ungewollten Hardcore Auto- und Nerven- zerlegendem Offroad-Trip, 2l zu viel Öl im Motor nach einem Ölwechsel in der LandRover-Werkstatt, der Fringilla-Farm auf der es neben Schweinen, Kühnen, Hühnern, einem super Restaurant und Spielplatz auch Geier und ein Oktoberfest gab, dem Besuch einer Open-Air Textilfabrik, einem Abendessen mit 2 Tour-Guides aus Simbabwe, und noch ein paar wunderschönen Erlebnissen im namibianischen Caprivi. Mal schauen wir lang der Eintrag wird, ich komm mit dem Schreiben schon garnicht mehr hinterher. Die Erlebnisdichte ist trotz unserer geringen Reisegeschwindigkeit einfach extrem hoch. Eigentlich müsste ich mal ein Buch schreiben, das hätte bestimmt 1000 Seiten nach dem einen Jahr Smiley

Direkt vorab – wir bekommen bei dieser Reise so viel erzählt und lernen so viel, dass wir das garnicht alles widergeben können. Moni und ich haben schon überlegt (und planen schon grob), wenn wir die Nase nach dem einen Jahr nicht voll haben sollten, in den übernächsten Sommerferien eine begleitete Reise für Familien mit Kindern zwischen 8 und 14 anzubieten (max. 3 Familien) für 4 Wochen in einer Region im südlichen Afrika, um einen Teil dessen was wir erlebt haben, dann einfach weiterzugeben. Wir treffen so viele Reisende, auch mit Kindern, zwischendurch, die im Prinzip nur durch die Länder “durchfliegen” und in 2-3 Wochen zig 1000km machen, dabei aber nur an der Oberfläche kratzen. Was wir aber als viel interessanter empfinden ist, dann lieber einen kleineren Teil intensiver zu bereisen, mit vielen Aktivitäten drumherum. Wie der Besuch einer Schule mit den Familien, das Abendessen mit ein paar Einheimischen, das Einkaufen auf den Märkten und an der Straße, das Gespräch mit dem Lodge- oder Campsite-Manager, der Besuch einer Community,… all die spannenden Sachen die einen das Land wirklich verstehen lassen. Und das in einer Geschwindigkeit, die Kindern angepasst ist und das eigene Gehirn nicht überfordert bei der Informationsaufnahme. Heute ist alles so auf Geschwindigkeit ausgelegt, dass von dem Erlebten nichts mehr hängen bleibt. Besonders transparent wird uns das immer wieder wenn wir in einem Hide sitzen, dort gemütlich frühstücken oder zu Abend essen und dann der “Gamedrive” mit den klassischen Trouristen vorbeikommt. Die kommen an, haben 5 Minuten um ihre Fotos zu machen, und müssen dann wieder weiter. In den 2 Stunden in denen wir da sitzen erleben wir nicht nur Momente, sondern ganze Szenen und kleine Geschichten, die wir nie wieder vergessen und über die wir noch Tage und Wochen später erzählen. Und es ist soooo einfach, das zu haben. Einfach ein bisschen mehr Zeit mitbringen, denken wir immer wieder. Und anstatt in den 3 oder 4 Wochen Urlaub 10.000km abzureißen und 30 Programmpunkte abzuhaken, macht man lieber 3.000km und 10 Programmpunkte. Dann erlebt man in Wirklichkeit viel mehr (an Qualität), viel intensiver und ist auch noch wesentliche entspannter unterwegs. Wir stellen gerade immer mehr fest, dass (Lebens-) Zeit (und das auch noch gemeinsame) das wertvollste ist, was wir haben. Aber wie gesagt – das ist eine Idee die wir im Moment haben und mal schauen müssen, ob wir das eine Jahr erstmal überhaupt durchhalten Smiley

Vom South Luangwa nach Lusaka

So, nun aber zum zweiten Teil von Sambia. Wir hatten ja schon den Papa Schlumpf angesprochen. Wir stehen also schön in unserem Wildlife Camp am South Luangwa und und Lenja brüllt über den halben Platz: Paaapaaaa – das kommt ein weißer Läääändieee mit Kabine – ich glaube das sind Ärzte, die haben so ein Kreuz da drauf…Jupp, kam wirklich ein wunderschöner weißer TDI auf den Platz gerollt, steigen ein netter Herr mit weißen Haaren und einem weißen Bart, und eine nette Dame wir weißen Haaren aus. Kommen direkt auf uns zu und stellen sich im besten Schweizer Dialekt als Hans-Peter und Susann vor. Das erklärte dann auch das Kreuz Smiley Die beiden sind schon seit 3 Jahren durch Afrika unterwegs und haben noch ein Jahr vor sich, und sind von Nord nach Süd durchgereist und tingeln nun hier unten ein wenig durch die Gegen. Nachdem Hans-Peter und ich uns ein bisschen über die Erfahrungen (auch beim Landy) ausgetauscht haben, Lenja und Silas kurzerhand beschlossen hatten den nächsten Ersatz-Opa und Oma auszuwählen, nachdem Frank und Andrea abgefahren waren, überrascht Hans-Peter Lenja doch glatt, so dass ihr der Mund offen stand und sie alle ungläubig und fragend anschaute. Er meinte dann so zu ihr: “Ich bin übrigens Papa Schlumpf” (das Äußere passte ja perfekt). Lenja (und wir) konnten das garnicht glauben. Aber Hans-Peter meinte immer wieder – nee, wirklich – ich heiße Schlupf, und Du kannst mich Papa Schlupf nennen Smiley Die Kinder hatten einen riesen Spaß dabei und haben ihn nur noch Papa Schlumpf gerufen. Am nächsten Tag hat er das ganze dann aufgeklärt beim Tausch der Kontaktinformationen. Der Familien Name von Hans-Peter und Susann ist Schlumpf Smiley Die beiden haben wir dann 10 Tag später tatsächlich noch mal auf einem anderen Platz, in Lusaka wiedergetroffen. Es war gerade der Geburtstag von Susann an dem sie dann von Lenja und Silas je einen Muffin mit Lolli bekommen hat.

Nachdem wir uns dann also (das 1. Mal) von Familie Schlumpf verabschiedet hatten, haben wir uns 2 Tage später dann aufgemacht den South Luangwa zu verlassen. Und weil Moni im Hupe Führer gelesen hat, dass man die Route 05 (die Escarpment Route) nehmen kann um dann durch den Park über eine andere Straße in Richtung Lusaka zu fahren, haben wir uns kurzerhand entschlossen, dieses auch zu machen. Jaaaaaaaa… wenn man die Überschriften überliest… Ach ja, im Führer steht drinne, dass es dort einen Teil ausgewaschene Strecke gibt und dass die Route gesperrt wird, wenn es Regenzeit ist. Die Überschrift lautet aber (frei widergegeben) “nur für Offroad-Erfahrene”. Im eigentlichen Text ist dann nichts genauer dazu zu finde. Ok, gestartet im Park, super Stecke, mit kleiner Wasserdurchfahrt (das Video hab ihr ja im letzten Eintrag gesehen), und dann langsam den Berg hochschlängeln. So weit – so gut! Aber dann… Nachdem wir dann ca. 3 Stunden hinter uns hatten ging es dann richtig Berg auf. Erst war es noch ok, ein paar Stufen, ein bisschen Geröll, und dann immer wieder gerade. Nach einer kleinen Brücke wurde es dann wieder ein Waldweg und weil im Führer beschrieben stand, dass es zwischen dem Park und einer Brücke liegt, das ausgewaschene Stück hatten wir gedacht, dass wir es nun hinter uns haben. Aber weit gefehlt. Dann fing es erst richtig an. Und zwar so, dass wir uns fast in die Hosen gemacht haben. Steigungen an der Belastungsgrenze des Wagen (und vor allen Dingen der von unseren Nerven). Steinstufen von teilweise 40-50cm Höhe auf einem Rad (das andere war da noch unten), massiven Verschränkung mit gleichzeitig extremen Geröll. Wir konnten den Wagen nur voll gesperrt (Vorderachse, Verteilergetriebe, Hinterachse) fahren, und trotzdem hat er teilweise keine Traktion auf einer Achse gehabt. Um eine Strecke von ca. 10km zu bewältigen haben wir knappe 3 Stunden benötigt. WIE langsam wir waren hat uns eines sehr deutlich gemacht – Moni hatte irgendwann einen Radfahrer gesehen der sein Rad den Berg hochgetragen hat. Sie meinte dann dass er bestimmt was kühles zu Trinken und was zu essen brauchen kann. Wir haben dann eine Falsche Wasser und ein paar Snacks aus dem Kühlschrank geholt um es ihm zu geben. Weit gefehlt – wir haben es eine knappe dreiviertel Stunde nicht geschafft, den armen Kerl zu erreichen und als wir es geschafft hatten, war das Wasser warm und die Schokolade geschmolzen. Teilweise war es so heftig dass Moni raus musste um mich über die Stufen, Verschränkungspassagen und das Geröll einzuweisen (was sie ein paar blaue Flecken gekostet hat, weil sie selber gestürzt ist). Ich musste zeitweise hinter dem Lenkrad stehen um ein Gefühl für die Strecke zu haben und genau zu sehen, wo wir fahren. Wenn das Differential aufschlägt und knack macht, ist es vorbei… Die 2 Fahrzeuge die uns (Berg runter) entgegen kamen an stellen an denen man zum Glück einigermaßen ausweichen konnten kommentierten unser Manöver nur mit: “You are really going up with this heavy vehicle?” und haben nicht schlecht gestaunt. Ach ja – Bilder und Video gibt es von unserer Aktion keine – als wir auf der Strecke waren gingen uns ganz andere Dinge durch den Kopf als daran zu denken Smiley Wer sich das mal anschauen möchte – es gibt ein paar gute Videos zur Road 05 vom South Luangwa und auch einige vielsagende Beschreibungen in diversen Offroad-Foren aus Südafrika.

Tribal Textiles – Textilfabrik unter dem freien Himmel

Fast hätte ich es vergessen. In der Nähe vom Park befindet sich eine Textilfabrik, die vor etwa 20 Jahren von einer Amerikanerin gegründet wurde. Das Besondere an der Fabrik ist, dass alle Arbeiter fair bezahlt werden, alle Produkte ökologisch und von Hand in Einzelfertigung hergestellt werden, als Unikate. Die Besichtigung der Textilfabrik incl. der Führung durch eine Fachkraft ist kostenlos bzw. gegen eine freiwillige Spende, die am Ende auch nicht eingefordert wird. Unser “Guide” war schon wieder auf dem Weg zur Arbeit und wir mussten ihm hinterherrennen, um den Obolus zu überreichen. Die dort hergestellten Produkte sind unserer Ansicht nach wunderschön und so haben wir für unser Sofa daheim zwei Kissenbezüge und für unseren Tisch einen Läufer gekauft, den Thomas dann mit nach Hause nehmen darf Smiley

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Aktuell wird die Expansion des Vertriebsweges nach Europa geplant. Lokal kann man denn auch die hergestellten Produkte in einem Shop erwerben, der nach verschiedenen Themen unterteilt ist. Insgesamt war der Besuch der “Fabrik” ein lohnenswerter Ausflug. Die beiden Herren die man unten links auf dem Foto sieht mischen übrigens anhand von Farbkärtchen händisch alle Farben zusammen. Alle verwendeten Farben basieren aus den 3 Grundfarben, Schwarz und Weiß, die aus Südafrika kommen und aus Pflanzen hergestellt werden. Der Kollege in weiß mit dem Schirmmützchen macht das schon seit 19 Jahren, die lieben langen Tag lang…

Von der Escarpment weiter nach Lusaka

So, nachdem wir die Route 05 nun geschafft hatten, Landy kontrolliert, alle Knochen weitestgehend noch dran, dafür die Nerven von Moni und mir am Ende, sind wir über 2 Zwischenstationen nach Lusaka gefahren. Die erste Station war ein Sanctury welches von einer Engländerin betrieben wird und inmitten einer wunderschönen Hügel- und Felsenlandschaft liegt, durch die ein Fluß fließt. Hier haben wir eine Nacht mit vielen Zirpen verbracht bei denen die Kinder sehr schnell raus hatten dass wenn man auf die drückt, unterschiedliche Töne machen. Was für ein Spaß – Zirpen fangen, in jede Hand eine, dann drauf drücken und man kann Musik machen Smiley Da von hier aus unsere nächste Station, die Fringilla-Farm nicht weit weg war, haben wir das Frühstück noch an einem kleinen Wasserfall abgehalten und dabei die wunderschöne Natur genossen.

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Angekommen in Lusaka haben wir dann einen Ölwechsel machen lassen, in der einzigen LandRover Vertretung in Sambia. Ich Depp habe am Anfang nicht gefragt, was das kosten soll… Die Werkstatt an sich sieht aus wie eine High-Tech Werkstatt in Deutschland. Alles vom feinsten, tolle Glasfronten, super Auto Präsentation, der Boden in den Werkhallen wie geleckt. Trotzdem hatte ich mit dem Service-Meister ausgemacht dass ich bei der kompletten Arbeit mit dabei sein will. Nachdem wir dann eine halbe Stunde gewartet hatten bin ich einfach mal in die Werkstatt gestiefelt und sah unseren Little schon auf der Bühne stehen – eine riesen Öl-Lache drunter. Ich bin dann zu den daran arbeitenden (noch sehr jungen) Mechaniker hin und habe gefragt, was denn passiert wäre. Tja, er hat wohl beim Ablassen vergessen den Einfüllstutzen zu öffnen, weswegen dann unten nichts raus kam. Als er ihn dann geöffnet hatte, kam dann unten alles raus, und ist an der Auffangwanne vorbeigeschossen – Anfängerfehler. Ok, kann passieren habe ich mir gedacht. In der Zwischenzeit hatte er den Filter und die Ölablaßschraube wieder reingeschraubt. Dann noch Kontrolle des Luftfilters. Die Nasen haben das Gehäuse abgebaut und wollten es von den ganzen Motten und dem Staub befreien, was ja prinzipiell eine gute Idee ist. Wenn man aber den geöffneten direkten Einlass des Turboladers nicht verschließt und gerade mit der Druckluftpistole ansetzt um dann alles da rein zu pusten, ist das schon mehr als ein Anfängerfehler. Das hätte den Turbolader geschrottet, wenn ich nicht schnell die Hand vor die Ansaugöffnung gehalten hätte. Aber der (1.) Hammer kam dann bei der Rechnung – die Idioten (kann ich leider nicht anders sagen) wollten dann knapp 600€ von uns haben für den Ölwechsel und den Luftfilterwechsel. Nachdem ich dann rumgestänkert habe sind sie runtergegangen auf 350€, einfach so, indem sie ein paar mit nichts sagende Posten auf der Rechnung gestrichen hatten. Aber was soll ich sagen – ich habe vorher nicht gefragt. Die aufgeführten Posten waren alles Schlüsselnummern von LR direkt und der reine Ölwechsel war mit Personalkosten von über 200€ angesetzt. Und das bei einer vollkommen fachlichen Niete der man permanent auf die Finger gucken muss, dass sie das Auto nicht schrottet. Der 2. Hammer kam dann auf dem Campinplatz. Ich habe dann den Ölstand kontrolliert und festgestellt, dass das Öl noch immer komplett schwarz ist, und auch zu viel drin ist. Nun muss man wissen, dass zu viel Öl schlimmer sein kann, als ein wenig zu wenig. Denn das zu viel Öl drückt sich dann irgendwo hin, wo es nicht hin soll. Das kann dann der Turbolader sein, der Partikelfilter, oder irgend eine Dichtung, die dann undicht wird. Das führt dann dazu, dass sich das betroffene Teil zerlegt. Und das geht sehr schnell, da sich der Überdruck mit dem ersten Start des Motors aufbaut und man nur hoffen kann, dass in den 10km Strecke von Werkstatt zum Campingplatz alles dem Überdruck standgehalten hat. Auf jeden Fall habe ich dann in der Werkstatt angerufen und sie haben jemanden vorbeigeschickt, der dann schon mal das zu viel Öl (was dann knapp 2l waren) ablässt. Der Idiot der den Ölechsel gemacht hat, hat also nicht nur fast den Turbo geschrottet und eine Öllache produziert, sondern auch nicht alles Altöl abgelassen. Deswegen war dann das Öl direkt vier schwarz und es war zu viel drin. Am nächsten Tag kam dann jemand vorbei und hat den Ölwechsel praktisch noch mal gemacht, auf dem Campingplatz, dann aber unter meiner permanenten Beobachtung Zwinkerndes Smiley Also – wenn ihr einen LandRover habt und in Sambia euer Auto warten wollt, fahrt NIEMALS zu Alliance Motors in Lusaka – die Wahrscheinlichkeit das die euer Auto Schrotten und auch noch astronomische Preise haben wollen, ist extrem hoch. Für so eine Werkstatt sollte sich LandRover schämen. Ich will nicht wissen wie viele “Garantiefälle” die schon produziert haben, weil sie vollkomme inkompetent sind. Naja, Moni konnte während des ganzen Dramas in der Werkstatt wenigstens mit den Kindern Unterricht machen – das haben wir ausgenutzt – da kennt sie nix – immer und überall Schule, auch im feinen Wartebereich von LandRover Zwinkerndes Smiley

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Aber ein Gutes hatte das ganze – es hat zu einer neuen, interessanten Bekanntschaft geführt. Als wir auf der Campsite waren und ich in sehr ärgerlichem Ton mit der Werkstatt telefoniert hatte, kam ein TourGuide auf uns zu und hat seine Hilfe angeboten – er sei, mit seinem Kollegen, auch Automechaniker. Wie sich später herausgestellt hatte waren es 2 Simbabwer die auf ihre Gruppe (10 Deutsche) warteten um durch Sambia zu reisen. Über die 3 Tage die wir an dem Platz verbracht haben, hat sich eine Art Freundschaft entwickelt, die mit einem gemeinsamen Abendessen und einem Abschiedsfoto am Morgen danach endete. Wir haben viel von beiden gelernt, über ihre eigenen Geschichten, Simbabwe als Land, und die Tätigkeit als Tour Guide. Aber das jetzt alles hier wiederzugeben wäre zu viel, das kommt vielleicht mal in eine Buch Zwinkerndes Smiley Was uns dieses Verhalten (gesehen dass jemand ein Problem hat, und direkt Hilfe angeboten) gezeigt hat – die aller meisten Menschen hier im südlichen Afrika wissen noch wie wichtig es ist, dass man sich gegenseitig hilft… Auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön für die gemeinsame Zeit und die vielen sehr interessanten Geschichten aus eurem Leben, Michael und Jeremy!

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Von hier aus ging es nun weiter zur Fringilla-Farm, auf dem Weg nach Livingstone, unserer letzten Station vor der Grenze nach Namibia. Die Farm selber ist riesen groß, bietet neben der Viehzucht von Kühen und Schweinen und Farming auch einen Lodge- und Campingbetriebt mit einem klasse Restaurant, einem riesen Spielplatz und einer tollen Metzgerei, in der wir uns gut mit frischem Fleisch eingedeckt hatten. Als wir dann abends an dem Restaurant zu Abendbrot gegessen hatten, kam der Chefe des Betriebs bei uns vorbei und fragte ob es schmeckt. Natürlich – haben wir gesagt, was ja auch stimmte, und haben ihn dann direkt mal angesprochen, was Fringilla denn alles so macht. Und so sind wir dann vom Hölzchen aufs Stöckchen gekommen. Insgesamt gibt es wohl 4 Haupt-Geschäftszweige. Er selber verantwortet den Lodge-Betrieb und kam vor gut 20 Jahren als Schotte wie die Jungfrau zum Kinde. Seine damalige Freundin (und heutige Frau) war die Nichte des Besitzers von Fringilla. Jetzt war es so dass die damalige Leiterin des Lodge-Betriebes schwanger wurde und er überlegte, den Betrieb einzustellen. Auf Besuch in Schottland hat der Besitzer dieses wohl in der Runde mit Nichte und ihm erzählt. Der heutige Betreiber hatte dann angeboten, das Geschäft mal für 3 Monate weiter zu führen (es war damals noch sehr klein) um zu schauen, ob die Dame nach der Niederkunft dann das Business wieder übernehmen kann. Das Ganze (und seine heutige Frau) hat ihm dann wohl so viel Spaß gemacht und es lief so gut, dass er dann einfach dort hängen geblieben ist und Fringilla heute eines der größten Farming-Unternehmen in Sambia ist. Den Betrieb konnten wir uns dann auch frei anschauen und durften überall hin, was wirklich interessant war. Nur beim Schlachter wollte Moni dann nicht rein (Lenja erst schon, hat sich dann aber doch nicht getraut). Und neben den “klassischen” Tieren gab es dann auf der Farm auch noch einen Geier—Baum mit Geiern und Marabus. Die Kinder und wir hatten hier 2 sehr schöne Tage…

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Ach ja, als wir Sonntags ankamen, war gerade das Oktoberfest vorbei. Ein Event das sich der Lodge-Manager mit einem Event-Veranstalter aus Lusaka ausgedacht hat (Guy Fisher, Geschäftsführer von R&G Events). Und wie es so wollte lief uns dieser zufällig über den Weg (weil man unser deutsches Autokennzeichen entdeckt hatte) und wir hatten einen netten Schnack (so weit das noch möglich war, bei einem offensichtlich interessanten Pegelstand lokales Bier Smiley) Leider ist meine China-Handy-Kamera nicht wirklich dolle beim schießen von Fotos spät abends in der Dunkelheit. Guy ist der großgewachsene mit dem entspannten Grinsen Smiley

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Das Event gibt es bereits seit 2013 und ist mittlerweile mit über 10.000 Besuchern die größte Veranstaltung in ganz Sambia. Tja, jetzt hat Sambia auch ein Oktoberfest, fehlt nur noch das richtige Bier (obwohl das einheimische, Mosi, auch sehr lecker schmeckt).

Also, wenn ihr mal in der Nähe seid von Lusaka, fahrt auf jeden Fall bei Fringilla vorbei. Und wenn ihr im Oktober da seid, erkundigt euch ob vielleicht gerade zufällig um euer Datum herum das Oktoberfest auf Fringilla stattfindet. Erkundigen könnt ihr euch dazu bei Guy Fisher unter www.randgevents.com oder schreibt ihn direkt an unter guy@randgevents.com. Das ist eine riesen Gaudi…

Auf nach Namibia

So, ab nach Namibia. Sambia haben wir nun nach einer letzten Station in Livingstone hinter uns gelassen und haben über die wahrscheinlich schlechteste Straße der Welt rübergemacht. Eigentlich waren das mehr Schlaglöcher als Straße, dagegen war die Route 05 garnichts Zwinkerndes Smiley

Da wir in Namibia nur etwa 10 Tage Zeit hatten, bevor wir nun wieder nach Botswana gefahren sind um Thomas am 1.11. abzuholen in Kasane, hat Moni eine schöne kleine Tour durch den Caprivi geplant. Hier haben wir 3 kleine Nationalparks besucht, die direkt an der Grenze zu Botswana liegen. Gestartet sind wir dann von Katima aus. Hier hatte ich Little noch mal durchgecheckt und dabei festgestellt, dass mir der Bolzen der den PanHard-Rod (Verbindung zwischen Vorderachse und Rahmen) ausgeschlagen war. Das ist mir aufgefallen weil der Wagen leichte Lenkradvibrationen hatte zwischen 70 und 80 die auch nach einem (kostenlosen) Wuchten der Räder nicht wirklich besser wurden. Bei meiner Kontrolle aller Stabilisierenden Elemente (Moni hat am Lenkrad gewackelt und ich lag (mal wieder) unter dem Wagen habe ich das dann festgestellt. Also – neuen Bolzen bei Sharpe Engineering (der kann in Katima alles organisieren Smiley) bestellt, und auch noch einen neuen Spiegel den ich kaputt gefahren hatte auf der Route 05, bestellt und noch ein paar andere Dinge im Auto-Shop besorgt, und weiter Richtung Nationalparks (die Teile haben wir dann bei unserem 2. Besuch in Katima vorgestern abgeholt. Die erste Station war der Bwabwate National Park. Ein sehr kleiner, aber sehr schöner Park. Hier sind wir dann in einem Community-Camp untergekommen und haben unser erstes Gewitter miterlebt. Das war ein Schauspiel… Am Tag des Regens sind wir dann abends (als das Gewitter gerade losging) auf einen Gamedrive gestartet. Nach ein paar Tiersichtungen (so mal eben eine Gruppe von ca. 200 Elefanten) wollten wir dann an einem View-Point Abendbrot essen. Etwas 500m von uns entfernt sah Moni dann 2 Wagen stehen. Sie meinte dann – lass uns da mal hin, die haben bestimmt was gesehen… Ok, Motor an und los. Auf halber Strecke haben wir dann gesehen dass einer von denen im Tiefsand (wenn es regnet setzt der das ganze Profi zu) stecken geblieben war. In dem Moment habe ich einen Fehler gemacht – ich bin vom Gas gegangen. Und wie das so ist – kleine Fehler bestraft der liebe Gott sofort, große erst nach 9 Monaten Zwinkerndes Smiley Schubs saßen wir auch fest, im besagten Tiefsand – und das bei strömendem Regen und einem wunderschönen Gewitterhimmel, mitten im Nirgendwo in einem Nationalpark. Aber naja… Die Kollegen die als erstes festsaßen bekamen ja schon Hilfe vom besagten 2. Auto, einem Safari-Wagen mit 2 Gästen, eine Dame aus Neuss, ein Herr aus Köln, die das ganze als kostenloses Abenteuer sichtlich genossen hatten. Ok, nun war der erste Wagen (eine Gruppe Belgier die auch auf der Community-Campsite waren) befreit. Spontan machte ich dann der Safari-Wagen auf in unsere Richtung (und die Belgier zu Fuß), um uns raus zu helfen. Nun hält der Wagen auch im etwas weniger tiefsandigen Bereich an und will uns rausziehen. Man sah förmlich als er vom Gas ging, dass jetzt auch er fest saß. Und so war es dann auch. Vorwärts, Rückwärts, nichts ging mehr. Wir haben dann erst mal unseren Little mit unseren Sandblechen, Schaufeln, Baumstämmen und jede Menge Menpower befreit um dann den LandCruiser des Guides auszugraben. Was eine Freude… Nach einer herzlichen Verabschiedung und kurz vor Anbruch der Dunkelheit hat sich dann jeder seines Weges gemacht Smiley

Aber neben diesem Erlebnis gab es ja auch noch die ganzen Tiere, die wir in den 3 Tagen gesehen hatten, und einer der bisher schönsten und einsamsten Campsites die wir bisher hatten…

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Um euch mal zu zeigen wie es aussieht, wenn man mitten in einer großen Gruppe von Elefanten steht (hinter uns waren auch nicht gerade wenige), haben wir mal ein kleines Video davon gedreht. Insgesamt haben wir ca. eine halbe Stunde in der Gruppe verbracht, bevor wir weiter konnten.

Aus dem Park und doch sehr einsamen Camp haben wir uns dann aufgemacht um in einer der immer wunderschönen Gondwana Lodges 2 Nächte zu verbringen. Die Namushasha Lodge liegt auch direkt am Fluß und hat einen Campingplatz mit einem wunderschönen Ausblick über eine weite Auen- und Flußlandschaft. Und da wir beim Community-Camp 3 Tage bei großer Hitze verbracht hatten, was viel Strom für den Kühlschrank braucht, mussten wir uns mal wieder an den Strom anschließen, zumal wir uns in den Schatten stellen wollten mit dem Auto. Gesagt getan – kein Strom. Nachdem ich dann einem Angestellten gesagt hatte dass wir keinen Strom auf unserer Steckdose haben kam dieser kurze Zeit später zu mir und berichtete, dass da wohl was kaputt wäre, der Elektriker aber schon informiert wurde. Naja, 2 Stunden später noch immer kein Strom… Ich hab dann erwähnt dass ich vielleicht helfen könnte, weil ich ja selber mal Elektriker war… Nach einer weiteren Stunde noch immer kein Strom, aber auch keiner gekommen um für Hilfe zu fragen. Kurzerhand bin ich dann zur Rezeption gedackelt und und hab nach dem Manager gefragt. Der war gerade dabei ganz aufgelöst mit seinem Technik-Chef zu telefonieren, weil wohl der komplette Campingplatz, aber auch die Wasserversorgung ohne Strom war. Wie er mir dann erklärte hat wohl das Gewitter, was wir in dem kleinen Park erlebt hatten, in diesem Bereich etwas heftiger zugeschlagen und ein Blitz hat die ganze Anlage außer Betrieb gesetzt. Und da der Elektriker gerade unabkömmlich war bei der Fertigstellung einer neuen Lodge die am 1. November eröffnet werden soll, hat er versucht das Problem mit dem gerade anwesenden IT-Techniker (es war auch einiges in der IT kaputt gegangen) zu lösen. Als ich dann erklärt hatte dass ich gerne bei der Problemsuche- und Lösung helfe, haben sie mir ein Multimeter in die Hand gedrückt, und wir haben mit der Fehlersuche begonnen. Nach 30 Minuten war klar dass der Blitz in das Haupt-Zuleitungskabel des Platzes eingeschlagen war und einen Kurzschluss zwischen einer Phase und der Schirmung verursacht hat. Ich hab dann die Phase gebrückt und sie hatten erst mal wieder Strom, wenn auch nur noch 2 und keine 3 Phasen. Da die Pumpe aber eine Drehstrom—Pumpe war, funktionierte das nicht. Am nächsten Tag hab ich dann eine Zeichnung erstellt wie man einen Workaround hierfür erstellen könnte, er hat das Fotografiert und an seinen Technik-Chef geschickt, der dann das OK gegeben hat, und wir haben den Workaround implementiert.Nach 1 Stunde waren alle 3 Phasen wieder da, wir hatten eine neue Erde gebaut, das Wasser lief wieder und alle waren glücklich. Zum Dank hat uns dann der nette Manager zum Mittagessen eingeladen, obwohl wir eigentlich noch satt waren vom Abendessen, was wir uns Tags vorher gegönnt hatten. Es war ein kleines, aber sehr feines Buffet, mit einer hervorragenden Vor- und Nachspeise, vom Hauptgericht und der Salatauswahl ganz zu schweigen. Wir würden sagen – das war das beste Essen, was wir bisher in Afrika hatten… Wer die Chance hat einmal bei der Namushasha-Lodge im Caprivi vorbei zu schauen – machen, und Abend Essen – es wird sich lohnen Smiley

Nach dem puren Luxus und mehr als üppigen Essen sind wir dann in den nächsten Park, auch wieder ein sehr kleiner und schöner Park, der Mudumo. Hier haben wir dann direkt im Park auf einem Stellplatz ohne alles (außer einem Plumpsklo) 3 Nächte verbracht. Das war der Hammer. Die Kinder wollten hier zu erst nicht hin weil es keinen Pool gab (bei 37 Grad kann man den echt brauchen). Aber als sie dann mal eine Stunde da waren haben sie schnell gemerkt, dass man auf so einen Platz auch eine Menge machen kann… Prompt wurden Stöcke gesucht, ein Tipi gebaut, und alles zusammen gekarrt um so zu leben wie die Menschen in der Steinzeit. Wir haben dann durch ihr Steinzeitdorf 2 Führungen bekommen, einen Morning- und einen Evening-Walk. Lenja hat sogar abends im Bett gelegen und für den nächsten Tag ein Programm erstellt, was sie uns alles zeigen möchte. Das haben wir dann glatt mal auf Video festgehalten. Alles was ihr seht, haben sich die Kinder zu 100% selber ausgedacht.

Und in der Nacht haben wir dann immer die Löwen brüllen gehört, deren Spuren wir am jeweils nächsten Morgen immer direkt hinter unserem Platz gefunden haben. Die Löwen sind immer durch den Park gewandert und zuerst kamen die Laute näher, um dann direkt “neben” uns zu sein, um sich dann in eine andere Richtung wieder zu entfernen. Leider haben wir keine Löwen gesehen in dem Park, dafür aber direkt vor unserem Platz eine Gruppe Elefanten, die den Fluß überquert hat… Das war echt lustig mit den Elefanten, und die kleinen sind glatt untergegangen. Manchmal sah man nur noch die Rüssel raus kommen, oder garnichts mehr. Die Baby-Elefanten wurden dann immer zwischen 2 große genommen und sie haben eine Schwänzchen-Schwänzchen-Kette gebildet, wie man sich das vor so vorstellt…

Die Löwenspuren die wir dann morgens sehen konnten sagten uns, dass wir uns nachts nicht geirrt hatten, dass sie direkt hinter uns vorbei gelaufen sind.

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Und das hier ist unser Platz auf dem Lenja und Silas gerade ihr Tipi bauen…DSCN9429

Mit dem Sonnenuntergang den wir jeden Abend genießen konnten…

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Nachdem wir nun 3 Tage pures Bush-Camping bei großer Hitze und ohne alles hatten, sind wir in unseren letzten Park gefahren, den Nkasa Rupara National Park. Hier wieder auf einer Community-Campsite mit Dusche und WC sollten wir endlich Glück haben, und einen Löwen “zum Greifen nahe” erleben. Aber wir lassen die Bilder mal für sich selber sprechen.

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Auge in Auge mit dem König der Tiere, keine 5m neben uns. Ein Erlebnis das einem eine Gänsehaut zaubert, die laaaaange anhält.

Hier haben wir neben anderen, auch kleinen, Tieren, noch ein deutsches Ehepaar getroffen, die sich gerade mit ihrem Truck auf einer Afrika-Durchquerung befinden. Silas durfte dann mal eine Runde Truck fahren Smiley

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Landschaftlich war auch dieser Park, eben der unheimlichen Tierdichte und Vielfalt, wieder ein Knaller…

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Abschließend müssen wir sagen, dass uns diese knapp 2 Wochen Caprivi extrem gut gefallen haben. Namibia hat hier unheimlich viel geschaffen auf einem sehr kleinen Raum. Der Tierreichtum und die Vielfalt ist überwältigend. Landschaftlich sehr abwechslungsreich und die Möglichkeiten unter zu kommen reichen von der absoluten Luxus-Lodge bis zum Bush-Camping mitten in der Wildnis mit 0 Infrastruktur, dafür aber absoluter Ruhe und den Löwen die um das Auto schleichen. Um das alles zu erreichen ist eine U-Strecke von nicht mal 300km notwendig, mit besten Versorgungsmöglichkeiten in Katima. Und ganz ehrlich – es wird schwer sein so viele so schöne Erlebnisse irgend wo anders auf so engem Raum zu finden. Da müssen sich andere Regionen sehr anstrengen – und gerade Botswana mit den Parks auf der anderen Seite des Flusses muss sich hier kräftig ins Zeug legen, wenn sie nicht ins Hintertreffen geraten wollen. Wir haben direkt auf der gegenüberliegenden Seite von Linyanti gecampt im Caprivi, für 90 namibianische Dollar (ca. 6€ für 4 Personen) pro Tag, incl. Park-Eintritt und die schönsten Tier-Erlebnisse unserer Reise gehabt. Auf Botswana-Seite im bekannten Chobe-Park kostet der Spaß um die 40€ pro Person pro Tag, ohne Park-Eintritt – und das bei absolut verkommenen Campingplätzen. Botswana – da müsst ihr echt was machen. Namibia hat hier ein um Klassen besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei gleichzeitig wesentlich besserer Versorgungs-Infrastruktur drumherum. Da muss man sich nicht ärgern wie im Chobe 50US$ für ein heruntergekommenes Camp zu bezahlen in dem nichts mehr geht und die Gebäude und alles andere seit Jahren sich selbst überlassen werden. Wir können jedem nur empfehlen den Caprivi einmal mit genügend Zeit intensiv zu bereisen – es wird sich lohnen und den Geldbeutel schonen.

So, hiermit endet dieser Eintrag. Wir sind wieder in Botswana angekommen und haben uns die nächsten 3 Tage in der Chobe Safari Lodge einquartiert und bereiten alles für die Ankunft von Thomas vor. Eingekauft ist schon zu einem Großteil, Little ist innen einmal gründlich gereinigt, und es regnet. Aber jetzt sind die Temperaturen mit um die 20 Grad wieder sehr angenehm. Die Wettervorhersage für die nächste Woche sagt uns, dass es wieder schon werden soll, rechtzeitig zur Ankunft von Thomas. Wahrscheinlich wird der nächste Eintrag jetzt etwas länger auf sich warten lassen. Der Fokus liegt den nächsten Monat auf der Reise mit Thomas… Aber mal schauen Smiley

In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal senden wir viele Grüße aus dem wunderschönen südlichen Afrika in die Heimat – Lenja, Silas, Moni und ich…

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