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Es neigt sich dem Ende

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Vorab etwas zum schmunzeln– ihr erinnert euch ja vielleicht an unser Badezimmer beim letzten Platz:

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Gerade standen Moni und ich Nachmittags frisch eingeschäumt und so wie der Herr uns erschaffen hat unter der Dusche und genossen den Badezimmerausblick, kam ein Touristenboot vorbeigeschippert und hatte seine helle Freude daran, uns beide als Fotomotive ausgemacht zu haben. Gerade war das dann vorbei, kam auch schon das nächste Bötchen angeschippert und man hat uns angeboten, uns die Fotos später zur Verfügung zu stellen Smiley Naja, so eine offen Lage kann auch gewisse Nachteile haben Zwinkerndes Smiley

Nun zu unserem aktuellen Reiseabschnitt

Wie ihr ja wisst, sind wir im Kaprivi unterwegs… Und heute haben wir nur noch gut 2 Wochen vor uns. Es geht bald in die Heimat – am 06.06.18 treten wir unseren Heimflug an – 2 Wochen ehr als initial geplant als wir im Januar den Flug gebucht hatten. Warum? Weil wir als wir vor 4 Wochen in WDH waren festgestellt haben, dass wir “nur noch” für damals gut 6 Wochen (zumindest ohne weitere größere Anstrengungen zu unternehmen) ein entspanntes aber auch spannendes Reiseprogramm hinbekommen. Und da wir ja anfangs geplant hatten auch noch nach Simbabwe zu fahren, uns aktuell aber hierzu die Abenteuerlust fehlt, haben wir uns eben entschieden die Zeit lieber in Namibia zu verbringen und die Reise dann zu beenden, wenn es am schönsten ist! Wie hat der Graf so schön auf seinem Abschiedskonzert gesagt – es ist Zeit zu gehen – wenn es am schönsten ist. Viele Tränen wurden geweint – aber ist das denn nicht schöner als zu sagen – Mensch – endlich geschafft! Und da wir nicht aus Stolz bis zum “bitteren Ende” durchhalten wollen, haben wir uns eben entschieden 2 Wochen früher zu gehen. Aber im Moment genießen wir jeden Tag. Seit 3 Tage sitzen wir mal wieder im Nichts – keine Toilette, keine Dusche – rein garnichts. Und genießen die Ruhe, die Einsamkeit und die Hyänen, Elefanten, Hippos und Löwenrufe am Abend und in der Nacht. Und das direkt am Wasser…

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Aber – bevor wir hier gelandet sind waren wir noch im Bwabwate-Park, und in der Namushasha-Logdge. Im Bwabwate hatten wir wieder am ersten Tag ein Erlebnis der 3. Art. Als wir am Nachmittag so bei uns auf dem Platz saßen hörten wir es rascheln und leise schnauben. Und wir marschiert da bei uns direkt vor der Nase vorbei – eine Gruppe von Elefanten. Sie haben sich dann genüsslich an den Bäumen auf einem Nachbarplatz bedient – was unsere Nachbarn nicht so lustig fanden. Die haben dann nämlich 1 Stunde im Wagen verbringen müssen, weil sie von der Herde eingekreist wurden, während wir entspannt beobachtet und unser Abendbrot zubereitet haben Smiley Am nächsten Tag haben wir dann eine tolle Entdeckung gemacht – ein Mistkäfer hat sich an einem riesigen Elefantenköttel zu schaffen gemacht… Beim Filmen ist dann noch Darlams (er kümmert sich darum dass alles ok ist auf dem Platz) vorbeigekommen und hat belustigt beobachtet, wie wir einen Mistkäfer im Elefantenköttel filmen Smiley Ach ja – im Video ist noch ein anderer Krabbler – schaut mal was der mit den vorderen “Fühlern” so macht…

Darlams kam dann am nächsten Tag zu uns und fragte – “sach mal – wart ihr nicht schon mal hier – so Ende letzten Jahres?” Ja klar – er konnte sich an uns erinnern. Wir sind schon mal Ende Oktober auf diesem Platz gewesen und in dem Park (damals hatte ich darüber geschrieben wir wir stecken geblieben sind weil ich einen Fahrfehler gemacht hatte…). Spontan haben wir Darlems dann zu einem Kaffee und ein paar Plätzchen für den nächsten Tag eingeladen. Das war mal wieder ein super spannendes Gespräch. Wir haben viele Fragen gestellt – wie – warum gibt es so große Mentalitätsunterschiede zwischen Nord- und Südnamibia, wie funktioniert das mit der Malariaversorgung, was hat es mit der Korruption auf sich, wie funktioniert die offizielle und die traditionelle Rechtsprechung, wie werden die “Chiefs” bestimmt, und viele Themen mehr. Wir waren beeindruckt davon wie wortgewandt, wie hoch intelligent und wie spannend und detailliert Darlems das alles erklärt hat. Wenn wir es nicht besser wüssten man könnte meinen er hätte irgendwo bei uns studiert. Da können wir nur sagen – schade, dass er sich “nur” um den Platz kümmert – er könnte in der richtigen Position sicherlich viel mehr bewegen. Aber auch er wurde schon durch die “Korruption” die leider so weit verbreitet ist von einem guten Job ferngehalten. Das wurde zwar später aufgedeckt (und er finanziell  eilweise entschädigt) und auch geahndet (der korrupte Mitarbeiter wurde entlassen), aber den Job hat er trotzdem nicht bekommen. Nicht wirklich konsequent bis zum Ende.

Am nächsten Tag ist der dann um die Mittagszeit nach Katima gefahren, da seine 5-jährige Tochter (er hat 3 Kinder und ist in etwa in unserem Alter) mit Malaria ins Krankenhaus gekommen ist. Drücken wir ihr die Daumen, dass es ihr wieder besser geht und sie keine bleibenden Schäden davon trägt!

Im Bwabwate sind wir dann auch noch von einer Seuche heimgesucht worden am 2. Tag – den Wanzen. Die scheinen zu Millionen dort alle an einem Tag zu schlüpfen (am nächsten Platz 30km entfernt ist das wohl auch so gewesen). Wir wurden dann von den Tierchen überall belagert und sie haben sich auch in Little geschlichen. Insgesamt hatten wir knapp 5-6 Tage damit zu tun, die Biester wieder los zu werden. Gefühlt haben wir am ersten Tag ca. 100 von den Biestern aus Little befördert.

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Es wurden zwar weniger von Tag zu Tag, auch was draußen rumflog – aber nach den 5-6 Tagen haben wir ungelogen irgend etwas zwischen 200 und 250 von den Biestern entsorgen müssen. Selbst heute finden wir immer noch mal wieder irgendwo eine in irgend einer Ecke wo sie sich versteckt hat. Hoffentlich sind wir am Ende der Reise alle los!

Jetzt wollen wir euch mal zeigen, wie es hier unten aussieht, wenn es viel Wasser gibt – wie hoch das Gras steht und wie schwierig es manchmal ist, die Wege zu finden (auf dem Video geht es noch einigermaßen), wenn alles so zugewachsen ist.

Nach dem Bwabwate sind wir dann weiter in die Namushasha Lodge. Und wir waren total überrascht – die konnten sich noch alle an uns erinnern und daran, dass ich dort damals nach dem Blitzeinschlag die Elektrik wie in Gang gebracht habe. Somit wurden wir überschwänglich begrüßt und behandelt wie Könige Smiley Hier haben wir es uns dann richtig gut gehen lassen und wieder mal Urlaub gemacht. Eines der Highlights war eine 3-stündige Bootstour durch die Fluß- und Sumpflandschaft. unser Guide hat dann für Lenja und Silas einen schönen traditionellen Schmuck aus Seerosen gebastelt der hier zu besonderen Anlässen getragen wird.

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Und da wir schon so viel erlebt haben bisher, konnten wir die Bootsfahrt sehr genießen ohne den Permanenten “Druck” – mensch – jetzt müssen wir aber Fotos machen und wir müssen noch Krokodile und Hippos und… sehen.

Erlebt haben wir trotzdem viel auf dem Bootsfahrt auf unserem kleinen Mini-Bötchen…

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Und wir haben uns sogar zwei leckere Abendessen gegönnt. Das Essen war bei beim letzten mal wirklich absolut spitze! Und der Ausblick auch – unter freiem Himmel bei Neumond und funkelnden Sternen… Was ein beeindruckendes Erlebnis! Auf der Bootsfahrt konnten wir ein Bild machen von der Terrasse auf der wir gesessen und das Abendessen genossen haben.

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So, nach den 4 Tagen Luxus und Urlaub weiter in den Bwabwate, wieder zurück zu den totalen Basics – eben nichts, ausser einen Baum unter den wir uns offiziell stellen dürfen Smiley

Das war dann unser letztes sehr naturnahes Erlebnis. Nachts ein Hippo vor der Haustür, die Löwen um uns drumherum geschlichen – und zwar morgens als wir aufgestanden waren brüllte es auf einmal “umme Ecke” und einer hat immer Wache gehalten während die anderen dann (es war der letzte Tag im Park) zusammengepackt haben. Mit Tränen in den Augen haben wir den Park dann verlassen –aber wir können und werden ja wiederkommen Smiley

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Zum Schluss haben wir jetzt noch ein kleines Suchbild für euch – wo hat sich der Elefant verscheckt? Die Entfernung zum Elefanten vom Auto aus sind ca. 10-15 Meter, nicht mehr. Bei dem hohen Graß ist es uns mehrmals passiert, dass wir gemerkt haben dass Elefanten oder auch andere Tiere direkt neben uns standen, als wir schon fast dran vorbei waren. Das Gras hatte teilweise Höhen von über 2m, da gehen die “kleineren” Exemplare schon mal drin verloren Smiley

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Ach ja, als wir zwischendurch mal auf der Teerstraße waren die den Park durchzieht und am Straßenrand standen um eine Gruppe Tiere zu beobachten kam auf der entgegengesetzten Fahrbahn auch ein weißer Toyota LandCruise angefahren und hat in einem Abstand zu uns von ca. 200m angehalten und auch beobachtet. Als wir dann weiterfuhren sagte Moni dann – hey, der hat uns angeblinkt. Wir sind dann langsam rechts rangefahren und wer hält neben uns an – der Stefan Smiley So klein ist die Welt – da tingeln wir beide durch ein riesiges Land und treffen und auf einer einer kleinen Transitstraße am östlichsten Ende von Namibia wieder. Er hatte da schon fast seine 4 Wochen rum und fliegt diese Woche Freitag wieder in die Heimat. Und am schlimmsten – er muss Montag schon wieder arbeiten und freut sich total Zwinkerndes Smiley

So, nun sitzen wir hier am Sambesi auf unserem Stammplatz in Katima und lassen morgen unser Carnet stempeln. Das geht hoffentlich ohne, dass wir über die Grenze müssen – wir lassen und mal überraschen. Und dann haben wir nur noch genau 2 Wochen bis wir uns auf den Heimweg machen. Mal schauen, was sich in der Zeit noch ereignet. Auf jeden Fall muss Little noch mal in die Werkstatt und ich muss das Ersatzteil einbauen, was aus England in WDH angekommen ist. Dann bekommt er noch neue Frontfedern, ein paar vordere Bremsbacken und noch so ein paar kleinere Dinge. Das mach ich dann alles im Camp – nur für’s Getriebe brauch ich Hilfe – das Ding wiegt einfach zu viel, um es alleine zu machen.

Aber jetzt brauchen wir erst Mal den Stempel im Carnet! Und bis dahin senden wir viele liebe Grüße in die Heimat – Wir4

PS: Wie immer mal wieder zwischendurch – Rechtschreib- und Syntaxfehler bitte verzeihen – ich schreibe zum Spaß für Familie und Freunde und nicht professionell. Wir stecken die Zeit lieber in gemeinsame Erlebnisse anstatt in Zeit am Computer-(Ding) 😉

Kleines Followup… und ab in den Kaprivi!

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Der letzte Eintrag ist sicherlich für den einen oder anderen ein nicht sonderlich positiv wahrgenommener Beitrag gewesen. Ja, das ist auch richtig, entspricht aber unserer Wahrnehmung. Und da unser Blog kein Blog sein soll der allen einfach nur zeigt wie toll man selber ist, wie toll die Reise ist und wie toll die Erlebnisse sind – greifen wir natürlich auch solche Themen auf. Und wäre es denn nicht schade wenn man über all die Jahre die wir Afrika bereisen keine “Beziehung” zu den Ländern aufbaut und einfach nur mit der Einstellung reist “in 3 Wochen bin ich wieder weg und dann ist mir egal was mit dem Land wird”? Nein, so wollen und so können wir nicht reisen. Und da uns Namibia bei unseren letzten Urlauben und Reisen ganz besonders ans Herz gewachsen ist und uns die Veränderung zum Negativen hier besonders auffällt, kommt das natürlich auch in unseren Blog! Und auf die Frage aus unserer Familie warum man dann ein solches Land trotzdem bereist bleibt nur die Antwort – “weil Namibia trotz alle dem ein wunderschönes Land ist mit ganz liebenswürdigen Menschen die Opfer ihrer Politik geworden sind die in diesem Land (leider) noch immer gemacht wird”. Als Beispiel möchten wir die Schulen und Krankenhäuser aufgreifen. Viele “lokale” haben uns davon berichtet dass das Gesundheitssystem für dien überwiegenden Teil der Bevölkerung am Boden liegt. Die Krankenhäuser verfallen und Kompetentes Personal ist annähernd nicht mehr vorhanden. Die Menschen haben Angst zum Arzt zu gehen weil sie dann kranker (oder tot) zurück kommen als sie hingegangen sind. Das Gleiche gilt für die Schulen. Die Gebäude verfallen, Lehrer sind absolute Mangelware und die Klassen sind nicht selten mit 50 Kindern besetzt die auf dem Boden sitzen. Auf der anderen Seite haben wir noch nie so viele dicke Autos mit grünem Kennzeichen (Wagen der Staates) gesehen in Relation zu den “normalen” Autos, wie in Namibia. Gerade in Windhoek fahren jede Menge dicke, nagelneue Mercedes Benz E-Klasse (300 und 400-Modelle) rum. Die Regierungsgebäude stehen voll mit dicken Geländewagen mit grünem Kennzeichen und und und. Es gibt mehr als eine “Prachtbaute” in Windhoek von Ministerien oder “öffentliche Wahrzeichen”. Und wenn man sich die nachfolgende Stellenanzeige anschaut weiß man, was Mitarbeiter im öffentlichen Dienst verdienen – vorausgesetzt man hat das richtige Parteibuch und kennt die richtigen Personen.

Stellenanzeige

Das sind Gehälter zwischen 40.000€ und 50.000€ für Mitarbeiter in der Verwaltung – administrative Tätigkeit – in einem Land in dem für die Bildung und die Gesundheitsversorgung kein Geld mehr da ist. Und jeder bekommt natürlich einen Dienstwagen und Wohngeld. Und nachdem nun viele Länder ihre “Entwicklungshilfe” für Namibia umgestellt haben von direkten Zuschüssen zum Staatshaushalt (weil es auch den Geberländern zu bunt wurde) hin zu Projektgebundenen und vom Erfolg abhängigen Zuschüssen wendet sich Namibia nun China zu mit der Begründung, dass diese das Land nicht so “gängeln” und nicht so vorgeben, was mit dem Geld gemacht werden soll. Ist kein Witz, stand vor 4 Wochen nach dem Besuch von Namibias Präsident in China ein Interview in der Zeitung. Da hat sich ein Regierungsmitglied tierisch darüber aufgeregt, dass die alten Geberländer jetzt Bedingungen stellen für die vielen hunderte Millionen Euro (Namibia hat nur knapp ca. 2,3 Mio. Einwohner!) die sie jedes Jahr an Namibia überweisen und das China das ja nicht machen würde… Ist ja auch schwierig zu verargumentieren warum der neue Benz E400 her muss wenn die Schulkinder nix zu futtern haben oder keine Ärzte mehr in den Krankenhäusern sind – für die das Geld fehlt.

Und genau deswegen sind wir so erschrocken über Namibia – das Land hat so viel Potential das nicht genutzt wird und selbst das, was schon vorhanden war wird sukzessive zerstört oder verrottet einfach weil das Geld für eine politische Oberschicht ausgegeben wird. Oder eben als “Stillhaltegeld” für hohe Gehälter im öffentlichen Dienst in dem mehr administrative Mitarbeiter sind in Relation zur “arbeitenden produktiven Bevölkerung” als in irgendeinem anderen südafrikanischen Land.

Und dass bei der eigentlichen Bevölkerung davon nichts ankommt was in der politischen Oberschicht alles eingesackt wird sieht man an den immer mehr bettelnden Menschen und auch Kindern. Dieses kannten wir aus unseren vorherigen Reisen garnicht. In bestimmten Bezirken wird man schon belagert von bettelnden Menschen – wie zum Beispiel in Mariental. An der Tankstelle müssen sie vom Tankwart verscheucht werden, beim Shoppen hängen sie um die Autos rum und selbst beim Einkaufen im Geschäft wurde Thomas schon von einer Frau angesprochen mit den Worten “Give me 20$” – einfach so. Gerade noch am telefonieren die Dame, legt auf und meint dass sie einfach 20$ von Thomas bekomme soll. Dem Auto-Watcher haben wir dann ein Brot mitgebracht (war eigentlich garkein Watcher sondern kam einfach weil er Touristenautos gesehen hatte) und dann wurde er auch noch unverschämt und meinte er müsste zusätzlich zum Brot noch 6$ bekommen. Wir können uns das nur dadurch erklären dass “die da oben” sich nach dem gleichen Vorgehen die Taschen vollmachen und die normal Bevölkerung das übernimmt – Geld fordern ohne irgend etwas dafür zu tun.

Und dass sich keiner um die ärmsten der Armen kümmert sieht man immer bei den ganz schwachen – den Kleinkindern und den Schwangeren. Es gibt hier regelmäßig (immer lokal gültig für die jeweilige Stadt) Todesanzeigen in den Zeitungen. Für dieses Leben gibt es keine Hilfe – aber für den Politiker und die vielen politischen angestellten gibt es hohe Gehälter, dicke Dienstwagen und tolle Prachtbauten. Und das ist unserer Auffassung nach keine gute Entwicklung! Das treibt uns die Tränen in die Augen.

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Namibia ist ein so wundervolles Land und hat viele ganz liebenswürdige Menschen – aber was macht die Politik mit dem Land? Jetzt können wir verstehen warum (wie uns 2 Namibier aus dem Kaprivi damals in Sambia erzählt haben) sich die Kaprivi-Region von der Zentralregierung in Namibia abspalten will. Die wollen das nicht mehr mitmachen. Und jetzt verstehen wir auch warum wir damals vom Kaprivi (als wir nur kurz für 10 Tage in Namibia waren bevor Thomas kam im Oktober) so super begeistert waren und jetzt wieder sind. Als wir letzte Woche die “Grenze” zur Kaprivi-Region überschritten haben konnten wir es nicht glauben. Winkende Menschen an den Straßenrändern, total sauber, super liebes, nettes und fleißiges Personal bei den Unterkünften – einfach wieder anders. Das ist das Afrika was wir auch auf unserer kompletten restlichen Reise erlebt haben und so hatten wir auch (damals noch ganz Namibia) Namibia in Erinnerung. Für uns gibt es nun ein gespaltenes Namibia – das im Norden und – das restliche Namibia. Wie traurig und schade ist das denn? Hoffentlich wird diese Entwicklung erkannt und die Fehler korrigiert…Wir verbringen auf jeden Fall den Rest unserer Reise im Norden von Namibia – denn wir würden gerne mit einem positiven Eindruck von Namibia unsere Reise beenden.

So, nun aber genug über die negative Entwicklung dieses wunderschönen Landes im Zentrum des südlichen Afrikas…

Viele Bekannte in Windhoek

Wir waren ja auf den Weg nach Windhoek um Thomas abzuliefern der uns dann leider auch verlassen hat Trauriges Smiley Gleichzeitig haben wir uns dort aber auch mit Freunden verabredet, eigentlich “nur” Dewi und Werner, dann sind aber auch noch Dirk und Stefan dazu gekommen… Irgendwie wird unsere Gruppe “wir treffen uns immer wieder” immer Größer Smiley Dewi und Werner haben es geschafft und ihren Tank dicht bekommen, so dass sie nun endlich wieder jede Menge Frischwasser mitnehmen können. War noch eine Heidenarbeit – aber nun hält er. Ich war mit Little auch in der Werkstatt und wollte eigentlich das Getriebe dichten. Aber nach einem halben Tag unter Little (Getriebe ab und wieder dran) haben der Mechaniker und ich dann festgestellt, dass es eigentlich garnicht der Getriebe ist, sondern ein spezielles Kit, was ich noch in DE eingebaut habe. So ein Mist – da ich das Spezialwerkzeug nicht dabei habe was man braucht um das abzubauen und dann zu dichten mussten wir das Getriebe wieder unverrichteter Dinge anschrauben. Ich hab dann nach England an den Hersteller geschrieben dass das Ding nach weniger als 20.000km schon undicht ist und er hat sich dann 1000mal entschuldigt und schickt mir nun das Spezialwerkzeug und die Dichtungen kostenlos nach Windhoek. In Windhoek habe ich dann einen super netten LR Ersatzteildealer gefunden an den ich den Kram schicken lassen kann und die bewahren es dann auf, bis wir in 3 Wochen wieder in Wdh sind. Dann kann ich es dort abholen, in die Werkstatt und wir können es ganzfrickeln Smiley

Aber nun wieder zu unserer Gruppe…

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Ganz schön viele – gelle? Und die nächste Verabredung steht auch schon wieder. Alle sind wir “Afrika-Fans” und ganz besonders Namibia-Fans. Auch wenn wir alle sehr traurig über das oben beschriebene sind – einfach wegbleiben ist auch keine Lösung. Also kommen wir alle immer wieder – so lange es denn geht.

Auf dem Platz auf dem wir uns alle getroffen haben, und der manchmal ein bisschen wie eine Werkstatt aussieht – haben wir dann noch einen Besucher bekommen. Eines Nachmittags kam er an mit seinem alten Ford und ehe wir uns versehen haben waren alle Reifen ab, der halbe Motor zerlegt, alle Flüssigkeiten raus,… Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Er hat uns dann seine halbe Lebensgeschichte erzählt – gerade bei der Frau rausgeflogen, bereitet seinen Wagen auf eine Rallye vor und hat sich jetzt für 4 Wochen auf dem Platz als sein Zuhause eingebucht. Das coolste – der hat da seinen ganzen Hausstand unter dem Dach untergebracht. Ach ja – neben dem Auto hat er dann auch noch sein Quad zerlegt Smiley

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So, nachdem wir uns dann wieder aus Windhoek auf den Weg gemacht haben Richtung Norden haben wir dann bei eine kleinen Gästefarm übernachtet bei der die Kinder dann noch mal Spielkameraden hatten. Die Eltern waren gerade dort zu besuch und der Papa repariert immer als guter Mechaniker Dinge die auf der Farm kaputt gehen.

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Die Farm liegt traumhaft und wird von einer super netten älteren Dame (über 70 Jahre) alleine gemanaged. Vielleicht erzählen wir später einmal ihre Geschichte – auf jeden Fall haben wir uns weinend voneinander verabschiedet Trauriges Smiley Nach diesem Erlebnis sind wir dann über Roy’s Restcamp…

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… hier genießt Silas gerade die Abkühlung in der Badewanne… weiter ins NGepi Camp, traumhaft gelegen direkt am Okavango (Kaprivi-Region) gefahren. Total schön gelegen hören wir hier abends immer wieder die Hippos, können von unserer Campsite die Elefanten auf der anderen Seite des Flusses beobachten und die Kinder haben Spaß dabei Schule in der Flenzecke des Camps zu machen und dabei die Tiere zu beobachten.

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Und nicht nur bei der Schule kann man die Tiere beobachten, sondern auch auf dem stillen Örtchen – oder wenn man es sich bei einem Bad im warmen Wasser gut gehen lässt Smiley Das ist also links unsere Toilette und rechts unser Badezimmer…

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Aber – auch für die 4×4-Fahrer gibt es ein wenig Spaß hier – in Form von lustigen Schildern. Und da bricht natürlich mal wieder die ewige Rivalität der Land Rover und Land Cruiser Fahrer auf. Je nachdem was für ein Fan der Camp-Besitzer ist gibt es immer mal wieder was lustiges, in die eine oder in die andere Richtung.

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Das Camp hat auch noch einen ganz interessanten Pool zu bieten. Ein Käfig aus Eisenmatten wie sie bei uns z.B. in Betonböden oder Decken kommen einfach aufgehängt an einer Pontonumzäunung hängt direkt im Fluss. Am ersten und zweiten Tag als es noch super warm war, waren Moni, Lenja und Silas hierin schwimmen und haben die Krokodile beobachtet die unter Wasser versucht haben, immer wieder in den Pool zu kommen um die 3 aufzufressen Zwinkerndes Smiley Nein, natürlich nicht – die Krokodile waren nicht da, aber die 3 waren dadrin schwimmen, während ich an Little gewerkelt habe oder im Buch geschmökert.

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Das ganze war dann noch mit einem lustigen Schild geschmückt, da das Wasser welches hier verwendet wird natürlich aus dem Fluss kommt…

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Das sind schon echte Spaßvögel hier am Camp Smiley Und da wir hier direkt in der Nähe von einem Nationalpark sind haben wir uns an einem Tag dann aufgemacht um endlich, nach laaaanger Zeit mal wieder auf die Suche nach Elefanten und anderen Wildtieren zu gehen. Gehört haben wir sie ja schon jeden Tag von unserem Platz aus, der direkt am Fluß liegt…

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… hier baut Silas gerade an seinem Truck-Legomodell mit den Mitteln die er denn so zur Verfügung hat, morgens um kurz nach 7 Uhr noch vor dem Frühstück…

Aber gesehen haben wir Elefanten bisher eben noch nicht, nur gehört. Und als wir dann im Park waren, runter an den Fluss gefahren sind waren sie wieder – die Tiere und das unheimliche Glücksgefühl bei uns allen, wieder mitten drin zu sein.

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Und die Landschaft entlang des Flusses war so voller Leben mit Vögeln und auch anderen Tieren. Und dabei sind wir dann an einer Stelle vorbei gekommen bei der wir gedacht haben – zeigt uns die Natur hier jetzt den “Stinkefinger”? Was soll uns das sagen? Smiley Scheinbar sind alle hier in der Ecke mit einer lustigen Natur ausgestattet – die Menschen aber eben auch Mutter Natur selber…

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Und dann hatten wir heute Morgen noch 2 Erlebnisse der besonderen Art. Dass es hier Boomslangen (Baumschlangen) gibt wussten wir schon seit unserem ersten Tag. Beim spielen von Lenja und Silas mit 2 einheimischen Kindern hier am Platz hatten sie schon eine entdeckt, die wir dann verscheucht haben. Und heute Morgen dann ging Moni ins “Badezimmer” um sich frisch zu machen und hat dann direkt neben dem Spiegel ein etwas größeres Exemplar entdeckt…

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Mit einem langen Stock haben wir die dann verscheucht, ab in den Baum. Damit war unser Badezimmer dann wieder schlangenfrei. Während Moni dann Schule gemacht hat und Silas mal eben auf die Toilette musste rief er nach 2 Minuten – Maaamaaaa – hier ist eine Booooomslaaaaaang!!!! Das war dann ein kleineres Exemplar die vor seiner Nase auf einem Baumschlang angeschlängelt kam – diesmal komplett in grün. Nachdem Silas dann vom Klo runter war haben wir auch die dann mit einem Stock verscheucht und in den Fluss gestoßen. Zum Glück sind die Baumschlangen ganz friedliche Tiere die nur beißen, wenn man die direkt anfasst. Und da Schlangen nur Bewegungen wahrnehmen können ist das schlauste was man machen kann wenn man eine Schlange vor sich hat – sich eben einfach nicht zu bewegen. Und auch das hat Silas super gemacht. Und wie friedlich sie sind kann man sehr gut sehen, wenn man sie mit einem Stock traktiert, damit sie abhauen. Sie ergreifen sofort die Flucht und versuchen nicht einmal zu beißen oder sonst was zu machen. Und bevor eine Boomslang beißt bläht sie sich auch erstmal auf, um zu drohen. Selbst das hat keine der Schlangen gemacht die wir verscheucht haben. Also alles halb so wild.

Morgen geht es dann weiter in den Kaprivi rein und wir tingeln die nächsten 11 Tage wieder gemütlich durch die 3 kleinen Nationalparks welche es hier oben im Norden gibt. Dann müssen wir noch an der Grenze zu Sambia unser Carnet stempeln lassen und reisen dann Richtung Windhoek. Jetzt haben wir noch ziemlich genau 4 Wochen und dann geht es heimwärts – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Weinend deshalb weil uns dieses freie, sehr naturnahe Leben, die Menschen und das so eng zusammen sein fehlen werden, lachend deswegen, weil wir uns natürlich extrem auf unsere Familie, die Freunde, unser Zuhause und das super komfortable und luxuriöse (im Vergleich zu unserem Leben hier auf der Reise) Leben freuen was wir haben. Was ist es doch für ein Luxus

  • einfach die Klamotten in eine Waschmaschine zu tun und sie kommen nach ein paar Stunden wieder sauber raus.
  • bei uns einzukaufen und für die 200g Frischkäse nicht 4€ zu zahlen.
  • oder einfach mal die Pizzeria anzurufen und eine Pizza Mista Familia mit einem guten Salat zu bestellen.
  • mal eben Sonntags im Bett zu bleiben und trotzdem einen Kaffee zu bekommen (wir müssen immer erst das Bett abbauen bevor wir an den Kühlschrank mit der Milch kommen).
  • eine eigene Toilette und eine eigene Dusche zu haben in einem Badezimmer in das man einfach gehen kann, ohne vorher zu schauen ob irgendwelche Schlange oder Skorpione oder Spinnen oder… gerade irgendwo rum kreuchen und fleuchen Smiley
  • oder – oder – oder…

Ja, wir freuen uns auf Daheim – sind aber auch sehr froh darüber dass wir Little hier unten lassen, so dass wir jeden Sommer immer wieder zurück kommen können (und müssen – wegen des Carnet). Denn nicht mehr wiederkommen – das könnten wir nicht. Afrika ist mittlerweile zu einem Teil von uns geworden – in jederlei Hinsicht. Ein Teil von uns ist immer hier unten – und wir nehmen auch viel mit “hoch”. Wie war doch der alte San-Spruch, den uns einmal ein San geflüstert hat:

If once your bare feet touch the sand of Africa –

it will flow to your heart and you will always come back!

Wir glauben ja mittlerweile dass auch Afrika einen Teil von uns behalten hat – vor knapp 20 Jahren als wir das erste mal hier waren – und dass es uns deswegen immer wieder hier runter zieht. Irgendwie hat das wohl etwas mit Magie zu tun, die es hier definitiv noch gibt!

Jeder der diese Magie einmal spüren möchte dem empfehlen wir, den magischen Kontinent zu besuchen. Und wenn ihr euch dann traut einmal barfuß durch den roten Sand der Kalahari zu laufen werdet ihr es spüren – das kribbeln, welches vom kleinen Zeh, über den ganzen Fuß in eure Beine, den Bauch, und dann in euer Herz strömt. Und dieses Kribbeln ist so unbeschreiblich, dass ihr es immer wieder in eurem Leben spüren wollt. Denn das ist die Magie, die es nur hier unten gibt…

Viele liebe Grüße in die Heimat – Wir4

Abschluss Transfontier und ein bisschen Urlaub

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Beim letzten Eintrag hatte ich ja erzählt, dass von Dewi und Werner und ihrem Unimog (wunderschönes Reisegefährt) der Wassertank undicht war (ist). Die beiden hatten wir ja in Port Elizabeth kennen gelernt und uns spontan mit ihnen angefreundet. Und da wir uns spontan für den Transfontier in Mata Mata verabredet hatten, haben wir am ersten Abend erstmal gemeinsam bei Dewi und Werner super lecker dinniert. Die beiden mussten ein Chalet nehmen, da der Campingplatz (wie so oft) “fully booked” war, in der Realität aber natürlich mal wieder nicht. Das bekommen die hier in Afrika irgendwie alle nicht geregelt. Andauernd sind Plätze vollkommen ausgebucht (in Namibia und Botswana ist das bei den Plätzen vom Staat besonders schlimm) und dann aber nur zu Hälft voll, oder teilweise komplett leer. Die haben einfach keinen Bock zu arbeiten und sagen dass alles voll ist. Weil wenn Gäste da wären, müsste ja mal einer sauber machen. Die spielen viel lieber am Handy, schreiben SMS oder bohren in der Nase – ist echt so. Nicht selten wird man gerade bei staatlichen Einrichtungen als absoluter Störfaktor behandelt. Das empfinden nicht nur wir so, sondern jeder der unterwegs ist und was mit diesen Stellen zu tun hat ist schier der Verzweiflung nahe. Mittlerweile gibt es Agenturen die man teuer bezahlen muss und die sich dann darum kümmern, dass man unterkommt – vielleicht bestechen die ja die Mitarbeiter dort, damit sie sich mal bewegen und deswegen muss man so horrende Summen für diese “Dienstleistung” zahlen. Aber auch in Restaurants, das fällt uns hier in Namibia extrem auf, kommt man sich oft als Störfaktor vor wenn mal wieder 5 Angestellte zusammenstehen und erzählen oder an den Handys spielen und man einfach nicht bedient wird. Wenn man dann selber hingeht wird man auch noch böse angeschaut, warum man denn jetzt stören kommt (gerade wieder erlebt im Oanab Resort als wir ein Eis bestellen wollten). Da ist es kein Wunder, dass hier nix voran geht und so viel total verfällt, wenn so viele eine solche Arbeitseinstellung haben. Aber nun zurück zum Dinner… Jeder hat sein Grillfleisch mitgebracht und Dewi hat einen wunderbaren schwäbischen Kartoffelsalat gemacht – einfach oberlecker…

Gemeinsames Abendessen

Und ach ja – geschlafen haben die beiden in der Nacht übrigens in ihrem Unimog – in dem weit über 100€ teuren Chalet wurde der Generatorstrom um 10 Uhr abends genau so abgeschaltet wie auf dem gesamten Platz. Und damit fiel dann auch die Klimaanlage aus. Was die Erbauer aber nicht bedacht hatten – wenn es Tagsüber über 30 Grad ist, sich die Hütte aufheizt und dann abends die Klimaanlage abgeschaltet wird, wird es bei geschlossenen Fenstern unerträglich. Denn – weder vor den Fenstern noch über dem Bett sind Moskitonetze – was dazu führt dass wenn man die Fenster aufmacht damit man noch atmen kann und nicht gegrillt wird – wird man von den Moskitos aufgefuttert… Na, das hatte sich so richtig gelohnt das Chalet Trauriges Smiley

Am nächsten Tag haben wir uns dann daran gemacht, nach der Leckstelle im Tank zu suchen und den zu dichten – wie sich später herausstellte leider ohne Erfolg Trauriges Smiley Im Unimog innen drinne einiges zerlegt, da der Tank extrem verbaut ist, und dann mit Sikaflex so gut es geht die inneren Schweißnähte abgedichtet.

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Hier hänge ich gerade Kopfüber im Tank und versuche die Nähte zu dichten. Für mich als Linkshänder war es wesentlich einfacher den Arm so zu verdrehen, dass man an die Naht kam, als für Werner. Daher haben wir einfach die “Rollen” getauscht und ich war dankbar, dass ich mal wieder was zu frickeln hatte Smiley Die Kinder hatten ihren Spaß dabei und haben alles genau beobachtet und wurden von Dewi mit Leckereien versorgt.

Kinder bei Dewi&Werner

An diesem Abend haben wir dann bei uns gemeinsam Abend gegessen. Und – wir hatten noch einen “Special-Guest” – den Dirk. Der ist auf dem Foto noch nicht mit drauf. Er ist genau wie ich in der IT unterwegs und hat sich ein Jahr Auszeit genommen. In dieser Zeit ist er auch durch Afrika gereist – alleine – und hat seine Field-Guide-Ausbildung in Südafrika gemacht (wird im allgemeinen fälschlicherweise als Ranger bezeichnet). Ganz ehrlich – unseren höchsten Respekt davor sowas zu machen. Dirk haben wir später noch mal im TweeRevieren-Camp getroffen und auch da noch mal gemeinsam Abend gegessen – er ist ein super klasse Typ und vor dem was er so alleine macht kann man nur höchsten Respekt haben!

Gemeinsames Abendessen2

Ach ja – Dewi als Fotografin fehlt leider auf dem Foto – aber da bekommen wir bestimmt noch eines mit ihr drauf Smiley

Nun wieder zu der Dichtaktion. Leider mussten wir dann am nächsten Tag nach der Trocknung der Dichtung feststellen, dass es wohl nicht geklappt hat. Wir hatten zwar auf anderes gehofft, aber es hatte nicht sollen sein. Da wir aber einen Edelstahltank dichten mussten und keinen Primer/Activator hatten und eigentlich auch nicht das ideale Sikaflex bestand halt die Möglichkeit, dass es in die Hose ging – und das ist eben auch passiert. Dewi und Werner sind jetzt aktuell in Windhoek und haben den Tank nun aufschneiden lassen und dichten noch mal von Neuem – mit Primer und Activator. Heute soll dann der Dichttest sein (Freitag, 27.04.) und wir drücken alle ganz fest die Daumen, dass das bloß klappt… Und da wir morgen auch nach WDH fahren ins gleiche Camp sind wir schon sehr gespannt, ob das geklappt hat…

Und nun noch zu ein paar Bildern vom Park. Und was uns diesmal sehr überrascht hat – Tiere ohne Ende, und vor allen Dingen Raubtiere ohne Ende. Zum Ende unserer 9 Tage konnten wir schon keine Löwen mehr sehen Zwinkerndes Smiley Aber auch kein Wasser mehr, da nicht wenige der Straßen immer wieder unter Wasser standen und wir immer wieder durch mussten oder auch umfahren mussten. Die Krönung war dann eine Mercedes B-Klasse die wohl mit einem Motorschaden abgesoffen ist. Teilweise waren die “Pfützen” so tief, dass selbst wie bis zur Mitte Kühler im Wasser standen. So ein normaler PKW säuft dann komplett ab. Da kann man echt nur sagen dass die Leute wirklich dumm sind, mit normalen PKW durch solches Wasser zu fahren. Wenn der Motor über die Luftansaugung Wasser ansaugt, ist er halt geschrottet…

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Nicht zu vergessen – die Fotos sind in einem Wüstenpark gemacht in dem es normalerweise außer künstlicher Wasserstellen kein (bzw. eben nur extrem selten) Oberflächenwasser gibt!

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Auch für einen Geländewagen ist Wasser nicht lustig (und eigentlich kein erfahrener Offroader mag es wirklich). Denn dieses geht natürlich durch alle Ritzen, spült die Fettung raus, geht durch Dichtungen und und und. Sowas ist im Nachgang immer mit Arbeit verbunden Trauriges Smiley Aber naja, kann man halt nix dran machen und die Natur hat dringend den Regen gebraucht. Neben dem Mercedes hatten wir in einem Camp noch jemandem mit einer geschrotteten Freilaufnabe (Wasser rein), 2 Wagen die sich nicht mehr starten ließen,… Und natürlich ein paar Touristen die mit ihren Mietwagen meinten dass das alles super toll wäre – ist ja nicht ihr Auto. Aber Idioten gibt es halt immer.

Aber nun zu den schönen Erlebnissen. Immer wieder große Gruppen von Tieren, welche die für Nachwuchs sorgten, oder einfach nur den alltäglichsten Bedürfnissen nachgingen, ohne sich dabei von Beobachtern stören zu lassen. Manche auch ganz easy auf der Straße als Roadblock. Aber sehr einfach selber.

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Manche spielen auch im Wasser, oder einfach nur verstecken. Oder auch Hälse umeinander schlingen oder Mama hinterher laufen. P1040182 P1040217P1040239 P1040591P1040578 P1040417

Bei manchen stellt sich dann die Frage, ob sie ob der aufblühenden und auflebenden Natur nicht ein wenig übermütig werden – zu viel der Frühlingsgefühle Smiley

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Ober der es wohl schafft die kleine Antilope zu erlegen? Wie viele Löwenmännchen könnt ihr eigentlich im Bild oben rechts in der Ecke entdecken?

Aber neben den großen gibt es natürlich auch die kleinen, die wir nun endlich zum ersten Mal auf unserer gesamten Reise entdeckt haben – die Erdmännchen. Und da ich einer netten Kollegin von Bayer das erste Bild ihr versprochen habe, möchte ich dieses nun auch ihr widmen – der lieben Christina für ihren Sohn!

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Und da die Moni dieses Mal bei unserem Besuch im Park gaaaanz fleißig gefilmt hat, hier ein kleiner Zusammenschnitt einiger unserer Erlebnisse in Bewegtbildern und mit Ton.

Und nun mal wieder zu einem sehr positiven Ereignis im Park mit Menschen. Ich hatte im TweeRevieren Camp festgestellt, dass an der Rückbremse von unserem Little auf der Rechten Seite die rechte Bremsbacke annähernd komplett runter war. Warum, das kann ich mir bis heute nicht erklären, zumal alle anderen an den Hinterbremsen noch für locker 2-3tkm gut waren. Mit dem Problem zur Rezeption gegangen und von da zur Werkstattleitung geschickt. Der Manager hat mir dann offenbart dass sie am nächsten Tag einen Truck in Richtung Stadt schicken würden und mir gerne Ersatzteile mitbringen könnten. Er hat mir dann auch direkt noch die Telefonnummern von 2 Zubehörhändlern rausgesucht und von der Rezeption aus konnte ich kostenfrei anrufen. Nachdem ich dann mit einem der Händler telefoniert hatte und er mir die Teile beiseite gelegt hatte, bekam dann der Werkstattleiter das Geld von mir um die Teile für mich abzuholen und bezahlen zu können. Am übernächsten Tag morgens um 7 Uhr habe ich mir die Bremsklötze dann abgeholt und direkt eingebaut. Das war mal ein super Service und eine rühmliche Ausnahme vom “ich hab keinen Bock irgend was zu tun” was uns im Moment hier überall umgibt.

Nach dem Park sind wir dann wieder zurück nach Namibia. Über einen Zwischenstopp bei einer kleinen Farm sind wir dann zu einer Lodge gefahren, bei der wir auch vor gut 5 Jahren schon mal gewesen sind – Bagatelle. Sehr schön gelegen in den roten Dünen, kann man hier neben sehr gut Essen, auch noch einiges andere machen. Wir haben uns für eine Gepardenfütterung mit anschließendem Sundowner und Abendessen entschieden. Leider war die Fütterung und auch der Sundowner nicht mehr vergleichbar mit dem, was wir vor 5 Jahren erlebt hatten. Der Sundowner war etwas lieblos und die Gepardenfütterung nur noch das fressen lassen der Geparden aus dem Fressnapf mit anschließender Fotosession bei der man die Geparden streicheln konnte. Das hatte so garnichts mehr natürliches und war komplett anders, als wir es damals erlebt hatten. Da wir von solchen Events wenig halten bei denen jegliche Natürlichkeit verloren geht, haben wir da dann auch nicht “mitgestreichelt”. Aber ein paar Fotos hats trotzdem gegeben, aber eben kein natürliches Erlebnis Trauriges Smiley Und was uns auch überrascht hat – die Preise haben sich durchgängig für alles annähernd verdoppelt in den 5 Jahren was Tourismus betrifft. Das ist leider (und das gilt nur für Namibia) sehr durchgängig der Fall. Allerdings hat die Preisverdopplung bisher noch nirgendwo dazu geführt, dass sich auch die Qualität, der Service oder das Angebot verbessert haben. Das Gegenteil ist der Fall und mache Betreiber lassen durch die Blume durchblicken, dass auf Grund der politischen Situation in Bezug auf die weißen Namibier (ihnen wird offen von bestimmten Volksgruppen öffentlich (auch in der Presse) gedroht dass man ihnen ihr Eigentum wegnimmt, ohne dass die Politik etwas dagegen sagt) eine Art Mitnahmeeffekt eingetreten ist. Nach dem Motto – so lange es geht noch das mitnehmen, was man bekommen kann. Das ist natürlich sehr schade und schadet dem ganzen Land.

Die folgenden Bilder sind also bei der Fütterung, und nicht in der Wildnis entstanden…

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Es gab aber auch noch frei lebende Tiere dort, die ein wirklich tolles Erlebnis waren – die Erdmännchen. Sie sind nicht nur fotogene, sondern auch sehr soziale Wesen, wie ihr an einem kleinen Video unten sehen könnt. Das war echt ein total cooles Erlebnis.

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Aber seht nun selbst, was die Einstellung “gemeinsam sind wir stark” alles bewirken kann…

So, morgen machen wir uns nun auf Richtung Windhoek und übermorgen muss Thomas in den Flieger und tritt seine Heimreise an Trauriges Smiley Unser Little muss in die Werkstatt – das Getriebe leckt, das hintere Diff ist undicht und er braucht einen Ölservice. Und noch immer bin ich nicht dazu gekommen, alles was ich schreiben wollte hier in den Eintrag zu packen. Es ist einfach zu viel zu tun. Aber hoffentlich komm ich beim nächsten Mal dazu. Dann erzähl ich was über die immensen Gehälter und Vergünstigungen im öffentlichen Dienst in Namibia, jede Menge tote Kleinkinder mit anonymen Todesanzeigen in den Zeitungen die man in Mülleimern, Koffern oder sonst wo findet, das extrem zugenommene Betteln und noch einiges mehr.

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Aber bis dahin sonnige Grüße aus Namibia – Wir4 + 1 Smiley

PS: Lieber Kalle – das ist das Dankeschön für Dich, weil Du bei dem Rätseln mitgemacht hast. Hiermit senden wir Dir ganz liebe Grüße aus Afrika…

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PPS: Wie immer mal wieder zwischendurch – Rechtschreib- und Syntaxfehler bitte verzeihen – ich schreibe zum Spaß für Familie und Freunde und nicht professionell. Wir stecken die Zeit lieber in gemeinsame Erlebnisse anstatt in Zeit am Computer-(Ding) 😉

Grünes, nasses Namibia und eine Planänderung

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Jetzt haben wir ihn bei uns, den Thomas Smiley Nachdem wir eine erste entspannte Nacht in Windhoek mit ihm im Urban Camp verbracht haben, lecker Abend gegessen und gefrühstückt, sind wir aufgebrochen direkt in den Naukluft Park an die Blutkuppe. Das kennt ihr ja schon aus einem unserer älteren Einträge. Also von der westlichen Zivilisation in die absolute Stille. Wir haben schon gemerkt dass dieses mal etwas anders war – das Wetter. Schon in Windhoek hatten wir nicht wenig Regen – zum Glück größtenteils nachts. Auf dem Weg in den Naukluft war es dann durch den vielen Regen alles wunderschön grün.Teilweise hatte man das Gefühl dass man durch eine bayrische Wiesenlandschaft fährt. Bayrisch deswegen weil es auf dem Weg von Windhoek in den Park durch eine Bergkette geht.

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An nicht wenigen Stellen mussten wir dann auch relativ langsam fahren, obwohl wir auf einer Hauptstraße (Grafel) waren, da es Verwaschungen durch den vielen Regen gegeben hat. Und auch im Park selber konnten wir dann abends immer um uns rundherum (zum Glück nicht über uns) schönes Wetterleuchten und jede Menge Regen beobachten. Durch den vielen Regen ist dann nicht nur die Pflanzen- sondern auch die Tierwelt zu neuem Leben erweckt. Die Kinder haben das ausgenutzt und wieder einen Tierzirkus gebaut – diesmal mit Tausendfüßern – und sie das Hochseilklettern gelehrt Smiley

Vom Naukluft ging es dann weiter nach Swakop. Eigentlich wollten wir hier mit Thomas einen Teil seines Geburtstagsgutscheines einlösen den er von seinen Arbeitskollegen bekommen hat und mit ihm Tommys Wüstentour machen. Aber daraus ist dann nichts geworden weil Thomas prompt am Abend vorher eine Magenverstimmung bekommen hat und es ihm garnicht gut ging Trauriges Smiley Somit mussten wir die Tour dann alleine machen – wirklich sehr schade! Aber weil auch wir 4 uns schon so sehr darauf gefreut hatten haben wir sie nicht komplett abgesagt und wir sind mal wieder froh gewesen, sie gemacht zu haben. In gut 6 Stunden haben wir wieder super viel über die Tiere und die Wüste gelernt, jede Menge Spaß gehabt und werden ganz bestimmt das nächste mal wenn wie wieder in Swakop sind noch mal mitfahren…

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Es ist doch immer wieder beeindruckend wie lebendig der doch auf den ersten Blick so tot wirkende Sand ist, wenn man einfach mal gaaaanz tief in die Hocke geht und genau hinschaut. Und – wer beobachtet hier wen?

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Ein besonderes Highlight dieses mal war der sogenannte Daywalker – ein echt großer Skorpion der am Tage unterwegs ist und von dem man sich besser nicht stechen lassen sollte – das tut ziemlich weh… – weswegen Tommy den Schwanz auch immer fest im Griff hat.

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Nicht jeder hat sich getraut, das Tierchen mal auf sich rumkrabbeln zu lassen… eine tolle Erfahrung. Und neben den Tieren mit den vielen Beinchen gab es natürlich auch noch die ganz ohne Beinchen. Oben habt ihr ja schon gesehen, wie gut die versteckt sind. Aber auch die haben wir gefunden und durften sie mal aus der Nähe bestaunen.

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Neben dem anschauen der Tiere gehörte aber noch ein bisschen Unterricht dazu, also Theorie – wie wandern die Tiere, warum wandern sie, wie viele gibt es, wie beobachtet man sie und und und. Anhand eines praktischen Beispiels mit einem Lesegerät (die Tiere bekommen einen Chip und der kann dann ausgelesen werden) hat Tommy erklärt, wie das denn alles funktioniert.

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Gerade bei sowmas ist Lenja immer ganz vorne mit dabei und hört aufmerksam zu. Das ist schon was anderes als in der typischen Schule der Unterricht über die Natur auf schwarz/weiß kopierten Blättern aus den 80er-Jahren wo man dann einen Lückentext ausfüllen darf Trauriges Smiley Und da Tommy von Lenja auch immer wieder mit Fragen traktiert wurde und er gemerkt hat wie spannend sie das alles findet wurden die beiden für den halben Tag auch echt gute Freunde Smiley Er hat uns gefragt ob wir sie denn nicht bei ihm lassen wollen – er hat “nur” 2 Jungs und würde sich sooooo sehr eine Tochter wie Lenja wünschen.

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Natürlich durfte aber neben dem ganzen “Erfahren” auch der Spaß nicht zu kurz kommen. An einer besonders hohen und steilen Düne war dann Dünen-Weitsprung angesagt. Lenja und Silas sind dann um die Wette gesprungen.

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Beide haben es auf etliche Meter gebracht. Aber eines können wir nicht verstehen. Lenja hat es immer so schwer wenn wir Wanderungen machen und kann praktisch schon vor dem Start nicht mehr. Wenn sowas ansteht – die ist bestimmt 10 mal die Düne hoch und runter gelaufen und keiner konnte verstehen wo die Energie herkommt. Scheint also alles Kopfsache zu sein Smiley – zum Glück.

Und da es neben den Tierchen dort auch noch schöne Pflanzen gab, in denen sich teilweise diese versteckt haben…

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noch 2 schöne Grün-Bildchen. Auch hier war der Regen und hat für (wenn auch wenig) teilweise sattes und frisches Grün gesorgt, wo sonst nur braun und grau ist.

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So, zum Abschluß noch ein kleines Video von 3 aktiven Krabblern, die wir alle mal anfassen durften, wenn auch mit gebührendem Respekt.

Am Nachmittag nach der Tour haben wir uns dann noch mit einem Arbeitskollegen von mir getroffen, der gerade mit Frau und Sohn hier in Namibia zu seinem ersten Urlaub war. Übrigens auch ein Jürgen Smiley Und da sie dieses mal einen Lodge-Urlaub gemacht haben war mein Vorschlag, dass wir uns in den nächsten Sommerferien mal zu einem Camping-Urlaub verabreden. Er hat doch glatt eingeschlagen Smiley Und da sich unsere Kinder hervorragend verstanden haben, und die Eltern auch, wird das bestimmt eine tolle Sache. Auf jeden Fall habe ich mich sehr gefreut, dass das geklappt hat, dass wir uns in Swakop treffen konnten…

Aber nun zur Planänderung

Auf dem Platz auf dem wir standen, an dem übrigens immer wieder Kamele vorbeigezogen kamen (wir sind eingezäunt, nicht die Kamele)…

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… kamen immer wieder Autos angefahren, die aussahen wie Sau. Voll mit Schlamm, teilweise die Hänger auch innendrinn vollgelaufen. Ich bin dann mal rüber und hab gefragt, wo die denn so herkommen und was denn los ist. Die kamen dann teilweise aus dem Etosha, aber auch aus Sesriem. Alles war voll verregnet, Straßen teilweise wie Schmierseife und schlammig ohne Ende. Nach der Konsultation der Wetterdienstes und einigen Recherchen im Netz haben wir dann rausgefunden, dass im Prinzip annähernd der ganze Norden von Namibia (und auch komplett Angola) super verregnet und voll mit Wasser ist. Auch Windhoek war 2 Tage nachdem wir gefahren waren runter auf 7 Grad und Dauerregen. Und da wir eigentlich genau in den Norden wollten (Kaokoland) und uns hier durch die Trockenflüsse kämpfen wollten um Wüstenelefanten und Wüstenlöwen zu suchen, mussten wir unseren Plan ändern. Denn seit 1995 sind dieses Jahr das erste mal wieder alle Trockenflüsse bis zum Meer durchgebrochen. Und auch Epupafalls hat so viel Wasser wie seit einer Ewigkeit nicht mehr. Wir haben im Netz Bilder gefunden auf denen zu sehen war, dass ganze Straßen und Camps komplett weggespült wurden. Und auch unser Camp am Brandberg das wir schon gebucht und bezahlt hatten, stand komplett unter Wasser – dazu haben wir ein Video gesehen. Damit waren unsere Pläne für den Norden also gestorben. Denn wir wollten nicht im Niemandsland im Regen und Schlamm festsitzen, ohne jegliche Infrastruktur in erreichbarer Nähe. Und es ist auch nicht nur einmal schon passiert, dass ein Wagen in einem Trockenflussbett von einer Flutwelle erfasst und weggespült wurde. Das war uns dann alles zu riskant und wir haben kurzerhand anhand der Wetterkarte umgeplant. Im Nachhinein hat sich das als genau richtig erwiesen, da wir dann auf unserem weiteren Weg noch weitere Reisende getroffen haben die uns das alles bestätigten. Und auch Freunde mit denen wir im regelmäßigen email-Kontakt stehen die zu Beginn der heftigen Regenfälle im Norden waren hatten uns davon abgeraten, da hochzufahren. Wir haben uns dann dazu entschieden mit Thomas noch mal in den Transfontier, in Südafrika zu fahren. Den haben wir dann aus Swakop für 9 Tage vorgebucht und sind dann mit 3 Zwischenübernachtungen gemütlich da runter getingelt. Auch hier ist der Himmel zwar teilweise grau und wir haben auch schon das eine oder andre heftige Gewitter mit Starkregen in der Nacht mitgemacht – jedoch ist das alles gut zu verkraften wenn die Wege ok sind und die Infrastruktur drumherum stimmt.

Auf dem Weg in den Park war dann noch einer unserer Zwischenstopps im Red Dune Camp. Hier waren wir vor 5 Jahren bei unserer ersten Reise mit den Kindern schon mal. Man campt hier mitten in den Dünen umgeben von Tieren und gaaaaanz viel Sand. Diesmal auch gaaaanz viel Grün, Gewitterwolken, Blitzen und auch Regen – zum Glück nur in der Nacht.

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Die Aussicht von unserer Dusche, und Toilette, war klasse. Man sitzt auf dem Pott und kann den Tieren dabei zuschauen, wie sie durch die Dünen ziehen (oder vielleicht schauen auch sie einem zu – so genau weiß man das nie Smiley)

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Aber auch andere Sites, typische Namibia, hatten jeweils ihre Besonderheit zu bieten. Egal ob auf einer Farm oder in den roten Dünen…

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Auf dem rechten Bild oben seht ihr vielleicht noch unten links in der Sonne unsere Dachluke – da standen wir auf einer Farm ganz für uns alleine vor einem wunderschönen Panorama mit Bergen. Die Blume links haben wir dann auf einem Abendspaziergang auf dem Farmland entdeckt.

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Mal wieder im Transfontier…

Angekommen an der Grenze Mata Mata, welches der Grenzübergang in den Park nach Südafrika ist, haben wir uns erstmal gemütlich auf dem Platz eingerichtet. 3 Tage haben wir jeweils für die 3 Camps im Park geplant. In Mata Mata hatten wir uns mit Freunden verabredet, Dewi und Werner, ebenfalls aus Deutschland die mit ihrem Unimog unterwegs sind. Da die beiden einen undichten Wassertank haben der ihnen die Kabine unter Wasser setzt hatten Werner und ich uns vorgenommen, diesen gemeinsam zu dichten. Aber dazu später mehr. Nun erstmal ein paar Bilder zu unseren bisherigen “Erfolgen” im Park Smiley

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Und auch die Kinder haben wieder ihren Spaß. Lenja und Silas haben schon mehr als eine Falle gebaut, um Erdhörnchen und Mangusten zu fangen. Und tatsächlich ist ihnen doch mal ein Erdhörnchen in die Falle gegangen. Ein großes Loch mit einem Deckel von einer Spielekiste drauf, ein Ast drunter und dann Silas unter Little mit einer Schnur auf der Lauer. Und schwubs war das Hörnchen in der Falle… Die Beiden hatten eine riesen Freude und das Hörnchen auch ganz besonders, als es dann wieder draußen war und sich eine Belohnung fürs fangen lassen abholen durfte.

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Nun aber weiter mit unseren Sichtungen Smiley

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Und der König der Tiere war auch wieder dabei!

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Die lagen doch glatt zu zweit am Straßenrand und haben sich da gemütlich hingefläzt, und ließen sich durch nichts stören. Naja, wenn man weiß dass eh keiner einem was kann…

Und überall waren große Herden von diversen Gazellenarten zu sehen – oft auf mit einer Menge Jungtiere dabei. Da es auch hier stark geregnet hat und noch teilweise regnet natürlich ein Futterparadies für die Jäger und auch die anderen Tiere. Alles ist grün und nass.

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Und um euch mal einen Eindruck davon zu vermitteln, wie viel es hier geregnet hat – ich habe mal ein kleines Video zusammengeschnitten von einem kurzen Streckenabschnitt (Twee-Revieren nach Nossob), wie die Wege hier aussehen. Das ist teilweise schon ganz schön anstrengend zu fahren – immer wieder Wasserdurchfahren und runterschalten, dann wieder hochschalten. Auch für das Auto ist das viele teilweise tiefe Wasser nicht das Beste. In Nossob hatte einer unserer Nachbarn eine kaputte Freilaufnabe, einer einen kurzgeschlossenen Starter und bei einem anderen sprang der Wagen garnicht mehr an. Das ist schon ganz schöner Stress für die Autos – und die Fahrer.

Und so sieht nun unser Little aus – hoffentlich regnet es bald mal wieder gut, dass er ein bisschen sauberer wird Zwinkerndes Smiley

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Das wars jetzt wieder… Stehen gerade auf dem Parkplatz von Spar in Mariental und laden den Eintrag hoch. Bald geht es weiter, wenn wir wieder mehr Internet haben Smiley

Viele Grüße – Wir4

Aus dem Naukluft über Swakop nach Windhoek

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Aus dem Naukluft haben wir uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet. Nach 5 Tagen extremer Abwesenheit von jeglichem zivilisatorischen Merkmal und extremen Wassersparens (75l für 5 Tage für 4 Personen) waren wir dann froh, als wir wieder Wasser in Swakop hatten. Nichts desto Trotz vermissen wir die Ruhe und Einsamkeit die wir im Naukluft hatten. Daher zum Abschied noch eine Hand voll Bilder aus dem Park.

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Diese Fotos sind am Blutkuppe Felsen entstanden und den werden wir mit Thomas noch mal für 2 Tage besuchen. Ein riesen Felsen von mehreren km Umfang um den vereinzelt Sites zum Übernachten eingerichtet sind. Jedoch gibt es eben außer Mülltonnen und Bushklo (Plumpsklo) nichts. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt haben wir dann Gerhard und Simon einen Lift gegeben nach Swakop. Dort haben wir uns dann auf einem total luxuriösen Campingplatz für 3 Tage einquartiert und hatten unsere eigene Dusche und Toilette. Das haben wir wirklich genossen. Um euch mal ein Gefühl zu geben wir wir in den 5 Tagen Naukluft mit dem Wasser gehaushaltet haben. Jede Tätigkeit wurde genau bemessen indem wir das Wasser vorher immer in Flaschen gefüllt haben.

  • Abspülen 3 mal am Tag jeweils 1,5l, in Summe also 4,5l/Tag
  • Duschen für Moni und mich jeweils 2l, in Summe also 4l/Tag
  • Hände Waschen/ Zähne Putzen und weitere Reinigungstätigkeiten ca. 2l/Tag
  • Toilette im Little über Nacht ca. 500ml/Tag

Damit waren wir dann bei ca. 11l/Tag für alles außer Trinken, was über 5 Tage 55l macht. Und da unser Tank 80l hat, wir 5l an Gerhard und Simon abgedrückt hatten weil die für die unvorhergesehenen 2 Tage kein Wasser mithatten, blieben für uns in Summe nur ca. 75l, also noch ca. 20l für Trinken. Das hat auch gut gepasst weil wir natürlich neben Wasser auch noch Saft und Limo mithatten. Aber am letzten Tag morgens nach dem Füllen der Trinkbecher für die Fahrt lief die Pumpe dann auch trocken – Tank leer. Und das extreme Haushalten mit dem Wasser ist schon anstrengend und man muss es sehr konsequent machen, da man ansonsten schnell in die Bredouille kommt, seinen Aufenthalt früher zu beenden als eigentlich geplant. Und das ist natürlich sehr schade…

So, angekommen in Swakop haben wir dann alles einmal durchwaschen lassen (10,3kg Wäsche – man zahlt nach Gewicht) was wir so dabei hatten. Der Spaß hat uns ca. 30€ gekostet, aber wir selber hatten keine Arbeit außer Wäsche und Bettzeug abgeben und abends wieder abholen. Das was das erste mal, dass wir uns diesen Luxus gegönnt haben. Swakopmund ist ein schönes kleines Städtchen an der Küste mit guten Einkaufsmöglichkeiten, einem kleinen Aquarium und netten Restaurants. Und – wir hatten extremes Glück. Sehr häufig ist hier Nebel und es ist relativ kühl. Wir hatten Sonnenschein und angenehme 25 Grad.

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Nach 3 Tagen Entspannung haben wir uns dann wieder auf den Weg gemacht in Richtung Wüste. Von Turi und Stina haben wir den Tipp bekommen mal bei einem kleinen Camp vorbeizuschauen das rum um den SaveTheRhino-Trust entstanden ist. Die Übernachtung ist dort kostenlos man freut sich aber über eine Spende. Mitten in einer Bergschlucht liegt dieses kleine Camp versteckt, nur über eine ca. 5km lange teilweise steinige und verschlungene Anfahrt zu erreichen. Aber es lohnt sich. Einmal dort angekommen liegt man mitten in einem kleinen Flussbett und hat die Chance auf Wüstenelefanten. Diese waren aber in unserem Fall gerade vor 2 Tagen dort und sind dann abgezogen. Allerdings ist die Gegend und direkte Umgebung des Camps sehr schön.

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Von hieraus sind wir dann an die White Leady Lodge gefahren, in der Nähe des Brandbergs. Der Berg hat seinen Namen von der Farbe in der er leuchtet, wenn die Sonne auf/untergeht – es sieht aus als würde er brennen. Da wir hier noch mal mit Thomas hinfahren, haben wir noch keine Fotos gemacht außer von Petra, Mirko Henri und Jakob – eine deutsche Familie die wir hier getroffen haben. Lenja, Silas Moni und ich haben mit ihnen im Prinzip 2 Tage gemeinsam verbracht und wir waren froh, so nette Freunde gefunden zu haben. Die Kinder hatten einen riesen Spaß zusammen spielen zu können mit deutschsprachigen Spielkameraden. Die ganze Zeit haben sie zusammengehangen. Die 4 hatten zu diesem Zeitpunkt noch eine Woche Namibia vor sich und waren schon fast wieder auf dem Weg nach Hause – Osterferien halt. Danke ihr 4 für die schönen 2 Tage mit euch Smiley

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Nach 3 Tagen hat uns der Weg nach Windhoek, 370km, durch eine atemberaubende Landschaft geführt die uns durch Berge und andauernde Farbwechsel beeindruckt hat. Abseits der paar durchfahrenen Dörfer und kleinen Städchen haben wir auf der Gesamtstrecke vielleicht 5 Autos getroffen – also wirklich einsam.

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Und zu den 5 Autos kam dann auch noch eine Familie an Straußen, mit Jungen…

So, und nun sind wir in Windhoek, für in Summe 7 Tage (morgen kommt Thomas und Dienstag geht es weiter). Mitten in der Stadt gibt es ein kleines Camp, das Urbancamp. Jeder hat für sich einen kleinen Stellplatz mit einer tollen Hütte und wir genießen – ganz ehrlich – wieder die Zivilisation und die vielen anderen Menschen. Das Wetter passt auch – neben viel Sonne gibt es auch wieder Regenschauer und angenehme Temperaturen zwischen 20 und 25Grad. Wie bei uns – angenehme April-Tage Zwinkerndes Smiley 

Und – das brauchen wir auch. Denn nach 9 Monaten Reisen, vielen wunderschönen Momenten, 22tkm im Little, 6 verschiedenen Ländern und einigen Herausforderungen merken wir, dass wir uns immer mehr auf daheim freuen. Wir haben mittlerweile eine Liste angefangen von dem, was wir daheim vermissen – und die wird immer länger. Und was wir immer mehr merken aber auch schon immer wussten – Reisen ist kein Urlaub. Wirkliche Entspannungstage gibt es nur sehr wenige. Und der Kopf wird mit den vielen vielen Eindrücken immer voller. Noch wollten wir nicht wieder heim, besonders weil Thomas morgen kommt auf den wir uns total freuen – aber ganz ehrlich – wir sind auch froh, wenn wir dann 6 Wochen nachdem Thomas wieder weg ist, heimfliegen. Unsere Familie und Freunde und unser ganzes gutes Leben daheim fehlt uns schon sehr. Denn unser Leben im Little bring schon einiges an Entbehrungen mit sich. Im Vergleich zu den allermeisten Menschen auf der Welt leben wir zwar noch immer wie die Könige, aber im Vergleich zu dem wir die allermeisten Menschen in der “westlichen Welt” leben, müssen wir doch schon nicht wenige Einschränkungen in Kauf nehmen. Und was uns immer wieder überrascht ist, wie gut die Kinder damit klarkommen. Das haben wir jetzt an Ostern gemerkt. Heute Morgen kam der Osterhase und hat den Kindern ein paar Eier und Kleinigkeiten versteckt.

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Und obwohl es wirklich nicht viel war, war es für die Kinder “das schönste Ostern was sie hatten”. Da merkt man doch, dass es für die Kinder oft einfacher ist sich anzupassen, als für die Erwachsenen Zwinkerndes Smiley

So, jetzt gehen wir mit ein paar Schweizer Freunden die wir hier im Camp wieder getroffen haben lecker Kaffee trinken und ein bisschen erzählen. Irgendwie trifft man die länger Reisenden dann doch immer mal wieder irgendwo… so viele sind es dann doch nicht. Und da die meisten nach dem Wetter und der Regenzeit durch das südliche Afrika reisen, haben alle ähnliche Routen. Vielleicht sollte mal eine Art Reiseclub für aktuell reisende gegründet werden, man trifft sich eh immer wieder. Und mit vielen stehen wir auch im regelmäßigen Email-Austausch und verabreden uns wenn wir in der Nähe sind. Wirklich eine sehr interessante Erfahrung.

Apropos Verabredung – für morgen sind wir mit Thomas verabredet – Punkt 8:15 Uhr bei der Autovermietung gehe ich ihn abholen. Dann bringt er 2 Taschen mit, eine und eine halbe nur mit Kram für uns, und eine halbe mit Klamotten für sich selber. Mal gespannt, was er alles mit dabei hat. Auf jeden Fall gibt es was von Onkel und Tante, Omas und Opa, die Nachbarn haben was mitgegeben für die Kinder, aber auch Little bekommt was.

In dem Sinne bis zum nächsten Eintrag, dann sicherlich wieder mit vielen vielen Erlebnissen, Fotos und Videos – mit Thomas gemeinsam. Jetzt war ja praktisch nur rumhängen – haben wir aber auch ehrlich mal wieder gebraucht Smiley

Viele Grüße aus dem regnerischen Windhoek – Wir4

Artikel aus der AZ vom 22. März 2018

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Wir lesen hier unten manchmal die AZ und sind heute auf einen interessanten Artikel gestoßen von einer Dame die hier in Swakopmund lebt und eine waschechte Namibianerin ist. Da der Bericht sehr gut das beschreibt (das generelle Thema “dahinter”) was wir selber oft wahrnehmen (und nicht nur in Namibia!) und auch das, was wir von vielen vermittelt bekommen, wollten wir diesen gerne mit euch teilen. Einfach mal als kleiner Sonderbeitrag im Blog ohne Kommentar. Wundert euch nicht dass der Artikel in Deutsch ist, die AZ ist eine zu großen Teilen deutschsprachige namibianische Zeitung – daher teilen wir auch mit euch. Zum Lesen klickt ihr am besten auf das Bild, dann geht ein neues Fenster auf mit dem Bericht in besserer Auflösung. Wenn ihr euch “anmelden” sollt, einfach wegklicken und wenn das Bild zu klein ist, einfach auf die Lupe mit dem + drinne klicken – siehe kleines Bildchen, und es wird groß.

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AZ Bericht

Viele Grüße aus Swakopmund – Wir4

PS: Wenn ihr unseren Blogeintrag über das Gespräch mit Winston gelesen habt könnt ihr sicherlich erkennen, dass auch Namibianer das hier beschriebene selber oft sehr ähnlich sehen und etwas frustriert sind über diese Entwicklung.

Wenn die Stille zu laut ist – Der Namib Naukluft

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Unsere Reise führt uns wieder in die absolute Stille. Nur noch wenige Regionen im südlichen Afrika bieten die absolute Ruhe – hierzu zählt der Namib Naukluft Park in Namibia. Noch immer sehr wenig bereist ist diese riesige Region einer unserer absoluten Favoriten weil es hier Nichts, Nichts und noch mehr Nichts gibt. Von Reise zu Reise bleiben wir immer länger (dieses mal 5 Tage) da man hier absolut mit sich alleine sein kann. Ist nicht jedermanns Sache, manchen ist die Stille unangenehm – man hört dann auf einmal tief in sich hinein und Dinge, die man sonst garnicht wahrnimmt. Wir lieben diese Ruhe. Aber bevor wir zum Naukluft kommen noch das Kaffeekränzchen in Lüderitz mit einem der Security-Guides.

Winston

Am Tag unserer Ankunft kommt einer der Nachwächter (seine Schicht beginnt um 17Uhr) bei uns vorbei und fragt, ob alles ok ist und dass wir zu ihm kommen können, wenn wir irgend etwas haben. Über die “Vorstellung” kommen wir ins Gespräch und er zeigt uns ein kleines Video auf seinem Handy von vor 2 Wochen, wo er mit seiner Frau durch sein Feld geht in seinem Dorf in dem er wohnt (1500km von Lüderitz entfernt, wo er “arbeitet”). So erzählen wir eine Weile und verabreden uns zu einem Kaffee am nächsten Tag. So liegen wir am nächsten Tag auf einer kleinen Wiese, trinken einen Kaffee, essen ein paar Muffins und erzählen. Winston (ca. 30 Jahre, Grade 10 Abschluß der Schule) erzählt uns wie er so lebt, mit seiner Frau, seinen 5 Kindern, in einer Region die fruchtbar ist und wo er gegen einen Einmalbetrag vom Headman (Oberhaupt des Dorfes) ein Stück Land erworben hat. Dort baut er Mais und noch andere Feldfrüchte an um sich und seine Familie zu ernähren. Da dieses aber kein monetäres Einkommen bringt weil die Sachen praktisch nicht verkäuflich sind (Landwirtschaftsindustrie ist einfach viel billiger), muss er noch einen Job ausüben, der eben Geld bringt um die Dinge zu erwerben, die sie nicht über Tausch ihrer Landwirtschaftlichen Produkte “erwerben” können. Den hat er gefunden – als Nachtwächter auf unserem Campingplatz, 1500km von seinem Heimatdorf und der Familie entfernt. So fährt er nun alle 2-3 Wochen einmal heim (für 600N$ – ca. 40€) um bei seiner Familie sein zu können und auf dem Feld zu arbeiten. Beiläufig erwähnt er dass er sich das überhaupt nicht toll findet, dass sich alles nur noch ums Geld dreht und dass man mittlerweile wohl (so seine Worte) selbst Geld bezahlen muss um einen Job zu finden in dem man Geld verdient. Oder man muss jemand sehr wichtigen kennen, der einen Job vergeben kann, aber auch der will dann Geld haben – nicht nur für die “Vermittlung”, sondern auch kontinuierlich einen Teil des Lohns. Das ist bei öffentlichen Arbeitgebern oft so und auch in der Privatwirtschaft. Irgendwie scheint annähernd jeder korrupt zu sein und je weiter oben, desto korrupter. Wortwörtlich sagte er dass er dieses hasse – nichts geht mehr ohne Geld.

Er spricht in diesem Zusammenhang dann auch über nicht wenige die er kennt, die dann zum Geld verdienen in die Stadt gegangen sind und das Dorf komplett verlassen haben. Da das aber wie gesagt sehr schwer ist, sie dann auf einmal unter der Brücke wohnen oder in einer Wellblechhütte, werden sie dann kriminell, klauen oder machen andere schlimme Dinge. Weil er so nicht enden wollte ist er bei seinem traditionellen, einfachen Leben geblieben und arbeitet für die notwendigsten Dinge die man nur in Geld bezahlen kann (Bücher für die Schule, Schuluniform, Saatgut, Ackergeräte, ein wenig Konsum) als Nachtwächter. Besonders ärgerte ihn, dass die die Geld haben denen die wenig oder keines haben, dieses auch noch nehmen – z.B. um überhaupt einen Job zu finden oder zu behalten. Und man kann sich vorstellen dass es nicht einfach ist von einem Mindestlohn zu leben der in Namibia (hat uns ein anderer Namibianer erzählt) bei ca. 1500N$/Monat liegt. Das sind etwas mehr als 100€. Und wenn man davon auch noch was für die “Vermittlung” jeden Monat abdrücken muss – echt super.

In der Allgemeinen Zeitung aus Namibia stand just am 14.03. ein interessanter Artikel in dem mal wieder aufgelistet wurde, wie die “Oberen” es sich auf Kosten der Allgemeinheit gut gehen lassen. Im Jahr 2017 haben sie mehr als 10Mio. N$ (mehr als 700.000€) nur für Erfrischungen und Unterhaltung ausgegeben. Aber die Schulen und Krankenhäuser verfallen, die Straßen werden nicht mehr gewartet und sind nicht selten in einem erbärmlichen Zustand. Aber das kennt man ja auch zu Genüge aus Deutschland und der restlichen westlichen Welt. Nicht in ganz so schlimmen Zustand, aber hier brauchen wir garnicht von oben runter zu schauen. Es ist nur sehr traurig, dass diese negative Entwicklung immer mehr zunimmt und ja das Land und die Menschen kaputt macht. Da kann man nur hoffen dass die Menschen in den Ländern, so wie auch Winston, sich ihre trotzdem positive Eistellung zum Leben nicht kaputt machen lassen und auch in diese Negativspirale verfallen.

Das war natürlich nicht unser gesamtes Kaffeekränzchen mit ihm sondern nur ein Auszug. Wir haben noch viel über Bildung, Kinder und auch das Leben in Deutschland gesprochen. Es ist doch super spannend zu hören, wie sich jemand der auf der anderen Seite der Erdkugel lebt, sich das Leben in Deutschland vorstellt. Er fand es zum Beispiel sehr spannend dass wir daheim bei uns im Garten kein Vieh haben und auch keine Feldfrüchte anbauen… Es war auch schwer für ihn vorstellbar wie wir so arbeiten, was wir machen und wie unser Leben aussieht. Auf jeden Fall würde ich sagen, haben wir in den gut 2 Stunden viel voneinander gelernt und interessante Einblicke bekommen in die jeweils andere Lebenssituation. Aber davon nun genug. Eigentlich waren wir ja nur auf dem Weg in die Namib Smiley

Naukluft

So, nun sind wir auf dem Weg in die Namib, hier den Teil der sich Namib Naukluft Park nennt. Dieser ist nur mit einem Permit zu befahren, also einer Genehmigung, die wir uns bei Sesriem holen. Unser Weg führ uns dabei über Betta, wo wir noch mal eine Zwischenstation einlegen. Hinter einer Tankstelle ist ein wunderschöner, kleiner Campingplatz eingerichtet mit 4 Sites, wo wir dann 2 Tage verbringen. Bei der letzten Reise haben wir hier unseren ersten Reifen flicken lassen und konnten uns garnicht daran erinnern, dass es hier so schön war. Heute würden wir jedem Reisenden empfehlen, hier einen Stopp einzulegen – sei es um nur ein Stück Kuchen zu essen oder auch zu übernachten. Nach Betta geht es dann weiter auf einen Lodge Campingplatz. Eigentlich hatten wir als Zwischenstation Solitaire eingeplant, aber der Campingplatz hat geschlossen – nur die Lodge ist noch auf. Warum der Platz geschlossen ist – keiner rückt mit der Sprache raus. Alle haben nur komisch geschaut und meinten “ich weiß nicht” – “ ähhh, ja, hmmm… so genau….” Irgendwas scheint hier wohl mal mächtig schief gelaufen zu sein, dass der Platz nicht mehr auf ist. Die Infrastruktur ist auf jeden Fall in Top Zustand und der Platz bestens in Schuss – nur hinstellen kann man nicht mehr – komisch. Aber naja – knapp 80km weiter fahren wir also auf eine Lodge und können dort überachten. Die Campsite liegt allerdings gaaaaaanz einsam ca. 10km von der Lodge entfernt. Als wir fragen ob wir denn mal eben in den Pool der Lodge springen können (bei 40Grad wäre das total super gewesen)  wird diese Frage allerdings mit Nein beantwortet. Nachdem wir uns nett mit der Managerin (eine Deutsche) unterhalten hatten, konnten wir das auch verstehen. Denn eine Übernachtung in einer der Lodge-Hütten kostet pro Person Pro Nacht knapp 3500N$ – unser Camping 165N$/Person/Nacht. Und da ihr Branding die Ruhe und Einsamkeit ist, können wir das auch verstehen. Da passen halt ein paar “low budget camper” nicht an den Pool Smiley

Aber – als wir dann am Camp ankommen, erwartet uns nichts als Ruhe und Einsamkeit. Die 4 kleinen Sites die sie haben sind alle leer, und bleiben auch leer den ganzen Tag. Gut, dass auf dem Schild an der Straße was auf die Lodge verweist nix von Camping steht Smiley Die Lage ist einmalig und wir fühlen uns ein bisschen wie Mad Max in Teil 4 (ich glaube es war 4). Der wurde ja auch in Namibia gedreht und als wir so um uns schauen, fühlen wir uns schwer daran erinnert vom unglaublichen Panorama.

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Der kleine Platz bietet in einer erhöhten Lage auch noch eine kleine Plattform auf der wir dann zu Abend essen – wir sind ja ganz allein. Es ist nicht einfach das Essen nicht zu vergessen, wenn man die ganze Zeit in so einer Umgebung sitzt.

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Unsere kleine Maus nutzt die Mauer in luftiger Höhe um zu fliegen. Zum Glück war Moni gerade dabei ein paar Fotos zu machen, als sie zum Start ansetzt. Der schöne kühle Wind am Abend hätte sie fast abheben lassen Smiley

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Nach einer Nacht der absoluten Stille und einem ziemlich vollen Sternenhimmel ging es dann weiter in den Park über landschaftlich schöne Straßen, von beeindruckend schlechter Qualität.

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Wir haben mal gemessen – teilweise haben die Bodenwellen eine Höhe von 7cm in einem Abstand von 20cm. Sowas haben wir noch nie erlebt. Im Park selber sind neben annähernd jeder Piste neue Pisten (Offroad) entstanden, da die eigentliche Hauptpiste praktisch nicht mehr befahrbar ist. Hier wird die Pflege der Infrastruktur total vernachlässigt. Und an manchen Plätzen sind auch die einfachen Plumpsklos bis oben hin voll. Der Staat gibt das Geld halt lieber für Erfrischung und Unterhaltung aus, anstatt etwas für die Menschen (und Touristen) im Land zu tun. Und die Straßenbauunternehmen die auch Geld damit verdienen die Pisten zu pflegen, bekommen keine Aufträge mehr und kämpfen ums Überleben und Leute verlieren ihre Jobs – verkehrte Welt. Jemand aus dem Bereich Tourismus erzählt uns dass das auch schlecht für deren Business ist, da immer mehr Touristen wegen der schlechten Straßen verunglücken, viel Länger für die Strecken brauchen und oft total genervt und geschafft ankommen, weil sie mit ihren oft kleinen Autos nur noch mit 40km/h über die Straßen “hüpfen” können. Das ist echt bitter…

Auch wir fahren also langsamer als geplant zu unserem ersten Platz, auf dem wir schon vor 5 Jahren gestanden haben. Verändert hat sich nichts und so genießen wir die Einsamkeit und Schönheit der Umgebung.

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Der Platz an dem wir hier stehen ist Mirabib und wir stehen wieder genau an der Stelle, an der wir vor 5 Jahren, auch mit Thomas, schon mal standen. Ein großer Felsen spendet eigentlich den ganzen Tag über Schatten und abends kann man dann auf den Felsenberg wandern gehen in luftigen Höhen und locker 100km (und gefühlt unendlich) weit in die Ferne schauen und sieht – NICHTS – außer Wüste und Felsen, und das rundherum. Das ist total cool!

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Bei unserer Ankunft sind wir natürlich erstmal um den Felsen drumherum gefahren und haben auf der anderen Seite Stina und Turi getroffen – ein Schweizer Paar das hier unten ebenfalls einen Wagen stehen hat und jedes Jahr in unserem Winter und unserem Herbst runterkommt, um jeweils 3 Monate im südlichen Afrika zu verbringen. Wir haben lange zusammen gesessen und gestanden und uns über unsere Erfahrungen ausgetausch und gegenseitig ein paar Tipps gegeben. Einen Tag später als sie dann weitergefahren sind (zum Platz an der Lodge der so super einsam war) haben sie uns dann noch mal besucht und irgendwie haben wir uns wieder verquatscht Smiley Da geht aber auch so schnell eine Stunde vorbei, das glaubt man garnicht. Aber wir treffen uns wieder – wir haben gemeinsam das Urban-Camp  in Windhoek für 5 Tage über Ostern gebucht. Somit werden wir wieder viel Zeit haben, uns zu unterhalten – irgendwie ist man mit den allermeisten Langzeitreisenden dann doch auf einer Wellenlänge und hat soooooo viele gemeinsame Themen.

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So, nach 2 Tagen an Mirabib nun weiter zur Blutkuppe. Auch dort waren wir schon mal und wollten dort wieder hin, weil es hier eine schöne Höhle mit viel Schatten gibt. Dort haben wir dann auch 2 Tage verbracht und haben dann einfach nur die Felsseite gewechselt (Felsen sind hier mehrere km groß und ein paar 100m hoch). Sonntags dann kamen 2 jüngere Männer (Gerhard, etwa 30, aus Namibia, Skydiver&Landschaftsbauer und Simon, etwa 20, Bauingenieur-Student aus Mainz) zu uns gefahren mit ihrem Bakki (ein kleiner Pritschenwagen aber nicht 4×4). Die Jungs hatten vorne einen Platten und keinen Ersatzreifen und keinen Kompressor dabei. Eigentlich sollte es nur ein kurzer 1-Tages-Trip am Wochenende werden von Swakop aus (ca. 110km). Beide stoppen bei uns also und ich biete ihnen an, den Reifen aufzupumpen und zu reparieren, falls wir das Loch finden sollten. Ok, einer wieder ins Auto rein um den Wagen für die Reifendemontage gerade zu stellen – Motor an – Motor aus. Motor nicht mehr an. Örgel Örgel Örgel – Motor nicht mehr an. Motorhaube auf, Diesel Handpumpe und Druck drauf – Motor nicht mehr an. Stück rückwärts rollen und noch mal – Motor nicht mehr an. Diverse Dinge ausprobiert, Gerhards und meine Hände und Arme mittlerweile komplett ölverschmiert (der Wagen braucht mehr Öl als Diesel Smiley). Alles was wir ausprobiert haben hat nicht geholfen. Wir haben dann unseren Landy zusammengepackt und Gerhard und ich sind 60km gefahren (Simon hat auf Moni und die Kinder aufgepass), damit wir wieder Handy-Empfang hatten, so dass er jemanden anrufen konnte. Seinen Arbeitskollegen den er erreichen konnte musste erst noch schauen ob er genug Geld auf dem Konto hat, um Sprit zu kaufen um ihn hohlen zu kommen und abzuschleppen. Nach 20 Minuten hat er sich gemeldet und leider hatte er das Geld noch nicht (Gerhard, sein Kollege und der Chef warten darauf, dass ein Kunde einen fertig gelieferten Auftrag bezahlt – erst dann ist wieder Geld in der Kasse). Gerhard hat dann noch versucht seinen Chef zu erreichen, ihn aber nicht bekommen (der Bakki ist ein uralter “Dienstwagen”). Er hat ihm dann eine SMS geschrieben, dass er im Naukluft fest sitzt und irgendwie wieder heim kommen müsste. Wir sind dann wieder zurück zu unserem Platz und haben erstmal gemeinsam Mittag gegessen. Dabei haben sie uns dann ihre gemeinsame Geschichte erzählt. Gerhard und Simon haben sich vor einem Jahr bei Simons Namibia-Urlaub kennen gelernt, als Gerhard noch als Hostel-Manager gearbeitet hat und sich Simon dort für ein paar Tage einquartiert hat. Sie haben sich so gut verstanden dass Simon sich bei Gerhard gemeldet hat, als er jetzt wieder nach Namibia kam – in den Semesterferien. Somit sind die beiden in dem uralt-Bakki nun quer durch Namibia unterwegs (5 Wochen in Summe) und haben schon viele km hinter sich. Da beiden auf sehr schlankem Fuß mit sehr sehr wenig Geld reisen haben sie schon so manches Abenteuer erlebt. Von gestorbenen Fischen die sie von Swakop irgendwohin in die Pampa bringen sollten für irgend einen reichen Regierungsangestellten der unbedingt ein Aquarium haben wollte in seinem tollen Büro bis hin zu der Bekanntschaft mit einem irren Architekten der Seeanemonen im Vorgarten eines reichen Kunden gepflanzt haben wollte (stimmt wirklich, stand so im Gartenplan).  Nach viel gemeinsamer Zeit und vielen Geschichten hatten wir ihnen dann angeboten sie nach Swakop zu fahren und einen Tag früher den Park zu verlassen. Am nächsten Morgen ist Gerhard dann auf “unseren Felsen” geklettert um den Sonnenaufgang zu genießen und hat gemerkt, dass es da Handy-Empfang gibt Smiley Her hat seinen Chefe dann erreicht und der kommt ihn dann am Abend mit Simon abholen und schleppt den Alten Wagen nach Swakop. Wir sind mal gespannt wann wir die beiden wiedersehen. Auf jeden Fall haben wir Adressen getauscht. Gerhard geht jetzt am 23.03. in die Niederlande für 7 Monate weil er dort ein Job-Angebot hat um im Skydiving-Business auf Texel zu arbeiten. Dort bekommt er auch einen Lohn, von dem er leben kann und für 350€/Monat kann er dort auf einem Campingplatz in einen Wohnwagen einziehen. Danach geht es dann erstmal für einen Job 3 Monate in die USA. Jaja, das mit den Jobs ist nicht so einfach in Namibia, wie wir ja schon von Winston erzählt haben. Und Sozialsysteme wie bei uns kann man hier unten eh komplett knicken. Entweder haste Dein eigenes Feld und Dein eigenes Vieh, einen einigermaßen gut bezahlten Job, oder man hat nichts und muss dann durch die Länder reisen, um einen Job zu finden. Das ist hier bei vielen Menschen ganz normal.

Zum Abschied haben wir dann noch ein Gruppenfoto für die Erinnerung gemacht – wir hoffen ja dass uns Gerhard wenn er in Europa ist, oder Simon wieder daheim, einmal besuchen kommen. Dann gibt es noch mehr Geschichten zu erzählen Smiley

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So, jetzt haben wir zum Abschluß für diejendigen die es interessiert noch ein kleines Naukluft Fahr-Video von wenigen Minuten. Die Gegend ist, wie ihr von den Fotos ja schon sehen konntet einer unserer Favoriten. Immer wenn wir in Namibia sind wäre das einer der ersten Orte (trotz der grottenschlechten Straßen und vollen Toiletten Smiley) die wir immer wieder aufsuchen würden. Einfach weil hier sooooo viel von Nichts und absolute Ruhe ist.

Ach ja, da gab es noch eine Bekanntschaft mit einem reisenden Paar mit 2 Kindern – ebenfalls Deutsche. Die haben wir bei Sesriem an der Tanke getroffen. Sie hatten unser Auto gesehen und uns angesprochen was wir denn so machen. Wir haben dann ein bisschen erzählt dass wir unterwegs sind für 1 Jahr, Moni die Kinder unterrichtet, ich eine Auszeit für 13 Monate genommen habe und wir von dem Geld leben was wir uns erspart haben. Daraufhin kam dann von ihm der Kommentar – ja, ist ja alles nicht so einfach, das muss man sich ja leisten können und er müsste ja arbeiten und Geld verdienen. Das sind dann so Momente wo man dem Gegenüber am liebsten mal die Meinung sagen möchte. Die beiden mit ihren Kindern waren 3 Wochen unterwegs, mit einem dicken 4×4 (was so um die 80-100€/Tag kosten dürfte) und dann Lodge-Urlaub. Wer Namibia kennt weiß, dass das nicht billig ist und man für 2 Erwachsene und 2 kleine Kinder locker 120-150€/Tag für die Übernachtung rechnen kann. Und da man auf einer Lodge nicht selber kochen kann muss man 3 mal am Tag essen gehen. Das sind dann sicherlich auch noch mal schlanke 100€/Tag – dazu kommt dann noch der Sprit. Damit ist man dann in Summe, wenn wir mal schlank rechnen 250-300€/Tag. Bei 3 Wochen macht das schlappe 5-6T€. Für das Geld reisen wir 2 bis 2 1/2 Monate mit der ganzen Familie. Soviel zum Thema – das muss man sich ja erst mal leisten können und man muss ja arbeiten. Das sind immer Aufreger für uns. Es gibt genügend Menschen die das, was wir machen sicherlich mal probieren würden wenn der Staat ihnen die Reise bezahlt, sie eine Job-Garantie haben, Eltern auch noch einen Lehrer gestellt bekommen der die Kinder auf der Reise unterrichtet und die Krankenversicherung sagt – fahrt doch – wir zahlen euch schon alles, wenn was passiert. Die meisten machen es sich echt leicht mit “das muss man sich auch leisten können” haben aber mindestens einen dicken 50 Zoll Fernseher – am besten natürlich von Löwe mit Sky-Abo für den Fußball daheim, 2 dicke Autos für der Tür und eine Inneneinrichtung die nicht von Ikea ist – ach ja der Thermomix für 1400€ nicht zu vergessen. Und dann auch noch dumme Sprüche klopfen – ich muss ja arbeiten – pah – Idioten! Jeder soll doch sein Geld dafür ausgeben wofür er will. Wir haben ja auch nichts dagegen und fangen an zu argumentieren wenn jemand 2 dicke Autos hat, jede Menge anderer toller “Dinge” und und und. Immer direkt zu denken dass man reich ist wenn man lange reist weil es halt nur sehr wenige machen ist echt hirnrissig. Es geht halt nicht alles auf einmal und man muss sich überlegen, wofür man sein Geld ausgibt. Wir halt fürs Reisen und nicht für die anderen Dinge.

So – jetzt fahren wir erstmal nach Swakop, tanken Wasser und Sprit, füllen unsere Lebensmittelvorräte auf die sich doch arg nach knapp 2 Wochen ohne Einkaufen dezimiert haben und müssen noch mal waschen. Dann geht es weiter an die nächsten einsamen Plätze, durch die nächsten Reviere und über die nächsten Felsen. Und dann ist es auch schon so weit – ab dem 29.03. sind wir in Windhoek, müssen mit Little mal in die Garage um alles zu schmieren und ein paar los gerappelte Schrauben festzuziehen – und dann kommt Thomas – am Ostermontag mit langen Ohren. Wir freuen uns alle sehr!

Viele Grüße aus dem einsamen Namibia – Wir4

PS: Thomas hat Lenja und Silas ja noch eine Aufgabe gestellt. Lenja hat ganz brav ihr schönes Bild gemalt – freihändig, ohne Vorlage. Silas hat dann auch was gebaut. Irgendwie ist aber aus der 270Grad-Markise dann doch ein Grader geworden – ups. Hoffentlich ist das auch ok? Smiley

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PPS: Heute fahren sind wir ja aus dem Naukluft nach Skwakob gefahren und hatten Gerhard und Simon versprochen, dass wir vorher noch mal an ihrer Site vorbei schauen, ob der Chef sie denn auch wirklich abgeholt hat. Hatte er nicht – die beiden standen immer noch da und hatten sich schon winkend darüber gefreut dass wir unser Versprechen gehalten hatten und noch mal den Umweg von unserem Platz zu ihrem gemacht haben. Also – beide Eingepackt, der Bakki steht jetzt im Nirgendwo aber dafür sind wir zu sechst wohlbehalten in Swakop angekommen. Bei Gerhard wurde es auch schon knapp, denn er muss am Donnerstag Morgen im Flieger in die Niederlande sitzen. Noch einen weiteren Tag hätten wir die beiden auch nicht mit Wasser versorgen können – wir haben gestern Abend unsere letzten 5 Liter aus unserem Tank gesaugt und waren heute Morgen auch völlig abgebrannt. Jetzt freuen wir uns schon total die beiden bei uns in Langroich mal begrüßen zu dürfen. Vielleicht spring Gerhard ja dann mal über unserem Haus ab und landet dann bei uns im Garten Smiley

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