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Sambia – unsere Erlebnisse (Teil 2/2) und ein wenig Caprivi

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So, wie versprochen geht es heute weiter mit dem 2. Teil unserer Sambia-Reise und ein paar Geschichten zu Papa Schlumpf und Schlumpfine (Hans Peter & Susann aus der Schweiz), einem ungeplanten und ungewollten Hardcore Auto- und Nerven- zerlegendem Offroad-Trip, 2l zu viel Öl im Motor nach einem Ölwechsel in der LandRover-Werkstatt, der Fringilla-Farm auf der es neben Schweinen, Kühnen, Hühnern, einem super Restaurant und Spielplatz auch Geier und ein Oktoberfest gab, dem Besuch einer Open-Air Textilfabrik, einem Abendessen mit 2 Tour-Guides aus Simbabwe, und noch ein paar wunderschönen Erlebnissen im namibianischen Caprivi. Mal schauen wir lang der Eintrag wird, ich komm mit dem Schreiben schon garnicht mehr hinterher. Die Erlebnisdichte ist trotz unserer geringen Reisegeschwindigkeit einfach extrem hoch. Eigentlich müsste ich mal ein Buch schreiben, das hätte bestimmt 1000 Seiten nach dem einen Jahr Smiley

Direkt vorab – wir bekommen bei dieser Reise so viel erzählt und lernen so viel, dass wir das garnicht alles widergeben können. Moni und ich haben schon überlegt (und planen schon grob), wenn wir die Nase nach dem einen Jahr nicht voll haben sollten, in den übernächsten Sommerferien eine begleitete Reise für Familien mit Kindern zwischen 8 und 14 anzubieten (max. 3 Familien) für 4 Wochen in einer Region im südlichen Afrika, um einen Teil dessen was wir erlebt haben, dann einfach weiterzugeben. Wir treffen so viele Reisende, auch mit Kindern, zwischendurch, die im Prinzip nur durch die Länder “durchfliegen” und in 2-3 Wochen zig 1000km machen, dabei aber nur an der Oberfläche kratzen. Was wir aber als viel interessanter empfinden ist, dann lieber einen kleineren Teil intensiver zu bereisen, mit vielen Aktivitäten drumherum. Wie der Besuch einer Schule mit den Familien, das Abendessen mit ein paar Einheimischen, das Einkaufen auf den Märkten und an der Straße, das Gespräch mit dem Lodge- oder Campsite-Manager, der Besuch einer Community,… all die spannenden Sachen die einen das Land wirklich verstehen lassen. Und das in einer Geschwindigkeit, die Kindern angepasst ist und das eigene Gehirn nicht überfordert bei der Informationsaufnahme. Heute ist alles so auf Geschwindigkeit ausgelegt, dass von dem Erlebten nichts mehr hängen bleibt. Besonders transparent wird uns das immer wieder wenn wir in einem Hide sitzen, dort gemütlich frühstücken oder zu Abend essen und dann der “Gamedrive” mit den klassischen Trouristen vorbeikommt. Die kommen an, haben 5 Minuten um ihre Fotos zu machen, und müssen dann wieder weiter. In den 2 Stunden in denen wir da sitzen erleben wir nicht nur Momente, sondern ganze Szenen und kleine Geschichten, die wir nie wieder vergessen und über die wir noch Tage und Wochen später erzählen. Und es ist soooo einfach, das zu haben. Einfach ein bisschen mehr Zeit mitbringen, denken wir immer wieder. Und anstatt in den 3 oder 4 Wochen Urlaub 10.000km abzureißen und 30 Programmpunkte abzuhaken, macht man lieber 3.000km und 10 Programmpunkte. Dann erlebt man in Wirklichkeit viel mehr (an Qualität), viel intensiver und ist auch noch wesentliche entspannter unterwegs. Wir stellen gerade immer mehr fest, dass (Lebens-) Zeit (und das auch noch gemeinsame) das wertvollste ist, was wir haben. Aber wie gesagt – das ist eine Idee die wir im Moment haben und mal schauen müssen, ob wir das eine Jahr erstmal überhaupt durchhalten Smiley

Vom South Luangwa nach Lusaka

So, nun aber zum zweiten Teil von Sambia. Wir hatten ja schon den Papa Schlumpf angesprochen. Wir stehen also schön in unserem Wildlife Camp am South Luangwa und und Lenja brüllt über den halben Platz: Paaapaaaa – das kommt ein weißer Läääändieee mit Kabine – ich glaube das sind Ärzte, die haben so ein Kreuz da drauf…Jupp, kam wirklich ein wunderschöner weißer TDI auf den Platz gerollt, steigen ein netter Herr mit weißen Haaren und einem weißen Bart, und eine nette Dame wir weißen Haaren aus. Kommen direkt auf uns zu und stellen sich im besten Schweizer Dialekt als Hans-Peter und Susann vor. Das erklärte dann auch das Kreuz Smiley Die beiden sind schon seit 3 Jahren durch Afrika unterwegs und haben noch ein Jahr vor sich, und sind von Nord nach Süd durchgereist und tingeln nun hier unten ein wenig durch die Gegen. Nachdem Hans-Peter und ich uns ein bisschen über die Erfahrungen (auch beim Landy) ausgetauscht haben, Lenja und Silas kurzerhand beschlossen hatten den nächsten Ersatz-Opa und Oma auszuwählen, nachdem Frank und Andrea abgefahren waren, überrascht Hans-Peter Lenja doch glatt, so dass ihr der Mund offen stand und sie alle ungläubig und fragend anschaute. Er meinte dann so zu ihr: “Ich bin übrigens Papa Schlumpf” (das Äußere passte ja perfekt). Lenja (und wir) konnten das garnicht glauben. Aber Hans-Peter meinte immer wieder – nee, wirklich – ich heiße Schlupf, und Du kannst mich Papa Schlupf nennen Smiley Die Kinder hatten einen riesen Spaß dabei und haben ihn nur noch Papa Schlumpf gerufen. Am nächsten Tag hat er das ganze dann aufgeklärt beim Tausch der Kontaktinformationen. Der Familien Name von Hans-Peter und Susann ist Schlumpf Smiley Die beiden haben wir dann 10 Tag später tatsächlich noch mal auf einem anderen Platz, in Lusaka wiedergetroffen. Es war gerade der Geburtstag von Susann an dem sie dann von Lenja und Silas je einen Muffin mit Lolli bekommen hat.

Nachdem wir uns dann also (das 1. Mal) von Familie Schlumpf verabschiedet hatten, haben wir uns 2 Tage später dann aufgemacht den South Luangwa zu verlassen. Und weil Moni im Hupe Führer gelesen hat, dass man die Route 05 (die Escarpment Route) nehmen kann um dann durch den Park über eine andere Straße in Richtung Lusaka zu fahren, haben wir uns kurzerhand entschlossen, dieses auch zu machen. Jaaaaaaaa… wenn man die Überschriften überliest… Ach ja, im Führer steht drinne, dass es dort einen Teil ausgewaschene Strecke gibt und dass die Route gesperrt wird, wenn es Regenzeit ist. Die Überschrift lautet aber (frei widergegeben) “nur für Offroad-Erfahrene”. Im eigentlichen Text ist dann nichts genauer dazu zu finde. Ok, gestartet im Park, super Stecke, mit kleiner Wasserdurchfahrt (das Video hab ihr ja im letzten Eintrag gesehen), und dann langsam den Berg hochschlängeln. So weit – so gut! Aber dann… Nachdem wir dann ca. 3 Stunden hinter uns hatten ging es dann richtig Berg auf. Erst war es noch ok, ein paar Stufen, ein bisschen Geröll, und dann immer wieder gerade. Nach einer kleinen Brücke wurde es dann wieder ein Waldweg und weil im Führer beschrieben stand, dass es zwischen dem Park und einer Brücke liegt, das ausgewaschene Stück hatten wir gedacht, dass wir es nun hinter uns haben. Aber weit gefehlt. Dann fing es erst richtig an. Und zwar so, dass wir uns fast in die Hosen gemacht haben. Steigungen an der Belastungsgrenze des Wagen (und vor allen Dingen der von unseren Nerven). Steinstufen von teilweise 40-50cm Höhe auf einem Rad (das andere war da noch unten), massiven Verschränkung mit gleichzeitig extremen Geröll. Wir konnten den Wagen nur voll gesperrt (Vorderachse, Verteilergetriebe, Hinterachse) fahren, und trotzdem hat er teilweise keine Traktion auf einer Achse gehabt. Um eine Strecke von ca. 10km zu bewältigen haben wir knappe 3 Stunden benötigt. WIE langsam wir waren hat uns eines sehr deutlich gemacht – Moni hatte irgendwann einen Radfahrer gesehen der sein Rad den Berg hochgetragen hat. Sie meinte dann dass er bestimmt was kühles zu Trinken und was zu essen brauchen kann. Wir haben dann eine Falsche Wasser und ein paar Snacks aus dem Kühlschrank geholt um es ihm zu geben. Weit gefehlt – wir haben es eine knappe dreiviertel Stunde nicht geschafft, den armen Kerl zu erreichen und als wir es geschafft hatten, war das Wasser warm und die Schokolade geschmolzen. Teilweise war es so heftig dass Moni raus musste um mich über die Stufen, Verschränkungspassagen und das Geröll einzuweisen (was sie ein paar blaue Flecken gekostet hat, weil sie selber gestürzt ist). Ich musste zeitweise hinter dem Lenkrad stehen um ein Gefühl für die Strecke zu haben und genau zu sehen, wo wir fahren. Wenn das Differential aufschlägt und knack macht, ist es vorbei… Die 2 Fahrzeuge die uns (Berg runter) entgegen kamen an stellen an denen man zum Glück einigermaßen ausweichen konnten kommentierten unser Manöver nur mit: “You are really going up with this heavy vehicle?” und haben nicht schlecht gestaunt. Ach ja – Bilder und Video gibt es von unserer Aktion keine – als wir auf der Strecke waren gingen uns ganz andere Dinge durch den Kopf als daran zu denken Smiley Wer sich das mal anschauen möchte – es gibt ein paar gute Videos zur Road 05 vom South Luangwa und auch einige vielsagende Beschreibungen in diversen Offroad-Foren aus Südafrika.

Tribal Textiles – Textilfabrik unter dem freien Himmel

Fast hätte ich es vergessen. In der Nähe vom Park befindet sich eine Textilfabrik, die vor etwa 20 Jahren von einer Amerikanerin gegründet wurde. Das Besondere an der Fabrik ist, dass alle Arbeiter fair bezahlt werden, alle Produkte ökologisch und von Hand in Einzelfertigung hergestellt werden, als Unikate. Die Besichtigung der Textilfabrik incl. der Führung durch eine Fachkraft ist kostenlos bzw. gegen eine freiwillige Spende, die am Ende auch nicht eingefordert wird. Unser “Guide” war schon wieder auf dem Weg zur Arbeit und wir mussten ihm hinterherrennen, um den Obolus zu überreichen. Die dort hergestellten Produkte sind unserer Ansicht nach wunderschön und so haben wir für unser Sofa daheim zwei Kissenbezüge und für unseren Tisch einen Läufer gekauft, den Thomas dann mit nach Hause nehmen darf Smiley

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Aktuell wird die Expansion des Vertriebsweges nach Europa geplant. Lokal kann man denn auch die hergestellten Produkte in einem Shop erwerben, der nach verschiedenen Themen unterteilt ist. Insgesamt war der Besuch der “Fabrik” ein lohnenswerter Ausflug. Die beiden Herren die man unten links auf dem Foto sieht mischen übrigens anhand von Farbkärtchen händisch alle Farben zusammen. Alle verwendeten Farben basieren aus den 3 Grundfarben, Schwarz und Weiß, die aus Südafrika kommen und aus Pflanzen hergestellt werden. Der Kollege in weiß mit dem Schirmmützchen macht das schon seit 19 Jahren, die lieben langen Tag lang…

Von der Escarpment weiter nach Lusaka

So, nachdem wir die Route 05 nun geschafft hatten, Landy kontrolliert, alle Knochen weitestgehend noch dran, dafür die Nerven von Moni und mir am Ende, sind wir über 2 Zwischenstationen nach Lusaka gefahren. Die erste Station war ein Sanctury welches von einer Engländerin betrieben wird und inmitten einer wunderschönen Hügel- und Felsenlandschaft liegt, durch die ein Fluß fließt. Hier haben wir eine Nacht mit vielen Zirpen verbracht bei denen die Kinder sehr schnell raus hatten dass wenn man auf die drückt, unterschiedliche Töne machen. Was für ein Spaß – Zirpen fangen, in jede Hand eine, dann drauf drücken und man kann Musik machen Smiley Da von hier aus unsere nächste Station, die Fringilla-Farm nicht weit weg war, haben wir das Frühstück noch an einem kleinen Wasserfall abgehalten und dabei die wunderschöne Natur genossen.

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Angekommen in Lusaka haben wir dann einen Ölwechsel machen lassen, in der einzigen LandRover Vertretung in Sambia. Ich Depp habe am Anfang nicht gefragt, was das kosten soll… Die Werkstatt an sich sieht aus wie eine High-Tech Werkstatt in Deutschland. Alles vom feinsten, tolle Glasfronten, super Auto Präsentation, der Boden in den Werkhallen wie geleckt. Trotzdem hatte ich mit dem Service-Meister ausgemacht dass ich bei der kompletten Arbeit mit dabei sein will. Nachdem wir dann eine halbe Stunde gewartet hatten bin ich einfach mal in die Werkstatt gestiefelt und sah unseren Little schon auf der Bühne stehen – eine riesen Öl-Lache drunter. Ich bin dann zu den daran arbeitenden (noch sehr jungen) Mechaniker hin und habe gefragt, was denn passiert wäre. Tja, er hat wohl beim Ablassen vergessen den Einfüllstutzen zu öffnen, weswegen dann unten nichts raus kam. Als er ihn dann geöffnet hatte, kam dann unten alles raus, und ist an der Auffangwanne vorbeigeschossen – Anfängerfehler. Ok, kann passieren habe ich mir gedacht. In der Zwischenzeit hatte er den Filter und die Ölablaßschraube wieder reingeschraubt. Dann noch Kontrolle des Luftfilters. Die Nasen haben das Gehäuse abgebaut und wollten es von den ganzen Motten und dem Staub befreien, was ja prinzipiell eine gute Idee ist. Wenn man aber den geöffneten direkten Einlass des Turboladers nicht verschließt und gerade mit der Druckluftpistole ansetzt um dann alles da rein zu pusten, ist das schon mehr als ein Anfängerfehler. Das hätte den Turbolader geschrottet, wenn ich nicht schnell die Hand vor die Ansaugöffnung gehalten hätte. Aber der (1.) Hammer kam dann bei der Rechnung – die Idioten (kann ich leider nicht anders sagen) wollten dann knapp 600€ von uns haben für den Ölwechsel und den Luftfilterwechsel. Nachdem ich dann rumgestänkert habe sind sie runtergegangen auf 350€, einfach so, indem sie ein paar mit nichts sagende Posten auf der Rechnung gestrichen hatten. Aber was soll ich sagen – ich habe vorher nicht gefragt. Die aufgeführten Posten waren alles Schlüsselnummern von LR direkt und der reine Ölwechsel war mit Personalkosten von über 200€ angesetzt. Und das bei einer vollkommen fachlichen Niete der man permanent auf die Finger gucken muss, dass sie das Auto nicht schrottet. Der 2. Hammer kam dann auf dem Campinplatz. Ich habe dann den Ölstand kontrolliert und festgestellt, dass das Öl noch immer komplett schwarz ist, und auch zu viel drin ist. Nun muss man wissen, dass zu viel Öl schlimmer sein kann, als ein wenig zu wenig. Denn das zu viel Öl drückt sich dann irgendwo hin, wo es nicht hin soll. Das kann dann der Turbolader sein, der Partikelfilter, oder irgend eine Dichtung, die dann undicht wird. Das führt dann dazu, dass sich das betroffene Teil zerlegt. Und das geht sehr schnell, da sich der Überdruck mit dem ersten Start des Motors aufbaut und man nur hoffen kann, dass in den 10km Strecke von Werkstatt zum Campingplatz alles dem Überdruck standgehalten hat. Auf jeden Fall habe ich dann in der Werkstatt angerufen und sie haben jemanden vorbeigeschickt, der dann schon mal das zu viel Öl (was dann knapp 2l waren) ablässt. Der Idiot der den Ölechsel gemacht hat, hat also nicht nur fast den Turbo geschrottet und eine Öllache produziert, sondern auch nicht alles Altöl abgelassen. Deswegen war dann das Öl direkt vier schwarz und es war zu viel drin. Am nächsten Tag kam dann jemand vorbei und hat den Ölwechsel praktisch noch mal gemacht, auf dem Campingplatz, dann aber unter meiner permanenten Beobachtung Zwinkerndes Smiley Also – wenn ihr einen LandRover habt und in Sambia euer Auto warten wollt, fahrt NIEMALS zu Alliance Motors in Lusaka – die Wahrscheinlichkeit das die euer Auto Schrotten und auch noch astronomische Preise haben wollen, ist extrem hoch. Für so eine Werkstatt sollte sich LandRover schämen. Ich will nicht wissen wie viele “Garantiefälle” die schon produziert haben, weil sie vollkomme inkompetent sind. Naja, Moni konnte während des ganzen Dramas in der Werkstatt wenigstens mit den Kindern Unterricht machen – das haben wir ausgenutzt – da kennt sie nix – immer und überall Schule, auch im feinen Wartebereich von LandRover Zwinkerndes Smiley

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Aber ein Gutes hatte das ganze – es hat zu einer neuen, interessanten Bekanntschaft geführt. Als wir auf der Campsite waren und ich in sehr ärgerlichem Ton mit der Werkstatt telefoniert hatte, kam ein TourGuide auf uns zu und hat seine Hilfe angeboten – er sei, mit seinem Kollegen, auch Automechaniker. Wie sich später herausgestellt hatte waren es 2 Simbabwer die auf ihre Gruppe (10 Deutsche) warteten um durch Sambia zu reisen. Über die 3 Tage die wir an dem Platz verbracht haben, hat sich eine Art Freundschaft entwickelt, die mit einem gemeinsamen Abendessen und einem Abschiedsfoto am Morgen danach endete. Wir haben viel von beiden gelernt, über ihre eigenen Geschichten, Simbabwe als Land, und die Tätigkeit als Tour Guide. Aber das jetzt alles hier wiederzugeben wäre zu viel, das kommt vielleicht mal in eine Buch Zwinkerndes Smiley Was uns dieses Verhalten (gesehen dass jemand ein Problem hat, und direkt Hilfe angeboten) gezeigt hat – die aller meisten Menschen hier im südlichen Afrika wissen noch wie wichtig es ist, dass man sich gegenseitig hilft… Auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön für die gemeinsame Zeit und die vielen sehr interessanten Geschichten aus eurem Leben, Michael und Jeremy!

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Von hier aus ging es nun weiter zur Fringilla-Farm, auf dem Weg nach Livingstone, unserer letzten Station vor der Grenze nach Namibia. Die Farm selber ist riesen groß, bietet neben der Viehzucht von Kühen und Schweinen und Farming auch einen Lodge- und Campingbetriebt mit einem klasse Restaurant, einem riesen Spielplatz und einer tollen Metzgerei, in der wir uns gut mit frischem Fleisch eingedeckt hatten. Als wir dann abends an dem Restaurant zu Abendbrot gegessen hatten, kam der Chefe des Betriebs bei uns vorbei und fragte ob es schmeckt. Natürlich – haben wir gesagt, was ja auch stimmte, und haben ihn dann direkt mal angesprochen, was Fringilla denn alles so macht. Und so sind wir dann vom Hölzchen aufs Stöckchen gekommen. Insgesamt gibt es wohl 4 Haupt-Geschäftszweige. Er selber verantwortet den Lodge-Betrieb und kam vor gut 20 Jahren als Schotte wie die Jungfrau zum Kinde. Seine damalige Freundin (und heutige Frau) war die Nichte des Besitzers von Fringilla. Jetzt war es so dass die damalige Leiterin des Lodge-Betriebes schwanger wurde und er überlegte, den Betrieb einzustellen. Auf Besuch in Schottland hat der Besitzer dieses wohl in der Runde mit Nichte und ihm erzählt. Der heutige Betreiber hatte dann angeboten, das Geschäft mal für 3 Monate weiter zu führen (es war damals noch sehr klein) um zu schauen, ob die Dame nach der Niederkunft dann das Business wieder übernehmen kann. Das Ganze (und seine heutige Frau) hat ihm dann wohl so viel Spaß gemacht und es lief so gut, dass er dann einfach dort hängen geblieben ist und Fringilla heute eines der größten Farming-Unternehmen in Sambia ist. Den Betrieb konnten wir uns dann auch frei anschauen und durften überall hin, was wirklich interessant war. Nur beim Schlachter wollte Moni dann nicht rein (Lenja erst schon, hat sich dann aber doch nicht getraut). Und neben den “klassischen” Tieren gab es dann auf der Farm auch noch einen Geier—Baum mit Geiern und Marabus. Die Kinder und wir hatten hier 2 sehr schöne Tage…

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Ach ja, als wir Sonntags ankamen, war gerade das Oktoberfest vorbei. Ein Event das sich der Lodge-Manager mit einem Event-Veranstalter aus Lusaka ausgedacht hat (Guy Fisher, Geschäftsführer von R&G Events). Und wie es so wollte lief uns dieser zufällig über den Weg (weil man unser deutsches Autokennzeichen entdeckt hatte) und wir hatten einen netten Schnack (so weit das noch möglich war, bei einem offensichtlich interessanten Pegelstand lokales Bier Smiley) Leider ist meine China-Handy-Kamera nicht wirklich dolle beim schießen von Fotos spät abends in der Dunkelheit. Guy ist der großgewachsene mit dem entspannten Grinsen Smiley

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Das Event gibt es bereits seit 2013 und ist mittlerweile mit über 10.000 Besuchern die größte Veranstaltung in ganz Sambia. Tja, jetzt hat Sambia auch ein Oktoberfest, fehlt nur noch das richtige Bier (obwohl das einheimische, Mosi, auch sehr lecker schmeckt).

Also, wenn ihr mal in der Nähe seid von Lusaka, fahrt auf jeden Fall bei Fringilla vorbei. Und wenn ihr im Oktober da seid, erkundigt euch ob vielleicht gerade zufällig um euer Datum herum das Oktoberfest auf Fringilla stattfindet. Erkundigen könnt ihr euch dazu bei Guy Fisher unter www.randgevents.com oder schreibt ihn direkt an unter guy@randgevents.com. Das ist eine riesen Gaudi…

Auf nach Namibia

So, ab nach Namibia. Sambia haben wir nun nach einer letzten Station in Livingstone hinter uns gelassen und haben über die wahrscheinlich schlechteste Straße der Welt rübergemacht. Eigentlich waren das mehr Schlaglöcher als Straße, dagegen war die Route 05 garnichts Zwinkerndes Smiley

Da wir in Namibia nur etwa 10 Tage Zeit hatten, bevor wir nun wieder nach Botswana gefahren sind um Thomas am 1.11. abzuholen in Kasane, hat Moni eine schöne kleine Tour durch den Caprivi geplant. Hier haben wir 3 kleine Nationalparks besucht, die direkt an der Grenze zu Botswana liegen. Gestartet sind wir dann von Katima aus. Hier hatte ich Little noch mal durchgecheckt und dabei festgestellt, dass mir der Bolzen der den PanHard-Rod (Verbindung zwischen Vorderachse und Rahmen) ausgeschlagen war. Das ist mir aufgefallen weil der Wagen leichte Lenkradvibrationen hatte zwischen 70 und 80 die auch nach einem (kostenlosen) Wuchten der Räder nicht wirklich besser wurden. Bei meiner Kontrolle aller Stabilisierenden Elemente (Moni hat am Lenkrad gewackelt und ich lag (mal wieder) unter dem Wagen habe ich das dann festgestellt. Also – neuen Bolzen bei Sharpe Engineering (der kann in Katima alles organisieren Smiley) bestellt, und auch noch einen neuen Spiegel den ich kaputt gefahren hatte auf der Route 05, bestellt und noch ein paar andere Dinge im Auto-Shop besorgt, und weiter Richtung Nationalparks (die Teile haben wir dann bei unserem 2. Besuch in Katima vorgestern abgeholt. Die erste Station war der Bwabwate National Park. Ein sehr kleiner, aber sehr schöner Park. Hier sind wir dann in einem Community-Camp untergekommen und haben unser erstes Gewitter miterlebt. Das war ein Schauspiel… Am Tag des Regens sind wir dann abends (als das Gewitter gerade losging) auf einen Gamedrive gestartet. Nach ein paar Tiersichtungen (so mal eben eine Gruppe von ca. 200 Elefanten) wollten wir dann an einem View-Point Abendbrot essen. Etwas 500m von uns entfernt sah Moni dann 2 Wagen stehen. Sie meinte dann – lass uns da mal hin, die haben bestimmt was gesehen… Ok, Motor an und los. Auf halber Strecke haben wir dann gesehen dass einer von denen im Tiefsand (wenn es regnet setzt der das ganze Profi zu) stecken geblieben war. In dem Moment habe ich einen Fehler gemacht – ich bin vom Gas gegangen. Und wie das so ist – kleine Fehler bestraft der liebe Gott sofort, große erst nach 9 Monaten Zwinkerndes Smiley Schubs saßen wir auch fest, im besagten Tiefsand – und das bei strömendem Regen und einem wunderschönen Gewitterhimmel, mitten im Nirgendwo in einem Nationalpark. Aber naja… Die Kollegen die als erstes festsaßen bekamen ja schon Hilfe vom besagten 2. Auto, einem Safari-Wagen mit 2 Gästen, eine Dame aus Neuss, ein Herr aus Köln, die das ganze als kostenloses Abenteuer sichtlich genossen hatten. Ok, nun war der erste Wagen (eine Gruppe Belgier die auch auf der Community-Campsite waren) befreit. Spontan machte ich dann der Safari-Wagen auf in unsere Richtung (und die Belgier zu Fuß), um uns raus zu helfen. Nun hält der Wagen auch im etwas weniger tiefsandigen Bereich an und will uns rausziehen. Man sah förmlich als er vom Gas ging, dass jetzt auch er fest saß. Und so war es dann auch. Vorwärts, Rückwärts, nichts ging mehr. Wir haben dann erst mal unseren Little mit unseren Sandblechen, Schaufeln, Baumstämmen und jede Menge Menpower befreit um dann den LandCruiser des Guides auszugraben. Was eine Freude… Nach einer herzlichen Verabschiedung und kurz vor Anbruch der Dunkelheit hat sich dann jeder seines Weges gemacht Smiley

Aber neben diesem Erlebnis gab es ja auch noch die ganzen Tiere, die wir in den 3 Tagen gesehen hatten, und einer der bisher schönsten und einsamsten Campsites die wir bisher hatten…

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Um euch mal zu zeigen wie es aussieht, wenn man mitten in einer großen Gruppe von Elefanten steht (hinter uns waren auch nicht gerade wenige), haben wir mal ein kleines Video davon gedreht. Insgesamt haben wir ca. eine halbe Stunde in der Gruppe verbracht, bevor wir weiter konnten.

Aus dem Park und doch sehr einsamen Camp haben wir uns dann aufgemacht um in einer der immer wunderschönen Gondwana Lodges 2 Nächte zu verbringen. Die Namushasha Lodge liegt auch direkt am Fluß und hat einen Campingplatz mit einem wunderschönen Ausblick über eine weite Auen- und Flußlandschaft. Und da wir beim Community-Camp 3 Tage bei großer Hitze verbracht hatten, was viel Strom für den Kühlschrank braucht, mussten wir uns mal wieder an den Strom anschließen, zumal wir uns in den Schatten stellen wollten mit dem Auto. Gesagt getan – kein Strom. Nachdem ich dann einem Angestellten gesagt hatte dass wir keinen Strom auf unserer Steckdose haben kam dieser kurze Zeit später zu mir und berichtete, dass da wohl was kaputt wäre, der Elektriker aber schon informiert wurde. Naja, 2 Stunden später noch immer kein Strom… Ich hab dann erwähnt dass ich vielleicht helfen könnte, weil ich ja selber mal Elektriker war… Nach einer weiteren Stunde noch immer kein Strom, aber auch keiner gekommen um für Hilfe zu fragen. Kurzerhand bin ich dann zur Rezeption gedackelt und und hab nach dem Manager gefragt. Der war gerade dabei ganz aufgelöst mit seinem Technik-Chef zu telefonieren, weil wohl der komplette Campingplatz, aber auch die Wasserversorgung ohne Strom war. Wie er mir dann erklärte hat wohl das Gewitter, was wir in dem kleinen Park erlebt hatten, in diesem Bereich etwas heftiger zugeschlagen und ein Blitz hat die ganze Anlage außer Betrieb gesetzt. Und da der Elektriker gerade unabkömmlich war bei der Fertigstellung einer neuen Lodge die am 1. November eröffnet werden soll, hat er versucht das Problem mit dem gerade anwesenden IT-Techniker (es war auch einiges in der IT kaputt gegangen) zu lösen. Als ich dann erklärt hatte dass ich gerne bei der Problemsuche- und Lösung helfe, haben sie mir ein Multimeter in die Hand gedrückt, und wir haben mit der Fehlersuche begonnen. Nach 30 Minuten war klar dass der Blitz in das Haupt-Zuleitungskabel des Platzes eingeschlagen war und einen Kurzschluss zwischen einer Phase und der Schirmung verursacht hat. Ich hab dann die Phase gebrückt und sie hatten erst mal wieder Strom, wenn auch nur noch 2 und keine 3 Phasen. Da die Pumpe aber eine Drehstrom—Pumpe war, funktionierte das nicht. Am nächsten Tag hab ich dann eine Zeichnung erstellt wie man einen Workaround hierfür erstellen könnte, er hat das Fotografiert und an seinen Technik-Chef geschickt, der dann das OK gegeben hat, und wir haben den Workaround implementiert.Nach 1 Stunde waren alle 3 Phasen wieder da, wir hatten eine neue Erde gebaut, das Wasser lief wieder und alle waren glücklich. Zum Dank hat uns dann der nette Manager zum Mittagessen eingeladen, obwohl wir eigentlich noch satt waren vom Abendessen, was wir uns Tags vorher gegönnt hatten. Es war ein kleines, aber sehr feines Buffet, mit einer hervorragenden Vor- und Nachspeise, vom Hauptgericht und der Salatauswahl ganz zu schweigen. Wir würden sagen – das war das beste Essen, was wir bisher in Afrika hatten… Wer die Chance hat einmal bei der Namushasha-Lodge im Caprivi vorbei zu schauen – machen, und Abend Essen – es wird sich lohnen Smiley

Nach dem puren Luxus und mehr als üppigen Essen sind wir dann in den nächsten Park, auch wieder ein sehr kleiner und schöner Park, der Mudumo. Hier haben wir dann direkt im Park auf einem Stellplatz ohne alles (außer einem Plumpsklo) 3 Nächte verbracht. Das war der Hammer. Die Kinder wollten hier zu erst nicht hin weil es keinen Pool gab (bei 37 Grad kann man den echt brauchen). Aber als sie dann mal eine Stunde da waren haben sie schnell gemerkt, dass man auf so einen Platz auch eine Menge machen kann… Prompt wurden Stöcke gesucht, ein Tipi gebaut, und alles zusammen gekarrt um so zu leben wie die Menschen in der Steinzeit. Wir haben dann durch ihr Steinzeitdorf 2 Führungen bekommen, einen Morning- und einen Evening-Walk. Lenja hat sogar abends im Bett gelegen und für den nächsten Tag ein Programm erstellt, was sie uns alles zeigen möchte. Das haben wir dann glatt mal auf Video festgehalten. Alles was ihr seht, haben sich die Kinder zu 100% selber ausgedacht.

Und in der Nacht haben wir dann immer die Löwen brüllen gehört, deren Spuren wir am jeweils nächsten Morgen immer direkt hinter unserem Platz gefunden haben. Die Löwen sind immer durch den Park gewandert und zuerst kamen die Laute näher, um dann direkt “neben” uns zu sein, um sich dann in eine andere Richtung wieder zu entfernen. Leider haben wir keine Löwen gesehen in dem Park, dafür aber direkt vor unserem Platz eine Gruppe Elefanten, die den Fluß überquert hat… Das war echt lustig mit den Elefanten, und die kleinen sind glatt untergegangen. Manchmal sah man nur noch die Rüssel raus kommen, oder garnichts mehr. Die Baby-Elefanten wurden dann immer zwischen 2 große genommen und sie haben eine Schwänzchen-Schwänzchen-Kette gebildet, wie man sich das vor so vorstellt…

Die Löwenspuren die wir dann morgens sehen konnten sagten uns, dass wir uns nachts nicht geirrt hatten, dass sie direkt hinter uns vorbei gelaufen sind.

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Und das hier ist unser Platz auf dem Lenja und Silas gerade ihr Tipi bauen…DSCN9429

Mit dem Sonnenuntergang den wir jeden Abend genießen konnten…

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Nachdem wir nun 3 Tage pures Bush-Camping bei großer Hitze und ohne alles hatten, sind wir in unseren letzten Park gefahren, den Nkasa Rupara National Park. Hier wieder auf einer Community-Campsite mit Dusche und WC sollten wir endlich Glück haben, und einen Löwen “zum Greifen nahe” erleben. Aber wir lassen die Bilder mal für sich selber sprechen.

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Auge in Auge mit dem König der Tiere, keine 5m neben uns. Ein Erlebnis das einem eine Gänsehaut zaubert, die laaaaange anhält.

Hier haben wir neben anderen, auch kleinen, Tieren, noch ein deutsches Ehepaar getroffen, die sich gerade mit ihrem Truck auf einer Afrika-Durchquerung befinden. Silas durfte dann mal eine Runde Truck fahren Smiley

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Landschaftlich war auch dieser Park, eben der unheimlichen Tierdichte und Vielfalt, wieder ein Knaller…

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Abschließend müssen wir sagen, dass uns diese knapp 2 Wochen Caprivi extrem gut gefallen haben. Namibia hat hier unheimlich viel geschaffen auf einem sehr kleinen Raum. Der Tierreichtum und die Vielfalt ist überwältigend. Landschaftlich sehr abwechslungsreich und die Möglichkeiten unter zu kommen reichen von der absoluten Luxus-Lodge bis zum Bush-Camping mitten in der Wildnis mit 0 Infrastruktur, dafür aber absoluter Ruhe und den Löwen die um das Auto schleichen. Um das alles zu erreichen ist eine U-Strecke von nicht mal 300km notwendig, mit besten Versorgungsmöglichkeiten in Katima. Und ganz ehrlich – es wird schwer sein so viele so schöne Erlebnisse irgend wo anders auf so engem Raum zu finden. Da müssen sich andere Regionen sehr anstrengen – und gerade Botswana mit den Parks auf der anderen Seite des Flusses muss sich hier kräftig ins Zeug legen, wenn sie nicht ins Hintertreffen geraten wollen. Wir haben direkt auf der gegenüberliegenden Seite von Linyanti gecampt im Caprivi, für 90 namibianische Dollar (ca. 6€ für 4 Personen) pro Tag, incl. Park-Eintritt und die schönsten Tier-Erlebnisse unserer Reise gehabt. Auf Botswana-Seite im bekannten Chobe-Park kostet der Spaß um die 40€ pro Person pro Tag, ohne Park-Eintritt – und das bei absolut verkommenen Campingplätzen. Botswana – da müsst ihr echt was machen. Namibia hat hier ein um Klassen besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei gleichzeitig wesentlich besserer Versorgungs-Infrastruktur drumherum. Da muss man sich nicht ärgern wie im Chobe 50US$ für ein heruntergekommenes Camp zu bezahlen in dem nichts mehr geht und die Gebäude und alles andere seit Jahren sich selbst überlassen werden. Wir können jedem nur empfehlen den Caprivi einmal mit genügend Zeit intensiv zu bereisen – es wird sich lohnen und den Geldbeutel schonen.

So, hiermit endet dieser Eintrag. Wir sind wieder in Botswana angekommen und haben uns die nächsten 3 Tage in der Chobe Safari Lodge einquartiert und bereiten alles für die Ankunft von Thomas vor. Eingekauft ist schon zu einem Großteil, Little ist innen einmal gründlich gereinigt, und es regnet. Aber jetzt sind die Temperaturen mit um die 20 Grad wieder sehr angenehm. Die Wettervorhersage für die nächste Woche sagt uns, dass es wieder schon werden soll, rechtzeitig zur Ankunft von Thomas. Wahrscheinlich wird der nächste Eintrag jetzt etwas länger auf sich warten lassen. Der Fokus liegt den nächsten Monat auf der Reise mit Thomas… Aber mal schauen Smiley

In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal senden wir viele Grüße aus dem wunderschönen südlichen Afrika in die Heimat – Lenja, Silas, Moni und ich…

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Sambia – unsere Erlebnisse (Teil 1/2)

3 Kommentare

Livingstone, über das wir ja schon berichtet hatten, war unser Startpunkt für Sambia. Zum Beginn unseres Sambia-Besuchs hatten wir keine Ahnung, was auf uns zukommen würde. Der Einstieg in Livingstone war ein guter und interessanter Start denn, wie wir schon geschrieben hatten, ist es uns in Livingstone sehr einfach gefallen, auf die Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Das hat sich auf der weiteren Reise nicht verändert. Und erstaunlicher Weise haben wir nicht nur viel mit den einheimischen erzählt, sondern auch mit anderen Reisenden, gerade aus deutschsprachigen Ländern wir Österreich, der Schweiz, oder eben auch Deutschland. Nun aber der Reihe nach.

Einer der Hauptpunkte die auf unserer Route Standen waren die Nationalparks. Mehrere Reisende haben wir angesprochen, die gerade aus dieser Ecke kamen, wie diese denn so sein sollen und welche wir am besten Bereisen. Immer wieder haben wir das Feedback bekommen, dass es sich “eigentlich” nur lohnt, den South Luanga National Park zu bereisen – wegen der Tiere. Alle anderen Parks wären lange nicht so tierreich wie die Parks in Botswana, Südafrika, oder auch Namibia. Und der tierreichste Park wäre eben der besagte South Luanga. Von daher haben wir unseren Fokus erst einmal auf diesen Park gelegt.

Was wir vorher schon wussten ist, dass Sambia nicht annähernd so gut mit einer touristischen Infrastruktur (Hotels, Campsites, Lodgen,…) ausgestattet ist, wie die anderen Länder des südlichen Afrika. Und dass sich auch die Fahrten ganz anders gestalten. Kommt man z.B. in Südafrika an den Hauptrouten alle paar Stunden an einer Übernachtungsmöglichkeit oder Touristenattraktion vorbei, sind es in Sambia ehr alle paar Tage. So ist. z.B. auf der Strecke zwischen Livingstone und Lusaka (500 km) nur eine brauchbare Übernachtungsmöglichkeit, um einen Zwischenstopp einzulegen. Von Livingstone zum Nationalpark South Luanga sind es dann wieder 600 km. Auch dazwischen existiert nur eine brauchbare Übernachtungsmöglichkeit (zumindest was wir von all den anderen Reisenden so gehört haben und auch in den Reiseführern drin steht). Weiterhin sind die ´Zwischenstrecken touristisch nicht wirklich erschlossen. Das führt dazu, dass man relativ lange Fahrwege mit Übernachtungs-Zwischenstopps hat, bevor man dann am eigentlichen Ziel ist. Zusammenfassend sagen wir daher für uns selber, dass es gut war, initial keine konkrete  Erwartungshaltung zu haben, wenn wir das Land bereisen. Mit unseren bisherigen Erfahrungen ist es nicht vergleichbar, was aber nicht wertend gemeint ist. Wir werden mit Sicherheit wiederkommen, wenn wir die Gelegenheit dazu haben, und dann eine für Sambia passende Art zu reisen angehen. Hier ist sicherlich viel mehr noch der “Entdecker-Modus” gefragt, als in den anderen Ländern. Wenn man das vorher weiß, und sich darauf einstellt, ist Sambia eine ganz tolle Erfahrung. Aber auch so ist für uns selber festzuhalten, dass wir die bisher schönsten und interessantesten Erlebnisse tatsächlich in Sambia hatten. Sicherlich einer etwas anderen Art und Weise als wir uns das vorgestellt hatten, aber trotzdem absolut spitze. Wir kommen wieder Smiley

So, nun aber zu dem, was wir so alles noch erlebt haben, oder zumindest einem Auszug dazu. Nachdem wir nun von Livingstone über Lusaka (die Hauptstadt von Sambia, die nicht von europäischen großen Hauptstädten zu unterscheiden ist, unserer Meinung nach) wollten wir euch erstmal wieder mit einem kleinen 3-minütigen “Fahr-Video” vermitteln, wie es hier denn so aussieht und wie der Verkehr so ist. Erstmal – die Straßen in Sambia (zumindest die Haupt-Teer-Straßen) sind i.d.R. alle ehr gut befahrbar und auch in relativ gutem Zustand. Teilweise gibt es Abschnitte, auf denen sich dann eine interessante Ansammlung von Potholes  – also Schlaglöchern – befindet. Das führt dann dazu, dass alle Verkehrsteilnehmer eigentlich in allen Richtungen auf allen Spuren fahren, um die Schlaglöcher zu umgehen. Mit der Zeit ist da ganz schön anstrengend, wenn man darauf achten muss, dass man selber in kein Schlagloch fährt, dass der Gegenverkehr nicht gerade auf unserer Spur fährt oder wenn man einen LKW überholen will dass man dann nicht auf der Gegenfahrbahn in ein Loch gerät oder der zu überholende LKW ausweicht, weil er in kein Loch fahren will was dann dazu führt, dass es schon mal eng werden kann auf der Überholspur. Aber zum Glück sind diese Abschnitte sehr begrenzt. Aber schaut am Besten selber einfach mal in das Video – neben den typischen Dorf- und Stadtdurchfahrten ist auch ein Abschnitte mit dem Schlaglochkurven mit dabei. Das hat dann immer Teamarbeit von Moni und mir erfordert, besonders beim Überholen. Da weiß man, was man aneinander hat Smiley

Nachdem wir dann Lusaka hinter uns gelassen hatten, auf dem Weg noch einmal bei einem Lodgebetrieb auf dem Mini-Camping-Stellplatz zu einem horrenden Preis übernachtet hatten, sind wir über Chipata in den South Luanga Nationalpark eingefahren. Chipata war für uns die letzte Möglichkeit, noch mal in einem richtigen Supermarkt einkaufen zu gehen. Die Stadt liegt sehr nah an der Grenze zu Malawi was dazu führt, dass relativ viel arme Menschen aus Malawi in diese Stadt kommen, um hier irgendwie ihr Leben zu leben. Bis wir in Chipata gewesen sind konnten wir sagen, dass wir eigentlich nie irgendwo mit extrem armen oder auch bettelnden Menschen in Kontakt gekommen sind – was sich hier aber dann schlagartig geändert hat. Prompt angekommen zum Tanken wurden wir dann von einer Rasselbande barfüßiger Kinder umlagert in zerrissenen Klamotten, die aber immer noch sehr feundlich waren, aber gerne was zu Essen haben wollten. Lenja und Silas haben dann ein paar Lollies verteilt und das war dann wohl das Signal, dass es sich lohnt bei uns zu bleiben Smiley Die kleine Bande hat uns dann über die Straße zum Supermarkt begleitet und angeboten auf unser Auto aufzupassen. Dankend haben wir das angenommen und sie hatten sichtlich Spaß, den Wagen bestens zu “bewachen”. Für ihre Dienste haben wir ihnen dann ein schönes großes Brot mitgebracht über das sie sich total gefreut haben und sofort anfingen auszuhandeln, wie das denn nun aufgeteilt wird zwischen den “Bewachern”. Als wir dann losgefahren sind haben sie uns noch eine gute Fahrt gewünscht und sich winkend verabschiedet. Was ich damit sagen möchte – selbst die, die nur noch das Hemd, die Hose und ihr Leben haben, haben bei uns nie ein Gefühl erzeugt von “blos weg hier” oder “die wollen uns was”. Alles was wir erlebt haben wurde stets von einem Lächeln und netten Worten begleitet, so dass wir weder Angst um die Kinder noch um uns selber hatten. Was wir aber ganz ehrlich sagen müssen – es ist nicht einfach, damit umzugehen, wenn man diese Situationen zulässt und auch die Menschen an sich ranlässt. Jedes Mal fragen wir uns, ob wir zu wenig gegeben haben, ob wir zu geizig waren, oder was wir hätten anders machen können/sollen und müssen. Und oft haben wir im Nachgang ein schlechtes Gewissen, dass man vielleicht doch hätte mehr geben oder machen können. Gewöhnt haben wir uns an solche Situationen noch immer nicht und immer wieder aus Neue müssen wir entscheiden, wie wir damit umgehen. Zum Glück ist es noch nicht so oft vorgekommen, dass wir schon abgestumpft sind. Wir wollen aber auch nicht wie sehr viele anderes Reisende in der sicheren “Wagenburg” bleiben und nur dahin gehen, wo die reichen weißen Touristen sind. Dann bleiben wir ja in unserer Blase…

So, nun aber endlich im South Luange angekommen und schnur stracks zum Wildlife-Camp (ach ja, nachdem wir eine Tankstelle gefunden hatten die Diesel hat, den ein Auto tanken kann, was in den reichen Ländern gefahren wird – niedriger Phosphor Gehalt – bei uns seit 10 Jahren Standard, in Afrika ehr die Ausnahme – das sind Probleme von denen wir vorher noch nie was gehört hatten). Das Camp liegt direkt am Grenzfluß zum Park und wir hatten Glück, dass wir am 2. Tag auf die beste Campsite umziehen konnten. Direkt am Fluß und begrenzt durch den Busch zur Seite hin – ein Traum. Hier einfach mal ein paar Bilder, wie denn so der Blick war, und wo wir gestanden haben.

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Gekocht wurde abends immer auf dem Feuer und dabei (wenn wir nicht gerade auf einem Drive waren) der Ausblick auf die Tiere und die wunderschöne Landschaft genossen. So schön wir dort haben wir bis heute noch nirgendwo gestanden. Nachdem wir uns dort dann richtig schön und heimelig “eingerichtet” hatten für 10 Tage die wir dort verbracht haben, konnten wir den Platz sehr gut als Basislager für Trips in den Park nutzen. Die Anfahrt hat ca. 15 Minuten in Anspruch genommen. Und mit den netten Bekanntschaften meinen wir nicht nur die lokale Bevölkerung, sondern auch andere Bekanntschaften die wir schließen konnten. Als wir ankamen kam kurze Zeit später direkt Frank auf uns zu, der mit Andrea, seiner Frau, auch Sambia bereiste. Beides Berliner die hier ihren Jahresurlaub verbracht haben. Über die Zeit die wir gemeinsam im Camp verbracht haben, haben wir uns gegenseitig ins Herz geschlossen – und Lenja und Silas haben aus den beiden lieben Berlinern direkt eine Art Ersatz-Oma und –Opa gemacht. Immer wenn es was zu erzählen gabt ist besonders Lenja direkt zu Frank geflitzt und musste sich mitteilen, der auch immer geduldig zugehört hat Smiley Es war echt eine tolle Zeit mit den beiden auf dem Platz und wir vermissen sie ein bisschen.

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Als sie dann fahren mussten, weil ihr Urlaub zu Ende war, haben sie uns noch ein riesen Care-Paket an Leckichkeiten hinterlassen, was sie aus Deutschland mitgebracht, und nicht aufgebraucht hatten. Davon zehren wir jetzt noch und es hat uns schon über die ein oder andere Durststrecke geholfen. Da bleibt nur eins zu sagen – danke für die schöne Zeit, die offenen Ohren für unsere Kinder und das gute Essen aus Deutschland Smiley

So ,nun zum Park selber. Wie anfangs schon berichtet ist es hier noch nicht so sehr touristisch erschlossen wir in den anderen Ländern des südlichen Afrika. Was natürlich den Charme mit sich bringt, dass gerade die Fahrten im Park noch sehr “wild” sind. Es gibt zwar ein paar erschlossene Hauptwege, aber überwiegend ist der Park über kleine Sträßchen, Pfade, Fußbetten und unzählige nirgendwo aufgeführte kleine Abzweigungen und Loops zu erkunden. Und erkunden meine ich wortwörtlich. Es gibt keine Karte vom Park Smiley Außer eine sehr grobe Skizze mit den wenigen Hauptwegen (die aber auch immer mal wieder geändert werden wenn in der Regenzeit mal wieder die Straßen weggespült wurden oder einer der Flüsse mal wieder das Land weggefressen hat) gibt es keinerlei Kartenmaterial über die Wege. Außer mal, wie eigentlich immer, in unserem GPS mit Tracks4Africa Karten drauf. Das ist wirklich unglaublich… Wir haben es immer mitlaufen lassen damit wir wussten wo wir so grob waren und wie lang der Weg bis zum Gate ist so dass wir die Zeit einschätzen konnten, wann wir uns auf den Heimweg machen mussten um pünktlich um 18:30 Uhr wieder den Park zu verlassen.

In Bezug auf Tierreichtum ist der Park unserer Meinung nach nicht mit dem Krüger, den Parks in Botswana oder dem Etosha in Namibia zu vergleichen. Wir haben erzählt bekommen und auch gelesen, dass der Tierbestand in Sambia sehr stark durch Wilderei dezimiert wurde, was man unserer Meinung nach auch, zumindest in diesem, Park merkt. Nichts desto trotz haben wir nicht wenige Tiere beobachten können. Dabei muss aber herausgehoben werden, dass der Park der für uns bisher landschaftlich schönste ist. Dadurch dass er so wild und abwechslungsreich ist, hatten wir es jedes mal schwer wieder umzudrehen um rechtzeitig am Gate zu sein. Am liebsten wären wir auch 153. Fahrspur nachgefahren oder durch das nächste Flußbett auf die andere Seite übergesetzt. In manchen Ecken kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus und ab und an hatten wir das Gefühl, im Paradies zu sein, weil die Szene aus Landschaft, Tierwelt und Lichtverhältnissen hätte nicht perfekter sein können… Von daher lohnt sich ein Parkbesuch (mehrere Tage Zeit mitbringen) auf jeden Fall. Auch wenn man vielleicht nicht den 5. Löwen, 3. Gepard oder 422. Elefanten sieht – es ist ein einmaliges Erlebnis diesen Park zu bereisen. Aber seht einfach mal selbst in ein paar Bildern und kurzen Videos, was wir so erleben konnten…

Hier als erstes mal ein kleines Fahrvideo:

Und hier ein kleiner Versuch, euch einen Eindruck von der traumhaften Landschaft des Parks zu geben. Das klappt natürlich nicht wirklich gut mit Bildern, aber einen Versuch ist es wert…

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Aber neben der Landschaft gab es natürlich auch noch einiges an Tieren zu entdecken. wir hatten das große Glück, direkt zweimal Hyänen beobachten zu können. Einmal leider erst relativ spät bei der Ausfahrt aus dem Park, dafür aber einmal knappe 20 Minuten lang eine einzelne, wie sie es sich im Schatten gemütlich gemacht hat, direkt 5m vor unserem Auto, bis sie dann irgendwann davongetrottet ist.

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Aber nicht nur Hyänen sind uns praktisch direkt vor das Auto gelaufen. Auch andere, langbeinige Vertreter der gemütlichen Art haben sich nicht von uns stören lassen, auch als wir die Verfolgung in extrem hoher Geschwindigkeit bei widrigen Straßenverhältnissen und Einsatz unseres Lebens aufgenommen haben Smiley

Da unser Camp, wie auch in Botswana üblich, nicht abgetrennt war vom eigentlichen Park, kamen uns immer mal wieder Tiere besuchen. Eines Abends hatte Moni es knacken gehört, wir lagen schon im Bett. Als wir dann rausgeschaut haben sahen wir einen Elefanten an unserem Landy “vorbeischleifen”, der sich dann genüsslich an unserem Schattenbaum unter dem wir standen, satt gegessen hat. Am nächsten Tag hatten wir dann ein bisschen mehr Sonne auf unseren Solarzellen Zwinkerndes Smiley Aber nicht nur uns haben sie besucht. Immer mal wieder schlichen Elefanten oder auch Hippos durch das Camp.

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Aber das waren nicht die Besucher die uns irgendwie gestört hätten. Denn zusätzlich zu den großen Besuchern zählten noch die kleineren, die in den Bäumen über uns wohnten. Die sehen zwar total süß aus, gerade wenn sie auch noch die Kleinen mit dabei haben, haben es aber faustdick hinter den Ohren. Gemeint sind die Velvet Monkeys, eine kleine Affenart.

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Dazu drei kleine Geschichten aus dem Camp-Alltag. Moni sitzt gerade dabei und schneidet Tomaten klein, um sie zum Abendessen zu verwursteln. Wie so oft – aus sicherer Entfernung (2m Smiley) beobachtet von einer Mutter mit Jungem am Bauch. Silas ruft mal eben: Mama – da rennt wieder ein Elefant durchs Camp – Moni dreht sich um zu Silas und schwubs – der Teller mit den Tomaten ist leer. Das ist ja lustig wenn man noch einen Vorrat hat, aber echt ungünstig, wenn dann nur noch 3 von eigentlich 4 benötigten übrig bleiben.

Beim zweiten Akt sitze ich gerade in der Kabine (wie immer ist unsere Tür offen, das Fliegengitter aber runter) und sortiere Bilder und Videos am PC. Plötzlich höre ich ein leises klacken von den Kügelchen, die das Fliegengitter unten am Boden halten und denke an nichts schlimmes. Bis auf einmal ein kleines Köpfchen um die Ecke in der Kabine schaut und alles mustert. Als das Äffchen mich erblickt hat, starrt es mich erst mal ganz verdattert an als würde es Fragen – was machst Du denn hier – ich dachte es ist keiner daheim. Und erst als ich es anfauche dreht es sich wieder um… Die sind echt dreist.

Der dritte Akt ist eine Geschichte des Himmels. Wie ihr ja auf dem ein oder anderen Foto erkennen könnt ist es manchmal ganz schön wolkig bei uns gewesen. Und es hat sogar mal was getröpfelt. Da die Temperatur aber immer so um die 35-40 Grad (nachts zwischen 25 und 28 Grad) hatte, haben wir natürlich mit offener Dachluke geschlafen. Eines Nachts werden also Moni und ich wach, weil es durch das Dachfenster anfängt zu tröpfeln. Moni meint noch so – ups, es fängt an zu regnen, wir sollten die Luke zumachen. Gesagt getan… Nächster Kommentar: das riecht ein bisschen wie Pipi! Nee, habe ich geantwortet – das ist ein erdiger Geruch, das kommt vom ganzen Staub aus der Luft! Am Morgen haben wir dann festgestellt, dass die kleinen Banausen in der Nacht nicht nur auf uns gepinkelt hatten, sondern auch das große Geschäft verrichtet hatten. Auf der Luke und dem Dach lagen einige dicke Haufen, ´rundherum gesäumt mit gelben Flecken. Gerade noch mal rechtzeitig das Fester zubekommen… Naja, Bezug und Kissen waschen, und der erdige Geruch war verschwunden Smiley

Neben den lebenden Tieren – ob nun groß oder klein, am Boden oder in den Bäumen lebend, gibt es natürlich auch noch die toten Tiere, die immer mal wieder irgendwo rumliegen.

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Tja, da hat es wohl einen kleinen Unfall gegeben. Am nächsten Tag konnte man schon deutlich Bisspuren an dem toten Hippo erkennen, das wie ein aufgeblasener Sack im Wasser trieb. Apropos Wasser – wir hatten ja davon gesprochen, dass wir auch das ein oder andere mal einen Fluss (nass oder trocken) gequert haben. Da waren die Tiefsandfahrten im trockenen Flussbett manchmal schwieriger als die auf Sandsäcken gebettete Nassfahrt. Hat aber trotzdem Spaß gemacht.

So, das war der erste Teil unserer Sambia-Geschichte, und es gibt noch viel mehr zu erzählen. Und zwar von Papa Schlumpf und Schlumpfine (Hans Peter & Susann aus der Schweiz), Einem ungeplanten und ungewollten Hardcore Auto- und Nerven- zerlegendem Offroad-Trip, 2l zu viel Öl im Motor nach einem Ölwechsel in der LandRover-Werkstatt, der Fringilla-Farm auf der es neben Schweinen, Kühnen, Hühnern, einem super Restaurant und Spielplatz auch Geier und ein Oktoberfest gab, dem Besuch einer Open-Air Textilfabrik, und vieles mehr. Da bis hierhin aber nun mit Videoschnitt, Foto-Aufbereitung, Upload, Internet-Kampf und Texten 1 ganzer Tag draufgegangen ist und ich mich jetzt auf den Pool und ein kühles Lager freue, habe ich den Eintrag in 2 Teile aufgeteilt und werde die noch fehlenden Geschichten, hoffentlich zeitnah dann aus Namibia (wir fahren morgen Richtung Livingstone und dann weiter in den Kaprivi) beim nächsten Blogeintrag berichten. Genug gibt es ja…Jetzt senden wir erst mal wieder an alle daheim gebliebenen sonnige Grüße aus Lusaka, Pioneer Camp, in die Heimat.

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Immer die Augen schön aufhalten, es könnte ein größeres Tierchen sein, was da gerade vor Deiner Nase vorbeiläuft Smiley

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Thomas – wir warten auf Dich – Familie und Freunde – wir vermissen euch…

Geburtstag in Botswana und ab nach Sambia

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Aktuell sind wir in Sambia angekommen und sind seit 4 Tagen in Livingstone, kurz hinter der Grenze zu Botswana. Aber bevor wir zu Sambia kommen kurz noch was zu unseren letzten Tagen in Botswana. Die meiste Zeit unseres Aufenthaltes in Botswana haben wir in Siniaty, einem Camp in der Nähe von Kasane und der Chobe River Lodge, direkt in Kasane verbracht. Das Besondere an Sinaty ist, dass sie ein eigenes Wasserloch haben mit einem Fotobunker, wie sie es nennen. Das ist ein Loch in der Erde in das man gehen kann, um direkt vor dem Wasserloch (ca. 2-3m) die Tiere auf Erdhöhe zu beobachten. Das ist schon echt ein cooles Ding. Wir wollen euch jetzt nicht mit dem 24. Impala, Elefanten, oder was weiß ich nicht was Foto langweilen. Denn leider kommt das Erlebnis vor Ort über Bilder nicht wirklich rüber. Aber ein besonderes Erlebnis möchten wir mit euch teilen. Und das war, als Moni gerade dabei war eine kleine Elefantenherde zu filmen, die dann auf einmal irgendwie aufgeschreckt sind, und direkt auf den Bunker gelaufen sind. Dabei ist dann eine ganz schöne Menge Schlammmasse in den Bunker geschwappt, und alle waren voll mit braunen Flecken und rochen so, wie die Elefanten, die auch gerne mal Pipi oder ein paar dicke Köttel in das Wasser machen. Jetzt wissen wir auch, wie Elefanten-Pipi riecht Zwinkerndes Smiley

Und für die Kinder waren natürlich die “Haustiere” der Besitzerin ein Highlight. Diese hatte an unseren Kindern  einen Narren gefressen und ihnen sogar kleine Geschenke (Schulbeutel) für ihr Home-Schooling gemacht. Und sie durften auch mal mit ihrem Haus Papagei spielen…

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Nachdem wir dann 3 Nächte in diesem Camp verbracht haben, sind wir dann weiter zur Chobe River Lodge, unser absoluter Favorit in Botswana. Dort sind wir auch bei unserer letzten Reise schon ein paar Tage geblieben. Und diesmal haben wir dort wieder unsere Wäsche gewaschen und – Silas Geburtstag gefeiert. Dazu gab es dann sogar noch eine besondere Überraschung für den kleinen Mann.

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Und neben dem Geburtstagkuchen mit den obligatorischen 8 Kerzen, den Geschenken die wir aus Deutschland mitgenommen hatten, gab es am Abend noch ein ganz besonderes Highlight. Wir haben uns noch mal, nach langer Zeit, ein Abendessen gegönnt. Das Ambiente in der Lodge, direkt am Chobe River gelegen, ist schon ganz besonders. Aber was dann kam, hat alles übertroffen. Eine einheimische Gesangs- und Tanzgruppe hat Silas ein Geburtstagsständchen gebracht…

Und sie haben nicht nur für ihn gesungen, sondern auch mit ihm getanzt und ihn getragen, und Lenja gleich mit. Uns standen die Tränen in den Augen. Solch einen Geburtstag hat man nur ein mal im Leben, aber ganz bestimmt.

Am nächsten Tag haben wir uns dann die notwendigen US$ besorgt, damit wir endlich nach Sambia “rübermachen” konnten. Nachdem wir dann Botswana verlassen hatten, mussten wir erst mal über den großen Fluss, der Botswana und Sambia trennt. Zum Glück gab es hier eine niegel nagel neue Fähre, auf bestem West-Standard Zwinkerndes Smiley

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Als wir das Ding dann ankommen sahen haben wir schon uiuiuiuiuiuiui gedacht. Das Ding krachte gegen die Anlegestelle, ein total verbeultes Etladeding ging runter und die Leute und der LKW rumpelten runter. Aber naja, Little passte drauf, wie auch noch 15 andere Autos und jede Menge Leute, und wir sind sicher rübergekommen…

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War alles ein bisschen verbeult, einige Pumpen hatten sie am Laufen damit das Ding nicht absoff, aber es fuhr noch. Und die Einheimischen waren soooo entspannt, dass wir auch keine Bedenken mehr hatten.

Auf der Botswana-Seite hatte uns schon ein Schlepper angesprochen, dass er den ganzen Immigration- und Customs-Kram für uns erledigen würde. Wir hatten uns eigentlich vorgenommen die Dienste nicht in Anspruch zu nehmen, aber nachdem wir uns dann auf 10$ geeinigt hatten (für knapp 2 Stunden Arbeit) haben wir uns dann gesagt – warum nicht. Der Kollege war total nett und hilfsbereit und hat uns echt jede Menge Verwirrung und sicherlich auch Zeit gespart. Er hat und direkt als erstes auf die Fähre gelotst. Auf der Sambischen Seite dann super durch das Bürokratie-Chaos gelotsts. Wir mussten erst zu Immigration (also Pass stempeln lassen). Hat uns 100US$ gekostet. Danach in ein anderes Gebäude, das Carnet kontrollieren lassen. Nachdem dann dort der erste Stempel kam, ins nächste Gebäude. Da wurde dann das Carnet komplett gestempelt. Das Carnet ist übrigens das Zolldokument für unser Auto. So, dann an den nächsten Schalter, Abgasgebühr bezahlen. Dort dann raus in irgend ein komisches Hinterhof-Büro, nochmal 3,5€ für irgendwas. Mit dem Stempel dann zum nächsten Büro, hier mussten wir dann 20US$ Road-Tax zahlen. Am Ende dann noch eine Versicherung abgeschlossen von 40US$ (ist Pflicht in Sambia) und wir waren fertig. Hatte nur 2 Stunden gedauert und in Summe 200US$ gekostet… Echt – kein Witz – alles ist in unterschiedlichen Büros, total chaotisch verteilt und kostet eine Menge Zeit und Geld. Der Kollege war seine 10$ echt wert. Und für 2 Stunden seiner Lebenszeit ist das echt geschenkt. Können wir nur weiterempfehlen. Auch wenn offiziell davon abgeraten wird. Aber bevor das nicht besser verständlich und nicht so super chaotisch organisiert ist, sind wir Westeuropäer mit dem Prozess vollkommen überfordert. Es lag echt nicht an der Nettigkeit der Beamten dort – die waren alle super zuvorkommend und extrem freundlich, immer mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Aber wenn man was verpasst zu machen oder abzuschließen, dann bekommt man spätestens beim nächsten Roadblock (der keine 5km später kam) ein Problem. Also – wir haben hier sehr positive Erfahrungen mit unserem Schlepper gemacht. Sehr günstig, sehr hilfreich und sehr nett.

Nach der Grenze sind wir dann direkt nach Livingstone gefahren und wollten hier eigentlich nur 1 Nacht bleiben. Mittlerweile sind es 4 Smiley Und das hat nichts mit den Tollen Tieren und den Mücken und Motten zu tun, sondern mit dem was wir hier machen. Wir wollten unbedingt mal näher an die Einheimischen kommen. Und das können wir hier sehr gut. Wir haben uns bei Jollies Backpacker einquartiert, was am Rande von Livingstone liegt. Von hier aus machen wir alles zu Fuß, incl. 6km-Märsche in der Mittagshitze. Aber nur so sagen wir uns können wir erleben, was die Einheimischen jeden Tag haben. Einer der Märsche hat uns auf einen Markt für “Locals” geführt. Also für die Einheimischen. Hier wird kein BlingBling verkauft, sondern das, was die einheimischen zum Leben brauchen und bezahlbar ist.

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An vielen Stellen liegt jede Menge Müll rum, riecht es komisch oder sieht es ungewohnt aus. Aber das ist die Realität. Und das wollen wir für uns sehen und für die Kinder erlebbar machen. Aber – wir sind immer sehr freundlich behandelt worden, nie bedrängt. Und ein “Schreiner” (die dort vor Ort am Markt ihre Möbel direkt fertigen au alten Paletten, Altholz und Resten – aber wunderschön) hat uns angesprochen woher wir kommen und 20 Minuten Gespräch waren vorbei wie nix. Eine tolle Erfahrung dieser Marktbesuch. Die Bilder sind übringens nur mit einer sehr einfachen Handy-Kamera gemacht. Wir fanden es unangemessen, unsere gute Kamerahier mitzunehmen und auszupacken. Nicht wegen der Angst dass sie uns gestohlen würde, sondern weil wir nicht wie die reichen Touristen auftreten wollten in einer Menge von Menschen die öfters schauen müssen, wie sie über die Runden kommen.

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Von dem was wir bisher hier erlebt haben – die Menschen sind extrem freundlich. Wir werden regelmäßig gegrüßt, man schüttelt uns die Hände, selbst ein Verkehrspolizist hat uns alles gute gewünscht. Die Kinder lachen und winken unseren Kindern zu. Niemand kommt und bettelt, oder will was von uns haben. Alle sagen hallo, erzählen und sagen dann auch wieder von sich aus tschö und wünschen alles Gute. Eine tolle Erfahrung.

Samstags sind wir dann mal kurz auf einem Convent der Zeugen Jehovas gewesen. Nicht, weil wir konvertiert sind Smiley sondern weil wir eingeladen wurden, von der netten Dame aus der Tourist-Information. Sie war so begeistert und fand es so toll dass wir Sambia bereisen, dass sie uns spontan eingeladen hat. War eine interessante Erfahrung und wir haben einiges mitnehmen und lernen können. Heute waren wir dann in der Kirche und haben eine Kindermesse besucht. Auch das war eine tolle Erfahrung – und man kann sich sicher sein, man steht immer im Mittelpunkt und wird begrüßt. Weiße sind in Sambia die Ausnahme. Ganz anders als in SA oder NAM. Der Priester hat uns dann gebeten, dass wir uns in das Gästebuch der Gemeinde eintragen Smiley Die Messe war zwar in Englisch, aber die Lieder alle in Bemba. Aber da diese eh alle vom Kinderchor gesungen wurden, war das auch kein Problem Smiley 

Eigentlich wollten wir noch eine Schule besucht haben hier in Livingstone, jedoch warten wir bis heute vergeblich auf den Anruf der netten Tourist-Info-Dame, die uns einen Kontakt herstellen wollte. Macht aber nix. Wir werden noch an genügend Schulen vorbeikommen an denen wir einfach mal anhalten können um zu fragen, ob wir uns dazusetzen dürfen. Da freuen wir uns auch schon sehr drauf.

Auch wenn die Einheimischen selber von Sambia sagen, dass es noch ein Entwicklungsland ist – von ihnen können sich viele Länder einiges abschneiden. Ihr offizielles Motto – one Zambia – one Nation – wird wirklich  gelebt. Und das schöne bei dem Motto ist, dass jeder der in Sambia ist, als einheimische Bürger von Sambia behandelt wird, wie uns ein einheimischer erklärt hat. Das gehört zu ihrem Staats- und Lebensmotto dazu – alle die in Sambia sind, sind Sambesen (weiß nicht genau, ob man sie einheimischen so nennt), und wir auch mit genau dem gleichen Respekt und Freundlichkeit behandelt. Und wir können das, zumindest bis jetzt, nur voll und ganz bestätigen. Und das macht es uns auch so einfach, hier das “wirkliche Afrika” (wie man von Sambia sagt) zu erleben. Jetzt sind wir gespannt, wo es uns weiter hinverschlägt. 3,5 Wochen Samia haben wir noch.

Bevor ich das vergesse – fällt mir gerade noch ein. An Silas Geburtstag hatten wir dann noch ein 3. Highlight. Wir konnten eine Python beobachten, wie sie eine Katze verspeist hat. Mensch, die hatte echt zu kämpfen erstmal den Katzenkopf zu verschlucken. Aber als der drin war, flutschte es Zwinkerndes Smiley

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Dann bis zum nächsten Eintrag – von wo auch immer… Family Döll

Auf dem Weg nach Sambia

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Aktuell sind wir auf dem Weg nach Sambia, über Botswana. Nachdem wir nun Südafrika erstmal hinter uns gelassen haben, sind wir über die kleine Grenze in PontDrift in Botswana eingereist. Aber bevor ich etwas von Botswana erzähle, zuerst noch mal 3 Videos aus Südafrika. Wir haben uns mal überlegt dass es für den ein oder anderen interessant sein könnte, wie denn so die Fahrstrecken in Südafrika sind, wenn man sich außerhalb der doch in der Regel sehr europäisch anmutenden größeren Städte befindet. Somit haben wir einfach mal eine Stunde Fahrt durch ein ländliches Gebiet mit unserer kleinen Kamera aufgenommen und als Zeitraffer auf 6 Minuten zusammengestaucht. Wer will kann sich die 6 Minuten mal Zeit nehmen und bekommt damit einen ganz guten Eindruck, wie es überwiegend entlang der Straße so aussieht.

Und da die meisten gar nicht wissen, dass es auch das Sauerland in Südafrika gibt (bis auf die Bodenfarbe stimmt eigentlich alles Smiley ) haben wir den Beweis auf Video festgehalten. Auf unserem Weg zu CampAfrica in der Nähe von Louis Trichard sind wir dann durch das Sauerland getingelt….

Im letzten Eintrag hatte ich von der Krokodilfarm berichtet, noch auf der SA-Seite, auf der wir 2 wunderschöne Tage verbracht hatten. Eines der spannendsten Schauspiele dort war der Kampf von 2 Baboon-Gruppen um Orangen, die der Farmer verteilt hatte. Das Schauspiel was sich über mehrere Stunden hingezogen hat, haben wir in einem kleinen Video festgehalten, aus dem ich einmal ein paar lustige und interessante Szenen zusammengeschnitten habe. Und wie das immer so ist – wenn sich 2 streiten freut sich der Dritte. Die Eland und auch die Warzenschweine haben sich von den ganzen verrückten Affen nicht im geringsten stören lassen. Permanente Angriff- und Gegenangriff-Szenarien, inklusive diverser Flügelkämpfe im eigenen Lager Smiley Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß.

Und neben den Affen, gab es natürlich auf einer Krokodilfarm noch gaaanz viele Zähne zu sehen.

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So, nun aber zu Botswana. An der Grenze hat uns, noch auf der SA-Seite eine kleine Überraschung erwartet. Bei der Ausreise meinte dann der Grenzbeamte, dass (was uns ja bekannt war) unser 3-Monats-Visum weiterläuft, welches wir in SA haben. Egal ob wir im Land sind oder nicht. Das hat sich vor 2 Jahren geändert, ist totaler Schwachsinn und SA ist auch das einzige Land, was das so praktiziert, aber es war uns bekannt. Er meinte dann aber noch, dass wenn die 90 Tage vorbei sind, wir in jedem Fall wieder von unserem Heimatland aus einreisen müssen. Ansonsten bekommen wir nur ein 7-Tage Transit-Visum. Wenn das wirklich so praktiziert würde, wären unsere Pläne im Januar noch mal in SA einzureisen um dann die Gardenroute zu machen, dahin. Dann müssten wir schauen, wie wir in anderen Ländern dann die Zeit verbringen. Das wäre mal wieder so eine typische Regelung, mit der ein Staat sich selber ins Knie schießt. Denn das ganze Geld würden wir dann eben in anderen Ländern ausgeben, die sich nicht so einen Schwachsinn einfallen lassen. Jetzt haben uns aber heute (13.09.) 2 andere Deutsche erzählt, dass diese Auskunft wohl falsch wäre, und sich die 3 Monate immer auf ein Kalenderjahr beziehen. Damit würde dann am 31.12. ein Reset stattfinden. Aber auch sie meinten, dass wohl extrem viele Grenzbeamte keine Ahnung hätten, wie die Regeln wirklich wären. Selbst bei offiziellen Stellen gäbe es teilweise widersprüchliche Aussagen. Tja, wir lassen uns jetzt einfach mal überraschen wie es denn aussieht, wenn wir wieder einreisen wollen und verbuchen das unter This Is Africa Smiley Ansonsten lassen wir eben unser Geld in den anderen Ländern um SA drumherum…

Nachdem wir nun in Botswana gut angekommen sind mit erstmal etwas Verwirrung bei den Grenzbeamten auf der BW-Seite, weil der Kinderpass anders aussieht in DE als der Erwachsenenpasst (er wurde für ein vorläufiger Pass gehalten), haben wir nun ziemlich schnell wieder diese typischen Botswana-Erlebnisse.

Der Erste Platz lag direkt am Limpopo, dem Grenzfluß zwischen SA und BW. Hier hörte man nachts die Hippos die dann auch zum Grasen an das nahe gelegene Ufer kamen. Wir sind dann weiter über Francistown (die drittgrößte Stadt in BW) und haben unsere Getränke- und Essensspeicher wieder aufgefüllt und haben uns mit Botswanischen Pula (der Landeswährung) und Mobilfunkkarten versorgt. Nach dem Zwischenstopp zum Auffüllen sind wir aktuell in einem Camp, dem Elephant-Sands Camp. Und wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich hier alles um Elefanten. Und diese sind (zum Glück) nicht von den Menschen von einem Zaun getrennt, sondern marschieren lustig im Camp umher. Und da deren Trinkstelle genau vor dem Pool liegt, kann man ihnen bei 34 Grad, die Abkühlung im Pool genießend, beim Trinken und Kebbeln zuschauen. Die Kinder gerne auch Beine baumelnd fast in Streichelreichweite Smiley

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Und da die Tierchen natürlich irgendwie im Trinken kommen müssen, schleichen sie sich manchmal einfach von hinten an und überraschen einen bei dem, was man gerade so macht.

Oder beim Vorberieten des Abendessen.

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Aber das coolste Erlebnis war, als uns dann gerade mal eine Rüssellänge hinter unserem Little (unser Landy) beim Abendessen ein Dicker fast streifte und wir fürchteten, dass er uns unsere Wraps vom Teller klaut. Da kenn ich ja nix – die hätt ich mit meinem Leben verteidigt. Das sind die ersten Warps die wir nun seit gut 2 Monaten haben und waren eine Menge Arbeit in der Zubereitung (locker 2 Stunden mit gefühlten 7 Erzähl-Unterbrechungen mit anderen Leuten). Wer den Kampf dann letztendlich gewonnen hätte – ich bin mir da nicht so sicher. Aber der Elefant hatte Glück, und hat es nicht drauf ankommen lassen Smiley

Jetzt könnte man ja meinen, dass wir den ganzen Tag immer nur rumsitzen, erzählen, Auto fahren, im Pool liegen, Bier, Wein und Klipdrift-Cola trinken, reichhaltig essen und schlafen (neben ein bisschen Schule für die Kinder). NEIN, das ist nicht so. Gerade die Kinder sind auch körperlich sehr aktiv. Lenja rennt gefühlte 150km jeden Tag durch die Gegend um Eidechsen zu suchen, oder auch zu anderen Campern um rauszufinden ob sie deutsch sprechen (um sie dann in ellenlange Gespräche zu verwickeln und zu erzählen was wir so machen, um uns dann nachher zu erzählen was die anderen so machen). Und Silas denkt sich immer wieder irgendwelche Kunststückchen aus, die Lenja dann auf Film und Foto bannt. Sili ruft dann immer ACTION – und Lenja Fotografiert und filmt dann Smiley Die beiden sind echt ein super Paar, kann man nicht anders sagen. Auch wenn sie sich manchmal ein wenig zoffen, 98% des Tages sind sie als super Team unterwegs, die immer den Schalk im Nacken haben.

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Der kleine, 7 Jahre alte Knilch, hat Muskeln, davon träume ich nachts. Der hebt sich komplett auf seinen 2 Händchen hoch und dreht sich dann im Tiefsand auf der Stelle – das würde selbst unser Littel nicht schaffen…

Jetzt noch mal zum Thema Schule. Da die Kinder ja nichts lieber machen als 4-beinige Krabbler zu sammeln hat Moni sich überlegt, das doch mal zum Bestandteil des Unterrichts zu machen. Daher haben wir diese Woche Projektwoche Eidechsen… Die Kinder müssen Textaufgaben beantworten, im Tierbuch die richtigen Beschreibungen heraussuchen und die wichtigen Informationen extrahieren, Eidechsenmodelle basteln und vieles mehr. Ergänzt um Anschauungsunterricht am lebenden Objekt.

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Echt eine coole Sach die sie sich da ausgedacht hat, und die Kinder sind mit Spaß dabei. Und da sich in der Schule diese Woche alles um Eidechsen dreht, vom Aufenthaltsort her aber ehr um den Elefanten, bin ich mal gespannt, wie die nächste Projektwoche aussieht, dann zum Thema Elefant, und hier ganz besonders der Anschauungsunterricht am lebenden Objekt Smiley

Mal zum größenvergleich ein Foto von einem Elefantenfuß mit dem Füßchen von Sili daneben. Mal schauen ob wir so einen Dicken dazu bewegen können, sich auf ein Stöckchen zur genauen Untersuchung zu setzen Zwinkerndes Smiley

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Eigentlich hatten wir geplant, schon längst in Sambia zu sein. Aber irgendwie hängen wir hier gerade in Botswana fest. Zuletzt jetzt im Senyati für 3 Tage und aktuell sind wir noch eine Nacht in der Chobe Safari Lodge. Denn wir haben festgestellt, dass wir für die Einreise US$ für das Visum brauchen und auch einheimische Währung um so ein paar Gebühren zu bezahlen. Und da Wochenende ist und die Banken geschlossen haben, bleiben wir halt noch ein bisschen länger im schönen Botwana Smiley Denn das was einige machen, an der Grenze zu wechseln und schlechte Kurse zahlen, machen wir nicht. Denn das kann bei knapp 300$ Gebühren schon mal so viel ausmachen, wie eine Nacht mehr in einer Lodge kostet. Da bleiben wir lieber was länger und wechseln bei einer Bank am Montag.

Um noch mal das Thema Gespräche aufzugreifen – es ist unglaublich. Mittlerweile geht jeden Tag zwischen 1 und 2 Stunden drauf weil wir irgend welche Deutsche treffen die uns ansprechen. Echt unglaublich – das frisst soooo viel Zeit. Wir versuchen jetzt schon aktiv Kontakte mit Deutschen zu vermeiden, weil alle immer wissen wollen, wie wir reisen, das mit de Kindern machen und vieles mehr. Gerade erst wieder beim Check-In. Erst spricht und eine Gruppe von 8 Deutschen an und verwickelt uns in ein 20-Minütiges Gespräch. Dann werden wir von Amis angequatscht und die wollen auch wissen was wir so machen und dass wir das auch mal in den USA machen sollten, weil das da so toll wäre und die Leute so nett… Wir sind dann man höflich geblieben Zwinkerndes Smiley Ich glaube die gehen jetzt schon auf Touristen-Fang in Afrika weil da wohl keiner mehr freiwillig hin will, in das Trump-Land Smiley

Also – dann bis zum nächsten mal, dann aber aus Sambia (hoffentlich) mit ein paar neuen Geschichten. Und hoffentlich treffen wir dann nicht mehr so viele Deutsche, die unsere Geschichte hören wollen.

Dies und Das…

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Nur zur Info – in diesem Beitrag gibt es keine Bilder. Unsere Verbindung ist seeeeeehr gemütlich und das Thema erfordert es auch nicht.

So, nun sind wir aus dem Krüger raus auf dem Weg nach Sambia, über Botswana… Es gibt nichts besonderes zu berichten, außer vielleicht, dass wir gerade bei 34 Grad am A… der Welt sitzen, kurz vor der Grenze zu Botswana, auf einer Krokodilfarm. Heute Morgen haben wir eine Führung gemacht und einiges über Krokodile gelernt. Lenja und Silas mussten sich gestern Abend Fragen ausdenken, die wir dann heute gestellt haben. Diese müssen sie dann beide nächste Woche in einem Bericht zusammenfassen, als kleine Schulaufgabe. Der Campingplatz der Farm ist übrigens ein Traum. Nur über Grafel zu erreichen, 15km von der TAR, links in den Busch. Hier sitzen wir nun, wie schon öfters, alleine. Der Platz hat eine kleine Terrasse, mit einem Mini-Wasserloch, an dem uns gestern eine Elefantenherde besucht hat, zum greifen nahe. Dann kam im Laufe des Tages ein Traktor mit Anhänger und hat gefühlt 5 Tonnen alte Apfelsinen dort ausgekippt. Danach begann das große Kino… Erst eine Herde Eland, dann Warzenschweine, und seit ca. 3 Stunden 2 Herden Baboons mit jeweils ca. 50 Tieren, die sich gegenseitig bekriegen. Wir haben uns dann auch 2 Stunden dort hingesetzt und unser Mittagessen auf die Terrasse verlegt. Ein irres Schauspiel und eine noch (was ist die Steigerung von irre?) irrerere Geräuschkulisse. Beim nächsten “richtigen” Blogeintrag gibt es ein Video dazu. Jetzt sind wir auf heute Abend gespannt, wie denn Elefanten Apfelsinen essen. Wir haben uns schon gefragt ob sie die dann Stück für Stück mit den Rüssel greifen? Das wäre sicherlich mühsam. Aber lassen wir uns überraschen…

So, nun zu dies und das

Schule

Mittlerweile klappt es mit der Schule ganz gut. Nach der anfänglichen Euphorie der Kinder über die Buschschule, kam ein kleines Tief. Es viel ihnen schwer sich zu motivieren und zu konzentrieren. Da der Unterricht ja immer in einer sehr lebendigen Umgebung stattfindet, egal ob im Auto wo es so viel draußen zu sehen gibt, oder am Platz, wo auch immer was passiert und zu hören ist (bestes Beispiel heute die Affen,…) – da macht man lieber anderes und lässt sich gerne ablenken. Und dann kommt noch dazu, dass während z.B. Silas gerade einen Text lesen muss um später Fragen zu beantworten, Lenja gerade an einer Mathe-Aufgabe hängt und Moni erklären muss, wie das denn geht. Silas kommt dann beim Lesen raus und Lenja kann sich nicht konzentrieren, weil Silas lesen muss. Dazu kommt dann noch, dass Moni natürlich nicht die Distanz zu den Kindern hat wie ein Lehrer oder eine Lehrerin und somit Lenja und Silas gerne dazu tendieren, bevor sie selber nachdenken, direkt zu fragen.

Das ist dann alles nicht so einfach gewesen zwischendurch, und hat alle geschlaucht. Das Konzentrationsproblem (Ablenkung durch die Umgebung) haben wir dadurch gelöst, dass die Kinder jetzt wenn sie für sich arbeiten müssen, Konzentrationsmusik hören. Somit kapseln sie sich ab und das klappt erstaunlich gut. Während Lenja vorher für ein sehr einfach Mathe-Aufgaben eine Ewigkeit und 20 Fragen gebraucht hat, klappt es jetzt wirklich sehr gut. Und für Silas gilt das Gleiche. In Bezug auf Distanz und ohne Ende Fragen stellen haben die Kinder nun eine Art “Fragenkontingent”. Das ist zwar nicht explizit festgelegt, wird aber entsprechend der Aufgabenstellung genutzt. Also wer zu viele Fragen stell weil etwas nicht verstanden ist (natürlich nur wenn es Trivialfragen sind wie: ich kann 3*5 nicht rechnen) darf noch extra etwas bearbeiten. In Summe hat sich dadurch der Unterricht signifikant vereinfacht. Aber ganz ehrlich – wir sind froh, dass die Kinder während der Reiche nicht den Schulstoff der nächsten Klasse bearbeiten müssen, sondern sogesehen 1 Jahre geschenkt bekommen. Wir machen und erleben so viel schon an einem normalen Tag und die Kinder sind so aktiv mit ihrem eigenen Alltag beschäftigt, dass wir den neuen Stoff im verbliebenen Tag garnicht schaffen würden. Man darf ja auch nicht vergessen – der Tag geht hier von 7-18 Uhr, dann ist es dunkel. Und dazu kommt noch, dass die kleinen Köpfe sich ja im Schnitt alle 2 Tage in einer komplett neuen Umgebung zurecht finden müssen. Das einzige Stabile ist die Familie und unser Little. Das komplette Umfeld ändert sich immer wieder. Somit kommt zum “normalen” Lernen auch noch das massive Lernen des Umgangs mit permanenter Veränderung. Und da ich selber im Bereich der Verhaltensänderung beruflich tätig bin weiß ich, dass es eine der schwersten Aufgaben für den Menschen ist, mit permanenter Veränderung umzugehen. Wie lieben nichts mehr als den Alltag und die Routine… Daher kann man hier tatsächlich von der Schule des Lebens sprechen, durch die die beiden gerade gehen. Damit sind ihre Köpfchen schon ganz schön voll und wir sind sehr froh, dass wir für die “normale Schule” einen Modus gefunden haben, der jetzt auch gut klappt. Und in Bezug auf Routine – da wären wir schon beim nächsten Thema.

Arbeiten die zu erledigen sind

Wir haben ja mit allem hier ein bisschen mehr Arbeit als daheim. Das bezieht sich auf Essen machen, Spülen, Wäsche machen, Einkaufen und viele Dinge mehr des Alltags. Und wenn wir ehrlich sind, haben wir unsere Kinder daheim nur sehr eingeschränkt eingespannt um Aufgaben des Alltags zu erledigen. DAS WAR EIN FEHLER! Smiley

Da wir nun für alles viel länger brauchen und weder Moni noch ich Lust hatten, immer für die Kinder alles zu machen haben wir verschiedene Strategien versucht, die Kinder in die Tätigkeiten einzuspannen. Erst die Methode Motivation durch Loben, wenn sie was erledigt hatten. Das war manchmal erfolgreich, hat aber nicht kontinuierlich zur Übernahme von Aufgaben und Verantwortung geführt. Dann Lernen durch Schmerz – also wenn Du das nicht machst, musst Du Dir morgen Dein Essen selber machen. Aber ganz ehrlich – das konnte weder Moni und ich nicht durchhalten. Da sind wir einfach zu nett und zu inkonsequent. Wenn einen dann die Kinderaugen anstrahlen und sagen – Papiiii – ich hab Hunger… dann machen wir eben doch essen. Also – da haben wir komplett versagt. Und hier schließt sich wieder der Kreis zum obigen Thema – der Mensch liebt Routine und Gewohnheit. Bisher hatten wir es immer so gemacht dass gerade dann, wenn Moni und ich das Bedürfnis hatten dass wir Hilfe brauchen könnten, die Kinder versucht haben einzuspannen, wie gesagt mit sehr mäßigem Erfolg. Aber auch wir müssen ja lernen – die beiden haben das dann offensichtlich, nach aktueller Stimmungslage und Situation mal als Strafe verstanden, oder haben eben auch geholfen. Um hier nun ein bisschen mehr Routine und Verlässlichkeit reinzubekommen mussten auch Moni und ich sich ändern. Wir haben dann festgelegt dass die Kinder immer helfen müssen wenn sie Stühle und der Tisch ein- und ausgeräumt werden müssen. Weiterhin muss Lenja immer nach dem Frühstück und dem Mittagessen spülen, und Silas nach dem Abendessen. Und tadaaaa – ohne Murren wurde das angenommen und es wird tatsächlich ganz selbstständig ohne Probleme geholfen. Unglaublich aber wahr… Tja, auch Moni und ich lernen gerade eine Menge, nicht nur die Kinder.

Reisegeschwindigkeit

Wenn wir nicht nur eine laaaaaahme Verbindung hätten, würde ich jetzt ein riesen Bild von einer Schnecke hier einpacken. Wir sind laaaaaaaangsam. Und wir sind laaaangsaaaamer als wir dachten. Aber – das ist super. Wir haben zwischendurch immer wieder Reisende getroffen die ganz typisch unterwegs waren – 3 Wochen Mietwaren, Bucketlist mit 50 Punkten drauf und dann in 20 Tagen 4 Länder im südlichen Afrika. Nein, das ist nicht unsere Welt. Wir haben tatsächlich keine Liste und kein einziges Datun (außer der 01.011. an dem wir Thomas in Kasane abholen) an das wir uns wirklich halten müssen. Auf der anderen Seite haben wir Reisende getroffen, die in 7 Monaten vollkommen entspannt ihre 3 Länder machen, wie vorgestern z.B. Alex der mit seiner Freundin Südafrika, Namibia und Botswana in den nächsten 7 Monaten macht, aber auch noch keinen genauen Plan hat, wann er wo sein will. Einfach treiben lassen halt Tja, unser Plan war 8 Länder in 12 Monaten. Gestern haben Moni und ich schon fast entschieden, das 1. Land (Malawi), schon von unserer Liste zu streichen. Wir sind nicht schnell genug Smiley Und nur für noch 2 Wochen Malawi dazwischen zu quetschen und das Land und die Menschen praktisch nur im Vorbeiflog zu erleben, ist uns die Zeit zu schaden. Da machen wir lieber Sambia oder Botswana oder Simbabwe oder… die 2 Wochen länger. Aber naja – Pläne sind ja dazu da, damit man sie ändert. Und da wir keinerlei Anspruch daran haben um nachher irgendwem eine möglichst Lange Liste zu zeigen von Dingen die wir alle gemacht, erlebt, oder gesehen haben, reisen wir so wie es sich eben ergibt. Das ist für uns 4 und auch unser Auto (das ja durchhalten muss, wie wir auch) wesentlich entspannter. Denn wir haben schon von einigen Reisenden gehört, die nach einer gewissen Zeit abgebrochen haben, weil sie an “Overflow” gelitten haben. Also zu viel in zu kurzer Zeit erlebt. Und das soll uns nicht passieren. Da sind wir doch froh, dass wir nur für uns, und für niemand anderen Reisen Zwinkerndes Smiley

Gespräche

Gefühlt verbringen Moni und ich mindestens (zumindest bisher, als wir primär den Krüger bereist haben) täglich 2 Stunden mit Gesprächen mit einheimischen (Schwarze und Weiße) und mit anderen Touristen und Reisenden. Das führte bisher u.A. dazu dass wir oft Dinge garnicht geschafft haben, die wir eigentlich machen wollten. Das war z.B. Bloggen, Essen machen,  Spülen, irgend eine Aktivität oder sonstwas. Das trägt natürlich dazu bei, dass wir eben wie oben beschrieben langsamer voran kommen, auf der anderen Seite lernen wir so sehr viel über die Einheimischen, deren Bräuche und Kultur. Und von anderen Reisenden bekommen wir immer wieder Tipps, was noch schönes auf unserem Weg liegt (wie z.B. auch die Krokodilfarm auf der wir gerade gelandet sind) und wo wir unbedingt mal einen Abstecher hin machen sollten. Und ich behaupte jetzt einfach mal, dass wir bei dieser Reise wesentlich mehr Kontakt zu den Einheimischen haben, als bei der letzten Reise. Das mag daran liegen, dass wir uns hier schon besser auskennen, die Kultur mittlerweile besser verstehen, aber auch daran, dass Moni und ich einfach 4 Jahre älter geworden sind und viel entspannter an manche Situationen herangehen. Früher haben wir z.B. immer nach dem Einkaufen geschaut dass wir möglichst schnell alles ins Auto bekommen um den neugierigen Blicken auf den Parkplätzen zu entgehen. Heute suchen wir aktiv das Gespräch mit dem “Car watcher” und auch anderen Neugierigen. Erzählen was wir machen, lassen auch gerne mal ins Auto schauen und bekommen so immer wieder die Hände gereicht und viele gute Wünsche übermittelt für unsere weitere Reise. Aber ganz ehrlich – gerade am Anfang kostet das echt Überwindung – denn gerade in Deutschland gibt es immer eine gewisse Distanz und einen Sicherheitsabstand zwischen Menschen, die sich nicht kennen. Das ist hier ganz anders und kann, wenn man sich öffnet und lernt damit umzugehen, sehr erfrischend und bereichernd sein. So auch jetzt gerade – bin am schreiben uns kommt die Besitzerin der Krokodilfarm vorbei – und schon ist es wieder eine Stunde später und wir haben ein paar Tipps bekommen, haben uns über die ökonomische Situation in Europa und Südafrika ausgetauscht und wissen was wir mit über die Grenze nach Botswana nehmen dürfen. Aber – man muss halt Zeit haben. Und das wollen wir nicht mehr missen auf dieser Reise. Daher lieber ein bisschen langsamer, aber dafür viel mehr menschliches mitnehmen.

Morgen geht es dann nach Botswana und mehr Dies und Das dann noch mal in späteren Beiträgen.

Krüger Impressionen

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Nun sind wir schon seit knapp 3 Wochen im Krüger unterwegs und befinden uns nun ganz im Norden (05.09.) in Punda Maria. Gestartet sind wir ganz im Süden bei Berg en Dal. Und – wir sind es noch immer nicht leid. Während der Süden sehr touristisch ist, mit großen Camps, vielen Tagesbesuchern und riesen Shops und Restaurants, wird es je weiter man sich in den Norden bewegt, immer ruhiger, kleiner und einfacher. Insgesamt haben wir jetzt alleine im Park eine Strecke mit vielen Loops von ca. 1000km zurückgelegt. Genau in der Mitte des Krüger haben wir einen Abstecher von 2 Tagen außerhalb des Parks absolviert und wollten eigentlich die Panorama-Route fahren. Aber genau an diesen 2 Tagen hat es geregnet und die Wolken hingen bis auf Kniehöhe, so dass die Sicht ganze 50m betrug. Damit war das Panorama dann sehr eingeschränkt und wir haben die Zeit auf einem gaaaanz kleinen Campingplatz mit 7 Plätzen an einem schönen Damm verbracht. Naja, es kann nicht immer alles klappe Zwinkerndes Smiley

Apropos klappen – da ich den Wagen ja daheim nicht mehr ganz fertig bekommen hatte und noch ein besonders wichtiger Teil fehlte – ein 2cm Distanzstück um den vorderen Stabilisator etwas zu verlegen, haben wir uns auf die Suche gemacht in Phalaborwa, nachdem wir die Panorama-Route erfolgreich abgebrochen hatten. Aber – das hat dann super geklappt. Ab in einen Midas (typischer südafrikanischer Auto-Zubehör-Shop), da mal wieder ein bisschen Kram für Little gekauft, und einfach mal gefragt ob man dort jemanden kennt, der uns so ein Teil schweißen könnte. Und tadaaaa – jupp, der Schwiegervater einer der Mitarbeiter hatte ein Unternehmen was für den ortsansässigen Bergbau arbeitet und der sollte sowas bestimmt bauen können. Nach einer etwas wilden Erklärung wo das denn sein soll, weil den Straßennahmen kannte keiner, haben wir es dann auch gefunden. Und nochmal tadaaaa – nach einer herzlichen Begrüßung ein und paar Scherzen, der Begutachtung des richtigen Ausgangsmaterials haben sie sich an die Arbeit gemacht und 2 Distanzstücke geschweißt und passend gebohrt. Als wir dann von unserem Einkauf zurück kamen lagen sie fertig zum Mitnehmen bereit, für 70 Rand (ca. 5€). Angekommen im Krüger auf der Campsite, eingebaut – und passt Smiley So einfach kann es sein ein “Problem” in Afrika zu lösen. Einfach durchfragen, nett erzählen und ein bisschen rumscherzen – und schon wird einem geholfen.

Und so kommen wir auch durch den Park. “Eigentlich” ist der Park komplett ausgebucht, seit Monaten. Aber im Online-Buchungssystem sind immer mal wieder einzelne Campsites frei. Und so haben wir uns 1 Woche bevor wir in den Krüger wollten einfach mal an den PC gesetzt und alles zusammengekratzt über einen Tag, was so frei war und wurde. Egal welches Camp in welcher Reihenfolge, Hauptsache wir bekamen unsere 3 Wochen voll. Und so tingeln wir nun durch die Camps so wie wir es gerne möchten und planen immer von Tag zu Tag, wie wir am besten fahren. Immer wieder nette Schnacks mit den Damen an der Reception wegen potentieller Umbuchung (manchmal klappt es und manchmal nicht) und es läuft wie geschmiert. Am Ende interessiert es eh keinen, wann wir wo sind, Hauptsache wir haben alle Tage bezahlt. In 3 Tagen fahren wir dann direkt vom Krüger über Botswana nach Sambia, wo wir dann die nächsten 4 bis 5 Wochen verbringen werden um dann nach Malawi weiterzufahren und danach nach Botswana, um am 1. November Thomas zu treffen. Wir sind mal gespannt, wie es in Sambia und Malawi mit Telefon und Internet ist. Im Krüger geht ausser normales Telefon auch nix – das aber wenigstens bewusst. Der Park möchte dass sich die Besucher auf die Natur und die Tiere konzentrieren…

So, nun habe ich genug gelabert – jetzt ein bisschen zum Park und dem was wir so erlebt haben. Und das beginnt natürlich mit dem Frühstück. Immer wenn wir Fahrtag haben (entweder von einem Camp in das nächste oder ganztägige Tierbeobachtung) machen wir unser afrikanisches Frühstück. Das findet dann immer auf einer Picknick-Site statt auf der wir uns einen Gasgrill leihen. Es gibt dann gebratene Würstchen, Speck, Zwiebeln Champignons, Tomaten mit Zucker und Käse und vielen mehr. Das ist dann, neben den Tiersichtungen, das Highlight des Tages.

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Und manchmal ergibt sich dann auch noch die Chance, Tiere vor Ort zu fangen die wir dann noch als z.B. Nachtisch grillen können. Das unten wurde z.B. Echse am Spieß. Der Schwanz ist nach dem Grillen so stabil wie ein Schaschlikspieß und man kann sie genüsslich knabbern Zwinkerndes Smiley

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Nun aber ein paar Bilder von den etwas größeren Zeitgenossen, die wir nicht mehr grillen können…

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Oder auch wieder ein paar kleinere, wenn auch nicht zum Grillen Zwinkerndes Smiley

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Und dann gibt es noch welche, die sich auch mal gerne auf die Straße stellen und meinen, sie müssten jetzt unbedingt eine Pause machen…

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Ungelogen – bei der Büffelherde haben wir 1 1/4 Stunde gewartet, eh diese abgezogen war, mit 4 anderen Wagen. In Summe waren es ca. 1000 Tiere, die hier einmal aus dem Flusstal über die Straße gemüüüüüüüüüütlich in den Busch gewandert sind. Und obwohl die Büffel zwischen uns und unserem Frühstück standen haben weder wir noch irgend wer sonst sich getraut, diese Aktion durch näheres heranfahren etwas zu beschleunigen. Denn mit solchen Hörnern will man sich nicht anlegen:

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Die Bullen bringen 500kg auf die Waage und die Hörner eine Breite von 1,4m. Das gibt nette Dellen im Auto, auch in unserem Little…Aber – es gibt ja auch noch die mit der langen Nase, die immer mal wieder deutlich machen, wer denn hier der Boss ist.

Neben den vielen süßen kleinen Tieren, den mit den langen Beinen, großen Hörnern oder auch langen Nasen, gibt es auch welche mit sehr vielen und scharfen Zähnen, die immer wieder in wunderschönen ach so friedlich wirkenden Flüssen anzutreffen sind, in welchen wir manchmal am liebsten bei Temperaturen von über 30 Grad baden gehen würden. Uns dann aber doch wieder ganz schnell von dem Gedanken verabschieden…

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Und man muss mal nicht meinen, dass diese Kuscheltierchen immer in sicherer Entfernung liegen und nur mit dem Zoom-Objektiv aus 200m Entfernung herangezoomt werden müssen.

Aber Zähne gibt es natürlich auch noch wo anders. Mal im Rudel mit vielen süßen Babys, oder auch nur im kleinen Team.

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Und manchmal auch ganz nah zum anfassen und kuscheln, mal am Straßenrand oder auch beim Abendessen direkt gegenüber, 2m von unserem auch so leckeren Steak entfernt.

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Aber der Krüger besteht ja bekanntermaßen nicht nur aus Tieren, sondern auch aus einer wunderschönen Landschaft. Selbst wenn nicht jeden Tag die Straße voll Elefanten steht, die Hyäne einen beim Abendessen besuchen kommt, oder das Krokodil mit den Hippos vor dem Kühler Synchronschwimmen praktiziert, kommt man immer auf seine Kosten. Der Park hat mit seinen über 400km Länge von Nord nach Süd so viel abwechslungsreiche Landschaft zu bieten, dass uns nie langweilig wurde. Selbst auf den Tagesfahrten die wir i.d.R. jeden 2. Tag absolviert haben, normalerweise zwischen 7 Uhr und 15 Uhr, wurde uns nie langweilig.

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Hinter jeder Kurve, hinter jedem Hügel, lauert landschaftlich eine neue beeindruckende Überraschung. Ich habe mal eine 30-minütige Fahrt im Zeitraffer aufgenommen um zu zeigen, wie wundervoll und auch abwechslungsreich (natürlich nur ein sehr kleiner Ausschnitt) es ist, hier gemütlich mit 20-30km/h durchzugleiten.

Und nicht zu vergessen  – kulinarisch gibt es hier auch immer wieder etwas zu entdecken. Besonders bei den Süßspeisen sind die Südafrikaner nicht zu überbieten. Hier 2 glückliche Kinder bei ihrem Nachtisch, nach einem schon üppigen Dinner. Für 25 Rand (umgerechnet ca. 2€) sitzen die beiden hier für einem riesigen Eis mit diversen Saucen und Toppings.

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Das wirklich absolute Highlight haben wir aber an unserer letzten Site im Krüger, in Punda Maria. Hier stehen wir direkt am Zaun vor dem Wasserloch und können uns praktisch vor Tieren nicht mehr retten. Egal ob zur Tages- Abend- oder Nachtzeit. Hier der Blick von unserer Site und der Spieldecke der Kinder auf das Wasserloch. Näher geht es garnicht mehr.

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Da kommen abends auch schon mal Buschbabys über den Zaun geklettert, nachdem sie (ohne Scheiß) auf die Spieldecke gekommen sind und Silas Lego-Auto angeschaut haben. Hier fragt Silas gerade das Bushbaby, ob er noch was an dem Wagen verbessern soll Zwinkerndes Smiley

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Aber das Traumfoto schlechthin hat Moni geschossen, bei untergehender Sonne. Es ist schwer zu transportieren, wenn man keine 10m von dieser Kulisse entfernt sitzt vor seinem Camper, was das für Gefühle auslöst. Unbeschreiblich ist noch eine Untertreibung… Das löst wieder so ein Glücksgefühl von “Eins mit Mutter Natur” aus.

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Abschließend noch ein paar Worte zu unserer weiteren Reiseplanung. Morgen machen wir uns auf Richtung Botswana und hoffen auf dem Weg dorthin, endlich mal wieder Internet zu haben, um das Blog hochladen zu können. 3 Wochen ohne ist schon eine Challange Smiley Ab dann wissen wir nicht so genau, wie wir bolggen können, da wir nur 3-4 Tage in Botswana sein werden um dann bis zum 30.10. durch Sambia und Malawi zu reisen. Wie hier das Mobilnetz ausgebaut ist, wissen wir nicht. Wir hatten noch kein Internet, um uns zu informieren. Es könnte also sein, dass es dann noch etwas dünner wird mit der Berichterstattung. Wobei was die Erlebnisse betrifft und das, was es zu berichten gibt, wird es wohl wesentlich “Ereignisdichter” als in Südafrika. In diesem Sinne möchten wir erst mal Tschö sagen, bis zum nächsten Eintrag. Wir sind schon ganz gespannt, was da so auf uns zukommt – wir haben keine Ahnung. Aber wir sind sicher, Thomas werden wir im November viel zu erzählen haben.

Zulu’s und Nashörner

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Laaaangsam kommen wir in unseren Reisemodus. D.h., unser Little ist fast fertig (am Ende wurde in DE die Zeit einfach zu knapp und wir haben nicht mehr alles geschafft), wir haben fast alle Dinge nach x-fachem hin- und herräumen an den Stellen, an denen sie wohl die nächsten 11 Monate verbringen werden und wir entwickeln so langsam wieder die Routinen, die einen Alltag entstehen lassen und dazu führen, dass selbst die einfachsten Dinge nicht mehr aktiv durchdacht werden müssen. Bei der letzten Reise hat das auch eine ganze Zeit gedauert ist aber sehr wichtig, da wir Reisen und keinen Urlaub machen. Ein großer Teil unseres Tages besteht eben auch aus “Alltag”. Und je routinierter und schneller dieser Alltag bewältigt werden kann, desto einfacher und entspannter läuft der Rest des Tages. Ein Beispiel für diese Routinen die man neu entwickeln muss ist z.B. das Einkaufen. Weder kaufen wir irgend wann ein 2. Mal in einem Geschäft ein, noch sind wir in der Lage immer z.B. bei Checkers einzukaufen. D.h., wir müssen uns jedes Mal neu in einem Geschäft zurecht finden. Und während wir am Anfang noch relativ chaotisch durch die Läden gerannt sind und jeder versucht hat irgendwas zu finden, teilen wir uns nun auf. Die Kinder rennen gemeinsam direkt am Anfang immer zu den Spielsachen und kommen zu uns, wenn sie alles “abgegrast” haben. Moni schaut immer nach den Frischsachen, ich nach den Getränken, und Grillfleisch wird gemeinsam gekauft. Das führt dazu, dass ein Wocheneinkauf keine 2-2,5 Stunden mehr dauert, sondern nur noch 1ne. Und wenn es nur ums Auffüllen zwischendurch geht, sind wir auch schon mal nach 15 Minuten wieder raus.

Weiterhin bin ich für’s Fahren zuständig während Moni die Kinder im Auto unterrichtet, was mittlerweile echt gut klappt. Zu Bett gehen wir kurz, nachdem es dunkel geworden ist, was so zwischen 7 und 8 Uhr Abends ist. Aufgestanden wird mit der Sonne, zwischen 6:00 und 6:30 Uhr. Die Kinder schlafen tatsächlich auch die komplette Zeit, während Moni und ich abends dann noch 1-2 Stündchen in der Kabine lesen (draußen ist es noch zu kalt wenn die Sonne weg ist).

Relativ viel Zeit geht dabei drauf, sich ums Essen zu kümmern. Jede Mahlzeit kostet uns im Schnitt 1 Stunde Zeit, da wir natürlich mit unserem sehr einfachen Equipment wesentlich mehr Zeit brauchen, alles vorzubereiten und auch im Nachgang alles wieder klar Schiff machen müssen. Es gibt halt 1 Pfanne, 1ne Gabel für jeden, 1 Messer usw. Somit sind allein mit der Nahrungsaufnahme schon mal gut 3 Stunden pro Tag weg… Alles dauert und geht halt einfach um einiges langsamer, als in unserem durchgetakteten Leben in Deutschland. Das “langsamer” wird von uns aber nicht als negativ empfunden, da wir natürlich viele Dinge die wir in Deutschland machen, hier einfach nicht brauchen und auch nicht machen. Man könnte also sagen, dass wir uns beim Reisen auf das Wesentliche beschränken.

KwaZulu-Natal und Nashörner im Swasiland

Wie schon im letzten Eintrag angesprochen, befinden wir uns auf dem Weg in den Krüger, in dem wir ca. 3 Wochen verbringen möchten, um dann weiter über Botswana nach Sambia, und dann Malawi zu fahren, um im November dann in Botswana wieder auf Thomas zu treffen, mit dem wir dann gemeinsam noch mal einen Monat quer durch Botswana fahren wollen. Darauf freuen wir uns alle schon total Smiley

Die Route führte uns durch KwaZulu-Natal. Und ich denke die Zulu’s sollten jedem bekannt sein, dessen Geburtsjahr zwischen 1970 und 1980 liegt… Auf der 1. Afrika-Reise von Moni und mir vor mittlerweile knapp 20 Jahren haben wir einmal ein Zulu-Dorf besucht und Moni wollte dieses unbedingt noch mal machen um es auch den Kindern zu zeigen, wie eine große und sehr dominante Volksgruppe vor garnicht allzu langer Zeit noch in Afrika gelebt hat. Und da zufällig eines genau auf unserem Weg lag, haben wir das auch gemacht. Praktisch direkt um die Ecke von unserer Campsite in der Bushbaby-Lodge (in der abends die Bushbabies in einem Baum gefüttert werden, lag ein solches “Living-Village). Dort leben die Zulu die man besuchen kann tatsächlich noch traditionell, verdienen aber ihren Unterhalt damit, dass sie Touristen dieses Leben erklären und näher bringen. Insgesamt natürlich sehr touristisch, aber trotzdem sehr interessant, zumal der Besuch von einem englisch sprechenden Guide begleitet wird, der alles erklärt.

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Neben konkreten Erklärungen dazu, wie bestimmte Gegenstände hergestellt wurden, und warum, gab es eine Menge interessantes zur Kultur.

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Das Highlight besonders für die Kinder war die Vorführung von traditionellen Liedern und Tänzen, was ca. 1 Stunde dauerte. Besonders Lenja konnte sich nicht halten und ist die ganze Zeit mit Bewegung dabei gewesen.

Hier haben wir einen schönen Tag verbracht um uns dann abends um punkt 7 Uhr die Fütterung der Bushbabies anzusehen auf unserer Campsite.

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Nachdem wir dann am nächsten Tag mal so (fast) nur entspannt haben (bis auf einen 1,5 stündigen Bush-Walk), haben wir uns auf den Weg gemacht ins Swasiland, ein kleines Land mitten in Südafrika. Swasiland ist die weltweit einzige verbliebene 100%ige Monarchie, mit einem echten König, der mehr als 10 Frauen hat. Wobei das Land für uns nur eine Durchreisestation zum Krüger ist. Hier sind wir aktuell (15.08.) im Hlane Royal National Park, einem wunderschönen Naturreservat in dem es sehr viele Tiere, und insbesondere Nashörner, zu sehen gibt. Diese sind sehr friedlich, und kommen gerne gemeinsam mit Hippos und Elefanten an das Wasserloch, was direkt an er Campsite liegt. Die Trennung zwischen Tieren und Menschen besteht aus einem einfachen Stacheldraht, über den jede deutsche Kuh nur so lachen würde Smiley Aber das macht natürlich das Erlebnis der Nähe um so interessanter.

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Bei unserem Mornigdrive am heutigen Tag sind wir dann neben einer großen Gruppe von Nashörnern

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an einem Wasserloch auch noch auf ein paar andere, interessante Tiere gestoßen. Hierzu zählte eine Gruppe von Marabus, die sich ihre Zeit damit verbracht haben, andere Tiere die sich am Wasserloch befanden, zu ärgern. Egal ob es Gnus waren, die sie wieder verscheucht haben, ein Geier auf den sie eingehackt haben, oder dieser Varan, der im wahrsten Sinne des Wortes immer versucht hat, den Schwanz einzuziehen.

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Der arme wurde über eine halbe Stunde traktiert, bis sie scheinbar ihre Freude daran verloren hatten ihn zu ärgern und sich neuen Opfern zugewandt haben.

Marabus sind übrigens keine kleinen Vögel. Wenn sie stehen haben sie eine Größe von über einem Meter. Alle Tiere am Wasserloch, egal ob Gazellen, Gnus oder andere Vögel, alle sind immer vor den Marabus geflüchtet. Offensichtlich ist im Tierreich bekannt, was für Stänkerer diese Federtiere sind…

So, nun bin ich bei mit dem Blog was die eigentliche Reise betrifft und kann von nun an wohl hoffentlich relativ synchron zu unserer Reise berichten. Den ein oder anderen Tag werde ich dann noch darauf verwenden, etwas über unseren Little zu berichten, wie wir diesmal das Thema Bürokratie erlebt haben, und wie wir das Thema Schule und Job gelöst haben. Jetzt freuen wir uns auf unseren ersten Tag morgen (16.08.) im Krüger und hoffen dass wir rein können, da es bei der Buchung der Campsites, genau wie beim letzten mal, totales Chaos ist und wir jetzt einfach eine Site gebucht haben, die frei war, aber unerreichbar für uns ist. Naja, vor 4 Jahren hat es auch irgendwie geklappt, wird schon passen. Wie sagt der Afrikaner – TIA (This is Africa) Smiley  Sonnige Grüße aus dem südlichen Afrika senden euch Lenja, Silas, Moni und ich der Depp…

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