Aus dem Naukluft haben wir uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet. Nach 5 Tagen extremer Abwesenheit von jeglichem zivilisatorischen Merkmal und extremen Wassersparens (75l für 5 Tage für 4 Personen) waren wir dann froh, als wir wieder Wasser in Swakop hatten. Nichts desto Trotz vermissen wir die Ruhe und Einsamkeit die wir im Naukluft hatten. Daher zum Abschied noch eine Hand voll Bilder aus dem Park.

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Diese Fotos sind am Blutkuppe Felsen entstanden und den werden wir mit Thomas noch mal für 2 Tage besuchen. Ein riesen Felsen von mehreren km Umfang um den vereinzelt Sites zum Übernachten eingerichtet sind. Jedoch gibt es eben außer Mülltonnen und Bushklo (Plumpsklo) nichts. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt haben wir dann Gerhard und Simon einen Lift gegeben nach Swakop. Dort haben wir uns dann auf einem total luxuriösen Campingplatz für 3 Tage einquartiert und hatten unsere eigene Dusche und Toilette. Das haben wir wirklich genossen. Um euch mal ein Gefühl zu geben wir wir in den 5 Tagen Naukluft mit dem Wasser gehaushaltet haben. Jede Tätigkeit wurde genau bemessen indem wir das Wasser vorher immer in Flaschen gefüllt haben.

  • Abspülen 3 mal am Tag jeweils 1,5l, in Summe also 4,5l/Tag
  • Duschen für Moni und mich jeweils 2l, in Summe also 4l/Tag
  • Hände Waschen/ Zähne Putzen und weitere Reinigungstätigkeiten ca. 2l/Tag
  • Toilette im Little über Nacht ca. 500ml/Tag

Damit waren wir dann bei ca. 11l/Tag für alles außer Trinken, was über 5 Tage 55l macht. Und da unser Tank 80l hat, wir 5l an Gerhard und Simon abgedrückt hatten weil die für die unvorhergesehenen 2 Tage kein Wasser mithatten, blieben für uns in Summe nur ca. 75l, also noch ca. 20l für Trinken. Das hat auch gut gepasst weil wir natürlich neben Wasser auch noch Saft und Limo mithatten. Aber am letzten Tag morgens nach dem Füllen der Trinkbecher für die Fahrt lief die Pumpe dann auch trocken – Tank leer. Und das extreme Haushalten mit dem Wasser ist schon anstrengend und man muss es sehr konsequent machen, da man ansonsten schnell in die Bredouille kommt, seinen Aufenthalt früher zu beenden als eigentlich geplant. Und das ist natürlich sehr schade…

So, angekommen in Swakop haben wir dann alles einmal durchwaschen lassen (10,3kg Wäsche – man zahlt nach Gewicht) was wir so dabei hatten. Der Spaß hat uns ca. 30€ gekostet, aber wir selber hatten keine Arbeit außer Wäsche und Bettzeug abgeben und abends wieder abholen. Das was das erste mal, dass wir uns diesen Luxus gegönnt haben. Swakopmund ist ein schönes kleines Städtchen an der Küste mit guten Einkaufsmöglichkeiten, einem kleinen Aquarium und netten Restaurants. Und – wir hatten extremes Glück. Sehr häufig ist hier Nebel und es ist relativ kühl. Wir hatten Sonnenschein und angenehme 25 Grad.

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Nach 3 Tagen Entspannung haben wir uns dann wieder auf den Weg gemacht in Richtung Wüste. Von Turi und Stina haben wir den Tipp bekommen mal bei einem kleinen Camp vorbeizuschauen das rum um den SaveTheRhino-Trust entstanden ist. Die Übernachtung ist dort kostenlos man freut sich aber über eine Spende. Mitten in einer Bergschlucht liegt dieses kleine Camp versteckt, nur über eine ca. 5km lange teilweise steinige und verschlungene Anfahrt zu erreichen. Aber es lohnt sich. Einmal dort angekommen liegt man mitten in einem kleinen Flussbett und hat die Chance auf Wüstenelefanten. Diese waren aber in unserem Fall gerade vor 2 Tagen dort und sind dann abgezogen. Allerdings ist die Gegend und direkte Umgebung des Camps sehr schön.

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Von hieraus sind wir dann an die White Leady Lodge gefahren, in der Nähe des Brandbergs. Der Berg hat seinen Namen von der Farbe in der er leuchtet, wenn die Sonne auf/untergeht – es sieht aus als würde er brennen. Da wir hier noch mal mit Thomas hinfahren, haben wir noch keine Fotos gemacht außer von Petra, Mirko Henri und Jakob – eine deutsche Familie die wir hier getroffen haben. Lenja, Silas Moni und ich haben mit ihnen im Prinzip 2 Tage gemeinsam verbracht und wir waren froh, so nette Freunde gefunden zu haben. Die Kinder hatten einen riesen Spaß zusammen spielen zu können mit deutschsprachigen Spielkameraden. Die ganze Zeit haben sie zusammengehangen. Die 4 hatten zu diesem Zeitpunkt noch eine Woche Namibia vor sich und waren schon fast wieder auf dem Weg nach Hause – Osterferien halt. Danke ihr 4 für die schönen 2 Tage mit euch Smiley

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Nach 3 Tagen hat uns der Weg nach Windhoek, 370km, durch eine atemberaubende Landschaft geführt die uns durch Berge und andauernde Farbwechsel beeindruckt hat. Abseits der paar durchfahrenen Dörfer und kleinen Städchen haben wir auf der Gesamtstrecke vielleicht 5 Autos getroffen – also wirklich einsam.

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Und zu den 5 Autos kam dann auch noch eine Familie an Straußen, mit Jungen…

So, und nun sind wir in Windhoek, für in Summe 7 Tage (morgen kommt Thomas und Dienstag geht es weiter). Mitten in der Stadt gibt es ein kleines Camp, das Urbancamp. Jeder hat für sich einen kleinen Stellplatz mit einer tollen Hütte und wir genießen – ganz ehrlich – wieder die Zivilisation und die vielen anderen Menschen. Das Wetter passt auch – neben viel Sonne gibt es auch wieder Regenschauer und angenehme Temperaturen zwischen 20 und 25Grad. Wie bei uns – angenehme April-Tage Zwinkerndes Smiley 

Und – das brauchen wir auch. Denn nach 9 Monaten Reisen, vielen wunderschönen Momenten, 22tkm im Little, 6 verschiedenen Ländern und einigen Herausforderungen merken wir, dass wir uns immer mehr auf daheim freuen. Wir haben mittlerweile eine Liste angefangen von dem, was wir daheim vermissen – und die wird immer länger. Und was wir immer mehr merken aber auch schon immer wussten – Reisen ist kein Urlaub. Wirkliche Entspannungstage gibt es nur sehr wenige. Und der Kopf wird mit den vielen vielen Eindrücken immer voller. Noch wollten wir nicht wieder heim, besonders weil Thomas morgen kommt auf den wir uns total freuen – aber ganz ehrlich – wir sind auch froh, wenn wir dann 6 Wochen nachdem Thomas wieder weg ist, heimfliegen. Unsere Familie und Freunde und unser ganzes gutes Leben daheim fehlt uns schon sehr. Denn unser Leben im Little bring schon einiges an Entbehrungen mit sich. Im Vergleich zu den allermeisten Menschen auf der Welt leben wir zwar noch immer wie die Könige, aber im Vergleich zu dem wir die allermeisten Menschen in der “westlichen Welt” leben, müssen wir doch schon nicht wenige Einschränkungen in Kauf nehmen. Und was uns immer wieder überrascht ist, wie gut die Kinder damit klarkommen. Das haben wir jetzt an Ostern gemerkt. Heute Morgen kam der Osterhase und hat den Kindern ein paar Eier und Kleinigkeiten versteckt.

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Und obwohl es wirklich nicht viel war, war es für die Kinder “das schönste Ostern was sie hatten”. Da merkt man doch, dass es für die Kinder oft einfacher ist sich anzupassen, als für die Erwachsenen Zwinkerndes Smiley

So, jetzt gehen wir mit ein paar Schweizer Freunden die wir hier im Camp wieder getroffen haben lecker Kaffee trinken und ein bisschen erzählen. Irgendwie trifft man die länger Reisenden dann doch immer mal wieder irgendwo… so viele sind es dann doch nicht. Und da die meisten nach dem Wetter und der Regenzeit durch das südliche Afrika reisen, haben alle ähnliche Routen. Vielleicht sollte mal eine Art Reiseclub für aktuell reisende gegründet werden, man trifft sich eh immer wieder. Und mit vielen stehen wir auch im regelmäßigen Email-Austausch und verabreden uns wenn wir in der Nähe sind. Wirklich eine sehr interessante Erfahrung.

Apropos Verabredung – für morgen sind wir mit Thomas verabredet – Punkt 8:15 Uhr bei der Autovermietung gehe ich ihn abholen. Dann bringt er 2 Taschen mit, eine und eine halbe nur mit Kram für uns, und eine halbe mit Klamotten für sich selber. Mal gespannt, was er alles mit dabei hat. Auf jeden Fall gibt es was von Onkel und Tante, Omas und Opa, die Nachbarn haben was mitgegeben für die Kinder, aber auch Little bekommt was.

In dem Sinne bis zum nächsten Eintrag, dann sicherlich wieder mit vielen vielen Erlebnissen, Fotos und Videos – mit Thomas gemeinsam. Jetzt war ja praktisch nur rumhängen – haben wir aber auch ehrlich mal wieder gebraucht Smiley

Viele Grüße aus dem regnerischen Windhoek – Wir4