…in Anlehnung an “Wo sind all die Tiere hin”

Als Beweis, dass wir auch da waren, haben wir Thomas an das Eingangsgate gefesselt und ein Foto von ihm gemacht, wie er verzweifelt versucht sich zu befreien, um dem Todesstreifen an der Küste dann doch noch zu entgehen. Es war erfolglos, er sitzt jetzt auf einem alten Schiffwrack fest Smiley

DSCN3446_thumb1

Ok, nachdem wir nun in den Nationalpark eingefahren sind und uns mitgeteilt wurde, dass da, wo wir eigentlich campen wollten gar kein Campingplatz mehr ist, haben wir uns auf die Suche nach den Wracks gemacht. Nach etwa 10km kam ein Schild, dass hier wohl ein Wrack liegen sollte da es aber noch früh am Tag war, sind wir weitergefahren in der Hoffnung dass an der Skeleton Coast die bekannt ist für die gestrandeten Schiffe, wohl noch mehr Schiffe liege.

Aber weit gefehlt… die Kilometer ronnen so durch den Tacho aber es kam einfach nichts mehr an Schildern und auch am Strand entlang war nichts mehr zu sehen. Irgendwann haben wir uns dann mit einer alten Diamentenmine zufrieden gegeben und hier unsere Mittagspause verbracht, da alle Hunger hatten und die Mittagszeit mittlerweile eigentlich schon vorbei war. Naja, wenigstens war ein Skelett vorhanden, wenn auch nicht von einem Schiff.

DSCN3450_thumb1

Die gesamte der Öffentlichkeit zugänglichen weiteren Küsten kam kein einziges weitere Wrack. Von daher müssten wir sagen, dass wir die Skeleton Coast ehr als Enttäuschung empfunden haben, da ausser einem einzigen Wrack und einer Bohrplattform und einer alten Diamentenmine nichts von dem gehalten wurde, was man sich darunter vorstellt.

Naja, wenigstens haben wir dann am Ausgangsgate noch eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden, von welcher aus wir einen schönen Ausblick hatten und jede Menge Ruhe, da hier wirklich so gerade garnichts los war. Selbst den Vögeln war langweilig und sie haben sich zu uns auf den Zaun gesetzt, so dass sie ein wenig Unterhaltung hatten.

DSCN3457_thumb1

Nachdem wir nun die Nase ein wenig voll hatten und versucht haben herauszufinden wo wir die nächsten Nächte schlafen können, weil die Lodge die wir eigentlich ansteuern wollten angeblich geschlossen wurde, haben wir uns trotzdem dorthin auf den Weg gemacht. Die Palmwag Lodge gilt nämlich als eine der schönsten in dieser Ecke und hält auch eine Konzession an einem riesigen Gebiet (5500qkm), in welchem 50 Wüstenelefanten leben. Und wir hatten gehofft auf dieser Lodge dann das Glück zu haben bei einem Gamedrive ein paar wenige Wüstenelefanten zu sehen.

Und unsere Entscheidung zu der Lodge zu fahren die natürlich nicht geschlossen wird, sondern nur den Besitzer gewechselt hat (der Altbesitzer – Wilderness Safaris – gibt offensichtlich aus Böswilligkeit die Auskunft dass die Lodge geschlossen wird), haben wir nicht bereut.

Zwei schöne aber anstrengende Tage…

brachen mit der Ankunft bei der Lodge an. Bei der Ankunft am späten Vormittag haben wir uns relativ zeitnah nach der Möglichkeit nach einem Gamedrive (Evening Drive) am Abend erkundigt. Als ich an die Reception ging und nach der Möglichkeit fragte am nächsten Tag einen Evening Drive zu machen war der Kollege ein wenig komisch. Ja, ob wir den Drive denn nicht heute schon machen wollten, wir sollten auch ein paar Drinks kostenlos bekommen. Und überhaupt, sie hätten da so eine Idee,…

Aber nichts genaues hat der Knilch mir verraten und so habe ich darauf bestanden, den Drive am nächsten Tag zu machen, ansonsten könnten wir es ja auch lassen. Irgendwie kam ich mir ein bisschen veräppelt vor. Als wir dann am frühen Nachmittag am Pool lagen (wie meistens war nicht so viel los und wir waren alleine), kam dann der Manager der Lodge zu uns und fragte uns, ob wir denn nicht vielleicht heute Abend einen Game-Drive machen wollten. Ich dacht mich hauts aus den Schuhen, hatte ich nicht erklärt, dass wir den am nächsten Abend machen wollten?

Aaaaber… der wäre kostenlos, ging es weiter. Weil… der Besitzer hat ja gewechselt und sie müssten ein paar Fotos für den Katalog und das neue Prospekt haben. Und überhaupt gäbe es noch einen schönen Sundowner an einem ganz besonderen Ort mit lecker Knabberkram, Drinks die wir aussuchen könnten und ach ja, das hier ist der Herr Fotograf und in einer Stunde geht es los. Und wenn wir wollten dann konnten wir aus dem morgigen Evening Drive einen Morning Drive machen.

Aha, das hörte sich schon anders an und nach ein paar Überlegungen in unserer Familie haben wir uns dann dazu entschlossen, das Angebot anzunehmen. Der Fotomann hat dann direkt damit begonnen uns im Pool abzulichten und freute sich über ein bisschen Leben auf dieser so wunderschönen Lodge Smiley

Um 3 sind wir dann los mit dem Fotografen, seiner Frau und dem netten Ranger der anfänglich vergeblich versucht hatte mich zu überreden, unseren Drive zu verschieben.

DSCN3480_thumb1

Der nette Kollege auf der linken Seite, Peter, ist übrigens der Nicht-Überredenkünstler, hat sich aber als exzellenter Kenner der Flora und Fauna mit einem gigantischen Wissensschatz entpuppt – ein intelligenter und hochgebildeter Begleiter, den wir in den 2 Tagen haben sehr schätzen gelernt. Und wie man sieht – der Ausblick den wir geboten bekommen haben, war atemberaubend und es wurde vom Feinsten aufgetischt.

Ach ja, irgendwann seht ihr uns bestimmt in einem Urlaubsprospekt wenn’s um die Palmwag Lodge in Namibia geht Smiley

DSCN3496_thumb1

Und endlich hatten Sohnemann und Papa mal Zeit einen kühlen Drink in trauter Zweisamkeit zu genießen und dabei die herrliche Landschaft beim Sonnenuntergang zu genießen. Ich bei einem Gläschen gutem Rotwein und Silli bei einem, zur Feier des Tages, Gläschen Cola.

DSCN3497_thumb1

Am nächsten Morgen ging es dann um 6:30 Uhr los zum Morning-Drive, der eigentlich zwischen 3 und 4 Stunden dauern sollte. Lustig und frohen Mutes sind wir dann alle in den Tag gestartet, im Safari-Wagen.

DSCN3486_thumb2

Und wir hatten tatsächlich riesiges Glück. Nach einer guten Stunde haben wir ein ganze Giraffen-Rudel gefunden, welches aus mehreren Jungen, Kühen und einem große Bullen bestand. Dieses haben wir dann über sicherlich eine halbe Stunde beobachtet. Da gerade Paarungszeit ist konnten wir beobachten, wie der Bulle ein paar mal versucht hat, einer hübschen Giraffen-Lady nachzustellen, aber dabei nicht ganz erfolgreich war.

DSCN3522_thumb1

Auch einige andere Tiere, wie hier ein Kudu, konnten wir aus nächster Nähe erleben und haben sehr viel über die Entstehungsgeschichte dieser sehr steinigen Region, ihre Tier und Pflanzenwelt gelernt.

DSCN3541_thumb1

Die Pflanze, vor der das Kudu hier liegt, ist übrigens für den Menschen tödlich bei Verzehr und es gibt einige Touristen, die eine abgestorbene schon mal zum grillen genutzt haben da sie gutes Grillholz abgibt. Diese 10 Touristen sind alle gestorben weil der Grillrauch das Fleisch vergiftet hat. An dem Ort an dem die Pflanze wächst und auch stirbt wächst für die nächsten 10 Jahre nichts anderes mehr.

Aber für viele Tiere ist die Pflanze eine Hilfe. Elefanten reiben sich an der Pflanze und töten damit ihre Parasiten. Und Kudus z.B. fressen gerne die jungen triebe und entledigen sich somit ihrer Würmer. Echt interessant, was man alles so lernen kann, wenn man einen guten Führer hat. Und da Peter uns offensichtlich unbedingt noch einen Elefanten schenken wollte, wurde aus unserem 3-4 Stunden Drive ein gut 5 Stunden Drive und Mittags kamen wir alle völlig fertig wieder an der Lodge an, hatten aber jede Menge gelernt und viele schöne Tiere beobachten können – aus nächster Nähe.

Ach ja, an unserem Ankunftstag an der Lodge haben wir direkt auf dem Weg zum Campingplatz einen alten Bekannten wieder getroffen, diesmal aber in einer anderen Farbe Smiley

DSCN3485_thumb1

Wenn ihr das Tierchen nicht erkennen könnt, einfach auf das Foto klicken, dann wirds größer. Auch die Angestellten haben Foto’s mit ihren Handys gemacht, da solch eine Erscheinung ehr Seltenheitswert hat.

So, nun waren diese zwei Tage bei der Palmwag Lodge auch vorüber und wir sind weiter im Kaoko-Feld auf die Suche nach Wüsten-Elefanten gegangen. Der Weg sollte uns eigentlich zur Kowarib Lodge. Bei Warmquelle wollten wir dann, weil Moni und ich das schon aus unserem vorherigen Namibia-Urlaub kannten, unsere Mittagspause verbringen, da wir uns erinnern konnten, dass es hier sehr schön war.

Tja, der Weg dorthin war ein wenig steinig und Moni musste ihr bestes geben, mich bei der steinigen, steilen und kippeligen Einfahrt einzuweisen.

P1020537_thumb1

Aber angekommen konnten wir uns nicht mehr losreißen und haben uns dazu entschieden, hier eine Nacht zu bleiben und den herrlichen Naturpool zu genießen.

DSCN3546_thumb1

Und wenn wir von Naturpool sprechen, meinen wir das auch so und der Name Warmquelle wird auch in der Realität entsprochen. Wir haben in keinem auch nur annähernd so warmen Pool gebadet bisher. Dabei haben wir dann auch noch eine deutsche Familie kennen gelernt die beruflich für 2,5 Jahre in Namibia ist und in jeder freien Minute durch das südliche Afrika reist. Danach habe ich direkt mal eine EMail an die Namibia Niederlassung meines Arbeitgebers geschrieben, ob das nicht auch für mich möglich wäre. Ich warte noch auf die Antwort Zwinkerndes Smiley

DSCN3589_thumb1

Von hier aus ging es dann weiter im Damaraland um Elefanten zu suchen und wir wollten eigentlich am Elefant Zonk, gelegen mitten in einem Flussbett im Nichts, übernachten. Da die Anfahrt und die generelle Fahrt in dieser Region aber sehr schwierig ist und es eine Straßen gibt sondern nur ein paar Reifenspuren im Flussbett (so ein Flussbett ist auch schon mal 1km breit), hat sich das ganze ein wenig schwierig gestaltet.

Nachdem wir bei Warmquelle wieder hochgekraxelt waren haben wir uns die 40km aufgemacht um den Eingang in das Flussbett zu finden und an der letzten Tankstelle davor noch mal nachgefragt wo die Einfahrt ist. Sie sollte bei km14 nach der Tankstelle sein und tatsächlich, hier waren auch einige Reifenspuren links in ein Flussbett.

Denen sind wir dann für eine ganze Zeit gefolgt, so ca. 1,5 Stunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit dürfte bei ca. 5-8km/h gelegen haben und wir mussten besonders den Dicken über einige Stunde und ganz schöne Schieflagen manövrieren. Hier mal ein Foto von Thomas aus seinem Wagen in das Flussbett hinein.

P1020550_thumb1

Nachdem wir nun gut 1,5 Stunden in die eine Richtung gefahren waren kam eine Schleife, die an einem kleinen Abhang endete und hier ging es nicht weiter. Naja, haben wir uns wohl verfahren mitten im Niemandsland. Aber wir waren beruhigt – wir waren wohl nicht die Einzigen, da hier einige Reifenspuren waren Smiley

Auf dem Rückweg haben wir uns dann dazu entschlossen, hier dann doch nicht zu übernachten und sind zum nächsten Campingplatz, einer Zwischenstation zum Pocupinecamp, da bekannt ist für die vielen Stachelschweine die abends zum Fressen kommen. Den Kindern hat’s nicht die Laune verdorben.

P1020086_thumb1