Menno… endlich ist unser neuer “Dicker” da, den wir feierlich auf Little getauft haben, da er doch ein ganzes Stückchen kleiner ist, als unser alter “Dicker”. Insgesamt ca. 50cm kürzer, 10 cm schmaler und mit eingefahrenem Dach auch ca. 50cm niedriger. Aber – dafür sind wir jetzt auch knapp 1T leichter und haben noch einen Keller Zwinkerndes Smiley Somit haben wir auf einer Grundfläche 1,8m x 2m ein Raumgefühl von 40qm.

Leider ist der Wagen 3 Tage später in unsere Finger gekommen als wir initial dachten, da er erst Freitag Abend angekommen ist, Samstag entladen wurde, und somit erst m Montag durch den Zoll an uns übergeben werden konnte. Diesmal war unser Agent der uns betreut hat nicht so der Bringer. Er hatte nichts vorbereitet, war eine totale Schnarchnase und wir konnten am Hafen 3 Stunden mit Warten verbringen, ehe wir dann Little bekamen. Besonders zum Wochenende hin stieg dann die Spannung ins unerträgliche – ihr glaubt nicht welche Vorstellungen man sich anfängt zu machen, wenn von einem heil angekommenen Auto ein Lebenstraum und 1 Jahr Lebenszeit abhängt. Das geht von – hoffentlich ist er nicht aufgebrochen worden bis – naja, wenn er schon nicht Totalschaden ist weil ein Bagger auf ihn gefallen ist auf hoher See weil sich die Verankerung gelöst hat. Ich hatte zwischenzeitlich schon angefangen im Internet zu recherchieren, wo man Ersatzautos bekommt um die Reise anzutreten weil wir beide uns von einem verloren gegangenen Wagen nicht den Traum zerstören lassen wollten. Und als wir dann am Hafen waren uns so ewig lange warten mussten, hätte ich unseren Agent am liebsten erwürgt haben dann aber davon abgesehen, weil wir den Wagen dann ja auf keinen Fall bekommen hätten…

Naja, nun ist er da und wir sind seit nunmehr knapp 2 Wochen mit ihm unterwegs.

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Hier stehen wir gerade aus einem einsamen Campingplatz in einem Reservat und haben nachts so um die 5 Grad gehabt – ganz schön schattig.

So, nachdem er nun angekommen war, haben wir uns aufgemacht Richtung Addo Elephant Park, in dem wir 2 Tage verbracht haben. Das war Entspannung pur und der Park wurde seinem Namen mehr als Gerecht, wie den nächsten Bildern sicherlich relativ eindeutig zu entnehmen ist Smiley

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Über die Tage verteilt haben wir immer mal wieder Elefanten gesehen, und natürlich auch andere Tiere. Aber das Highlight war dann eine Herde mit ca. 40 Tieren, die auch gaaaaanz kleine mit dabei hatte. Diese konnten wir dann aus der Nähe (ca. 10m) beobachten, wie sie ihren Durst an einem Wasserloch (oder an Mamas Brust) gestillt haben. Das ganze Schauspiel hat ca. 1 Stunde gedauert, eh sie dann genau so wieder abgezogen sind (in einer großen Staubwolke), wie sie angekommen sind.

Und Tiere gibt es natürlich nicht nur in den Parks, sondern auch immer und überall ausserhalb… Wie z.B. das kleine Äffchen, das uns mit seinen vielen Freunden, manchmal das Leben ein wenig scher gemacht hat, weil doch sooo gerne unsere Leckereien klauen wollte, die zuweilen hier im südlichen Afrika teilweise hoch interessante Farben aufweisen. Das liegt bestimmt an den vielen Vitaminen, die sich in den Diätspeisen verbergen Smiley

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Ich hatte ja schon davon berichtet, dass wir in der Pine Lodge in Port Elizabeth die Zeit überbrückt hatten, bis unser Little ankam. Und dass die Temperaturen auch im afrikanischen Winter teilweise relativ gering sind. Das hat unsere Beiden aber natürlich nicht davon abgehalten, den Sprung in das Wasser zu wagen. Auch wenn ihnen deutlich anzusehen war, dass es durchaus ein wenig schattig ist. Die Afrikaner die zuschauten, in dicker Jacke und Pudelmütze konnten über die irren Deutschen nur den Kopf schütteln Smiley

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Naja, abends haben wir uns dann immer wieder am Feuer aufgewärmt, was erst dann zum fönken herhalten musste, und später dann zum grillen.

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Das Meer

Bis vorgestern, 11.08., haben wir uns dann an der Westküste entlang weiter in den Norden gehangelt, auf dem Weg zum Krüger Nationalpark, den wir voraussichtlich über das Swasiland in den nächsten 3 Tagen erreichen werden. Nun ist das Meer aber nicht vergleichbar mit dem was wir so kennen, aus dem nördlichen Mitteleuropa. Hier heißt die Küste “Wild Coast” und macht ihrem Namen auch an den allermeisten Stellen alle Ehre. Das geht von meterhohen Wellen bis direkt an die Küste über Tage mit Wind das man denkt man fliegt weg bis hin zu extrem felsigen und zerklüfteten Küstenstreifen als Zugang zum Wasser. Genauso gut können es aber auch wunderschöne und einsame Buchten sein in denen man komplett alleine ist und die Ruhe und Wildheit genießen kann.

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Und wie immer braucht es nicht viel, um die Kinder glücklich zu machen. Eine Schöppe, ein Eimer und ein Netz führen in der Regel immer dazu, dass wir die Kinder nach einer gewissen Zeit immer mal wieder suchen müssen weil es so ruhig ist dass man denkt, sie wären weg…

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Dabei kommt es nicht darauf an, dass es unbedingt Seesterne, Seeschnecken, Einsiedlerkrebse, Fische, normale Krebse oder sonstiges Wassergetier sein müssen. Genau so gut tun es auch alle Tiere mit Beinen, egal wie viele Smiley

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Hauptsache es lässt sich irgendwie fangen, passt in das Netz und in den Eimer. Natürlich kann man nicht alle Tiere fangen da es in der Regel ehr anders herum wäre. Wahrscheinlich würde man wohl ehr als Beute von ihnen selber enden, wenn man das versuchen würde Smiley

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Und da lassen wir dann auch ganz brav die Finger von. Für diejenigen die sich erinnern können. Bei unserer letzten Reise haben wir genau das gleiche Bild gepostet, nur mit kleineren Kindern. Jetzt waren wir wieder dort – im Nationalpark der “"Wetlands”, direkt an der Küste. Hier kommen abends die Hippos zum grasen auf die Campsite und die Bushbabies schreien wie kleine Kinder nachts in den Bäumen das man denkt, da würde gerade einem 1-jährigen der Hals umgedreht…

Schule

Zu unserem Start gehört natürlich auch jetzt schon der Start der Schule – und die organisiert Moni. Wir haben jede Menge Lernmaterial, vorwiegend für die Fächer Deutsch und Mathe. Wir haben damit begonnen für Silas den Stoff aus dem 2. zu wiederholen, und für Lenja aus dem 4. Schuljahr. Dabei haben wir die Materialien für Lehrer und für die Kinder mit dabei.

Moni bereitet nun immer an einem Tag die Aufgaben für den nächsten Tag vor. Zeitlich sind die Kinder pro Tag ca. 2 Stunden mit Schule beschäftigt. Sie erledigen ihre Aufgaben manchmal im Auto während der Fahrt, oder auf dem Campingplatz am Tisch. Ihre Zeit, wann sie arbeite wollen, können sie sich frei einteilen. Wenn wir längere Fahrtage vor uns haben bzw. hatten bot es sich natürlich an, die Aufgaben zu erledigen wenn wir im Auto sind, und nicht erst am späten Nachmittag auf dem Campingplatz ankommen. Das müssen sie noch lernen Smiley Wobei Silas schon ganz gut raushat, die Aufgaben so schnell wie möglich abzuarbeiten, während Lenja lieber die ganze Zeit aus dem Fenster guckt und dann kurz vor Ankunft unter Hochdruck versucht, ihren Stoff abzuarbeiten. Da merkt man die komplett unterschiedlichen Lerntypen von Lenja und Silas.

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Schulunterricht wird immer wieder durch praktischen Unterricht am Objekt ergänzt. Egal ob es etwas ist was Moni vorliest, wenn wir z.B. gerade durch das Homeland fahren und die Kinder so etwas über die Apartheit, die Probleme und den Aufschwung lernen von dieser Region, oder ob wir für jedes Tier was wir sehen versuchen herauszufinden wie es heißt, wo es lebt, was es frisst und noch viel mehr.

Was die Lernmethoden betrifft, ist Moni extrem kreativ. Egal ob Scrabble genutzt wird um Trennen und Silben noch mal zu wiederholen und das als kleiner Wettbewerb gestaltet wird, oder ob es “klassisches” Lernen in Büchern ist in denen dann das, was vorher “erspielt” wurde, angewendet wird. Gerade sitzen die 2 vor der Landkarte des südlichen Afrikas und “fahren” unsere Route ab und Moni erklärt, wo wir gewesen sind, was wo war und wo wir hin wollen. So klappt die Schule bisher sehr gut. Die 2 freien Tage des normalen “Wochenende” legen wir immer so, wie es gerade am besten passt. Das können die Kinder selber entscheiden. Mehr als 2 freie Tage/Woche gibt es aber in keinem Fall…

So, damit endet jetzt dieser Eintrag. Da wir aktuell in KwaZulu-Natal sind, haben wir ein Zulu-Dorf besucht, über das ich im nächsten Eintrag sicherlich etwas schreiben werde. Besonders Lenja hatte ihre Freude bei den traditionellen Tänzen und konnte sich nicht halten bei der Trommelmusik, von der sie so begeistert war, dass sie aus dem Strahlen und “Papa – das ist soooo geil”, “Papa – das ist irre” – und das in einer gefühlten Unendlich-Schleife nicht wieder raus kam.